Zauberschloß

3/2005

 

Das Spiel

„Zauberschloß“ ist ein deutschsprachiges Abenteuerspiel aus der Computerzeitschrift „Happy Computer“, in der es als BASIC-Listing abgedruckt wurde. Es kursieren mehrere Varianten des Spiels – teilweise mit schlimmen Eingabefehlern! Die von mir durchgespielte Version ist escheinbar fehlerfrei. Ihr findet sie unter anderem auf der Longplayer-CD bzw. -DVD. Ihr könnt sie euch aber auch von mir als D64-Datei zuschicken lassen.

 

Mit dem Ring fing alles an …

Auf einem Spaziergang im Wald fand ich einen seltsamen Ring. Natürlich nahm ich ihn an mich und probierte, ob er mir passte. Um das genau zu prüfen, drehte ich ihn an meinem Ringfinger – der Ring löste sich auf, und alles um mich herum begann sich zu drehen. Es musste sich um einen verzauberten Ring gehandelt haben!


Ein Ring im Wald? Natürlich verzaubert!

 

Als das Drehen um mich herum aufhörte und ich wieder etwas sehen konnte, befand ich mich in irgendeinem Gebäude, einem Turm oder Schloss. Nachdem sich die erste Verwirrung gelegt hatte, beschloss ich, die einzelnen Räume zu erkunden. Im Südwesten fand ich einen Speer. Eine schlechte Waffe ist immer noch besser als gar keine, dachte ich mir und nahm ihn mit. Mit dem Speer fühlte ich mich gleich ein bisschen sicherer und ich wurde etwas mutiger.Nördlich des Raums, in den ich teleportiert wurde, fand ich ein Messer, das ich aber zunächst liegen ließ. Ich ging an einer Flasche mit Zaubertrank vorbei weiter nach Norden und dann zwei Räume nach Osten.


So sieht es im Schloss aus

 

Inzwischen wurde es langsam dunkel. Daher war ich dankbar, im Raum ganz im Nordosten eine Fackel zu finden, die ich auch an mich nahm. Dann kletterte ich die dort befindliche Leiter hinauf und fand in einem nahen Raum einen Schlüssel. Auch ihn steckte ich ein. Dann begab ich mich wieder eine Etage tiefer, da es oben nichts mehr zu erforschen gab.


Der Inhalt des Buches ist sehr aufschlussreich

 

Etwas weiter südlich – ich musste einen kleinen Umweg gehen – traf ich auf einen Wächter. Das erste menschliche Wesen, das ich hier sah! Leider ließ er nicht mit sich reden und beantwortete meine Fragen nicht. Stattdessen bedeutete er mir unmissverständlich, dass ich gehen solle. Ich verjagte ihn mit dem Speer. Als er verschwunden war, bemerkte ich ein Buch, das auf dem Boden lag. Scheinbar hatte der Wächter dieses Buch bewacht. Um es nicht versehentlich zu verbrennen, legte ich die Fackel weg und nahm das Buch auf. Dann las ich es. Bezeichnenderweise hieß es „Das Zauberschloß“:

Das Zauberschloß

Seit langer, langer Zeit ist es Sitte, daß der, der die Krone des Reiches besitzt, das ganze Land regiert. Doch seit vielen hundert Jahren regiert der schreckliche Zauberer, und keiner von denen, die ihm die Krone wieder entreißen wollten, ist je wieder zurückgekehrt.

Das Schloß ist streng bewacht, und die Gemeinheit der Wächter wird nur von ihrer Goldgier übertroffen. Überall lauern Fallen und vielerlei Gefahren. Simsalakadabra – abrakabum

Aha. Scheinbar musste ich dem bösen Zauberer die Krone entreißen, um hier wieder herauszukommen! Vorsichtig legte ich das Buch wieder hin und nahm die Fackel mit. Bei meiner weiteren Erkundung des Schlosses fand ich in der Nähe des Ausgangsraumes eine Truhe, die wieder von einem Wächter bewacht wurde. Ohne viel Federlesen verjagte ich auch ihn mit dem Speer und nahm die Truhe an mich. Auf Grund ihres Aussehens und des schweren Schlosses der Truhe war ich mir sicher, dass sie Gold enthielt, und das kann man ja immer gebrauchen … und tatsächlich: Nach dem Öffnen mit dem Schlüssel zeigte sich, dass sie Gold enthielt!

Einen Raum weiter südlich traf ich gleich auf zwei Wächter. Mein Speer erschien mir gegen sie ziemlich nutzlos. Hmmm … hatte im Buch nicht gestanden, dass die Schlosswächter sehr goldgierig sind? Ich versuchte es und gab ihnen die Truhe. Schon stritten sie sich um das Gold und erschlugen sich gegenseitig. Sehr schön!

Da die Truhe ja nun nicht mehr verschlossen war, warf ich den Schlüssel weg. Die Truhe hingegen nahm ich wieder auf.

Weiter westlich fand ich eine Tarnkappe, die ich natürlich mitnahm. An derselben Stelle führte eine Leiter nach oben. Ich kletterte hinauf. Oben wartete schon ein Kobold auf mich, der mir sogleich meinen Speer stahl! Obwohl der Kobold so klein war und zudem so frech grinste, legte ich mich lieber nicht mit ihm an, zumal ich ja nun unbewaffnet war …

Sicherheitshalber setzte ich die Tarnkappe auf, da hier oben scheinbar ein rauerer Wind blies. Und richtig: Einen Raum weiter begegnete ich bereits einem Wächter! Da er mich nicht sah, konnte ich an ihm vorbeischleichen und gelangte so einen Raum weiter nach Osten. Dort fand ich wieder einen Speer, ließ ihn jedoch zunächst liegen. Weiter im Norden warteten wieder zwei Wächter darauf, sich gegenseitig um Gold zu streiten … also legte ich mit spitzbübischem Lächeln die Truhe vor sie hin und wartete ein paar Minuten – sie taten mir tatsächlich den Gefallen und erschlugen sich gegenseitig. Im Nachhinein fiel mir auf, dass sich die Wächter gar nicht darüber gewundert hatten, eine Truhe hereinschweben zu sehen – die Wirkung der Tarnkappe hatte demnach aufgehört.

Weiter im Nordwesten fand ich einen Zettel mit der Blaupause des Schlosses. Doch kurz, nachdem ich ihn angesehen hatte, löste er sich in Luft auf. Hofentlich konnte ich den Plan im Kopf behalten!


Die Zeichnung auf dem Zettel

 

Auf der Karte fiel mir auf, dass eine Wand schräg eingezeichnet war. Das sah nach einer drehbaren Wand oder einer Geheimtür aus und machte mich natürlich neugierig. Im südöstlichen Raum angelangt, entdeckte ich auch einen Knopf, den ich sogleich drückte. Und – voilà – eine Geheimtür erschien. Dahinter fand ich einen handschuh, der selbsteverständlich eingesackt wurde.

Danach begab ich mich wieder in den Raum, in dem ich den Speer entdeckt hatte, und nahm ihn mit. Damit verjagte ich die Wache, an der ich mich kurz zuvor noch mit der Tarnkappe hatte vorbeischleichen müssen.

Auf meinen Streifzügen durch das Zauberschloss hatte ich auch eine Flasche Gift entdeckt, die ich jedoch lieber nicht angefasst hatte. Mit dem Handschuh sollte das doch jetzt ungefährlich sein, oder? Tief in Gedanken versunken machte ich mich auf den Weg dorthin, als ich wieder an dem vermaledeiten Kobold vorbeikam, der es mal wieder auf meinen Speer abgesehen hatte. Na ja, die Wächter waren inzwischen alle verjagt, er konnte den zweiten Speer meinetwegen auch behalten.

Das Gift konnte ich mit Hilfe des Handschuhs tatsächlich problemlos mitnehmen, ebenso den Schild im Südosten. Da ich den Nun war ich gerüstet, um gegen Drachen und Zauberer bestehen zu können – mit schlotternden Knien suchte ich vorher noch mal die Toilette auf und war dann für das Finale bereit.


Der vorletzte Gegner – ein riesiger Drache!

 

Im Obergeschoss suchte und fand ich den Drachen, der den Eingang zum Thronsaal des Zauberers bewachte. Mit Hilfe des Schildes widerstand ich seinem feurigen Atem und bot ihm das Gift zum Fressen an. Tatsächlich fraß er es und löste sich in Luft auf. Uff! Jetzt brauchte ich mich nur noch um den Zauberer zu kümmern …


Der gruselige Endgegner …

 


… verwandelt sich in eine harmlose Maus

 

Als ich in den Thronsaal trat, erinnerte ich mich wieder an die Zauberformel aus dem Buch. Ich sprach sie schnell aus, bevor der Zauberer etwas tun konnte – und verwandelte ihn damit in eine harmlose Maus, die sich sofort in das nächste Mauseloch verkroch! Triumphierend nahm ich mir die Krone und ging zum südlichen Ausgang, der bisher versperrt gewesen war. Er musste doch jetzt aufgehen. Doch nein – er blieb mir versperrt.

Doch Halt: Ich hatte doch einen Schlüssel gefunden. Vielleicht passte der? Schnell holte ich ihn, öffnete damit die Tür und trat endlich wieder ins Freie hinaus. Nun war ich der König des Landes …


Endlich sah ich das Schloss von außen …

 


… und konnte meine Herrschaft beginnen – leider ohne Schloss!

 

Die Lösung Schritt für Schritt:

  • Nimm Ring

  • Dreh Ring

  • W

  • S

  • Nimm Speer

  • N

  • O

  • N

  • N

  • O

  • O

  • Nimm Fackel

  • H

  • S

  • Nimm Schluessel

  • N

  • R

  • W

  • S

  • O

  • Verjage Wache

  • Speer

  • Verliere Fackel

  • Nimm Buch

  • Oeffne Buch

  • Lies Buch

  • Nimm Fackel

  • W

  • N

  • W

  • S

  • S

  • O

  • Verjage Wache

  • Speer

  • Nimm Truhe

  • Oeffne Truhe

  • S

  • Verliere Truhe

  • Verliere Schluessel

  • Nimm Truhe

  • W

  • Nimm Tarnkappe

  • H

  • Benutze Tarnkappe

  • N

  • O

  • N

  • Verliere Truhe

  • N

  • W

  • Nimm Zettel

  • Lies Zettel

  • O

  • S

  • S

  • O

  • S

  • Druecke Knopf

  • W

  • Nimm Handschuh

  • O

  • N

  • W

  • Nimm Speer

  • W

  • Verjage Wache

  • Speer

  • S

  • R

  • O

  • N

  • W

  • N

  • N

  • W

  • Nimm Gift

  • O

  • S

  • S

  • O

  • S

  • Nimm Schild

  • W

  • H

  • N

  • O

  • N

  • W

  • Verliere Gift

  • W

  • Simsalakadabra-Akrakabum

  • Nimm Krone

  • O

  • O

  • S

  • W

  • S

  • R

  • O

  • Verliere Schild

  • Nimm Schluessel

  • Oeffne Tür

  • S

  • ENDE

 

(Inoffizielles Longplay 3/2005; Autor: Harald Horchler)