Spherical

12/1989

 

Die Chronik des Magiers

Fulgram, der einzige Magier, der den bösen Drachen Mirgal auf dem Weg des Bösen stoppen konnte, wagte sich vor langer, langer Zeit in die Burg des Drachen. Lernen wir aus einigen Auszügen seiner wiederentdeckten Tagebücher!

Dies ist die Legende von Fulgram, einem Magier aus dem Volk der Elfen, der vor langer, langer Zeit in einem heute längst vergessenen Land namens Kendron lebte, zu einer Zeit, als die Menschen mit den Zwergen noch im Krieg lagen, einem Krieg, der nur aus anfänglichen Mißverständnissen entstanden war. Fulgram war einer der wenigen, die erkannten, daß nicht die Menschen der wahre Feind waren, sondern vielmehr eine bösartige Kreatur namens Mirgal. Mirgal war ein legendärer Drache, der vor weit über 10.000 Jahren hinter den Sümpfen von Khorndal lebte und Angst und Schrecken verbreitete. Einem tapferen und weisen Magier namens Quarol, welcher von den Sternen kam und die Entstehung der Erde miterlebte, gelang es nach jahrhundertelangem Kampf und mit Hilfe des sagenumwobenen Sternenballs, den Drachen zu besiegen. So schien es jedenfalls, bis Fulgram lange nach Quarols Tod erste Anzeichen dafür entdeckte, daß Mirgal damals nur in einen langen Schlaf fiel, aus dem er nun bald wieder erwachen würde.

Fulgram versuchte, die Bewohner des Landes zu warnen, erntete aber nur Spott und Unglauben. So begab er sich allein auf eine einsame, lange Reise, um den geheimnisvollen Ball von den Sternen zu finden und damit den drohenden Fluch Mirgals von der ahnungslosen Welt abzuwenden. Er las in uralten, vergilbten Pergamenten, die noch von Quarol selbst stammen mußten, und er erkannte, daß der einzige Weg, das Unheil noch zu verhindern, in den Kräften der schwarzen Magie lag. Er vergrub sich in finsteren Schriften, und eines Tages, als Fulgrams Haar schon grau geworden war, fühlte er sich stark genug, die dunkle Burg Mirgals zu betreten und zum Ende zu bringen, was Quarol dereinst versagt blieb ...

Dies ist nun die Zusammenfassung seiner Chroniken, die zum ersten Mal in eindeutiger und fehlerfreier Übersetzung erscheinen. Der Chronist war hierbei bemüht, alle Widersprüche und falschen Behauptungen, die sich im Laufe von Fulgrams Wanderung durch die Burg ergaben, zu verbessern und in einer verständlicheren Ausdrucksweise wiederzugeben. Leider wurden im Lauf der Jahrhunderte einige Kapitel aus Fulgrams Tagebuch von der Witterung zerstört oder gingen verloren. Sie konnten leider nicht mehr rekonstruiert werden, sollten aber den Gesamteindruck des Werkes nicht schmälern. So lasset uns nun hier mit dem ersten Tag seiner Chronik beginnen ...

 

Die Burg des Drachen

Hier stand ich also, die gewaltigen Mauern der Burg türmten sich hoch vor mir auf, und die Zugbrücke stand offen: Heute würde ich es wagen, ich würde das Bollwerk dunkler Mächte betreten und Mirgal endgültig in die Höllenschlünde zurückschicken. Gestern hatte ich eine Vision. Ich weiß nicht, ob es Wirklichkeit war, oder ob mir meine überreizten Sinne nur einen Streich gespielt haben, aber ich sah Quarol! Er sprach mit sanfter Stimme zu mir: „Höre, Wagemutiger! Um das Verlies Mirgals zu erreichen, mußt du dich durch 80 Kammern des Todes bewegen. In jeder Kammer wird der Sternenball erscheinen, und du mußt ihm einen Weg zum Ausgang des Raumes bahnen, um die Tür zum nächsten Raum zu zerschmettern. Es steht nicht in meiner Macht, selbst helfend einzugreifen, aber um deine Aufgabe zu erleichtern, habe ich überall in der Burg magische Hilfsmittel für dich deponiert. Erkunde ihre Wirkung und besiege den Drachen, aber sei gewarnt!

Mirgal hat von deiner Mission erfahren und ebenfalls einige magischen Tränke in den Kammern verteilt, um deine Sinne zu verwirren und deinen Kampf zu erschweren! Er hat seine Kreaturen aus dem Reich der Finsternis erweckt und losgeschickt, um dich zu töten, bevor du zu ihm selbst vordringen kannst! Kämpfe tapfer und verwende deine Magie mit Umsicht! Möge die Kraft der Elfengöttin Elsbeth mit dir sein...“. Mit diesen Worten verblaßte die wundersame Erscheinung. Ich dachte die ganze Nacht über Ouarols Worte nach und beschloß beim Morgengrauen, daß es nun an der Zeit war ...

 

0 Mit weichen Knien betrat ich die erste Kammer, und Grauen durchfuhr meinen Körper, als ich einen Geist erblickte, der auf mich zuraste! Er konnte mich aber zum Glück nicht erreichen, da ihm ein Stein den Weg versperrte. Ich lief nach rechts und nahm einen wundervoll schillernden Diamanten an mich, dann ließ ich mich nach unten fallen. Dort fand ich eine Flasche mit einer rot schimmernden Flüssigkeit darin. Die Wirkung dieses Elixiers war mir nicht bekannt, Gerüchte sprachen jedoch von einer Wunderwaffe gegen Geister. Ich packte sie zu dem Diamanten in meine Tasche und ging nach links weiter. Dort nahm ich zwei weitere Edelsteine in meinen Besitz. Ich zauberte mir eine Treppe nach oben und sah dort wieder den Geist, den ich nun einfach zwischen zwei Steinen einsperrte. Etwas weiter oben holte ich mir noch einen Diamanten und trank dann die rote Flüssigkeit. Der Geist löste sich auf, und ich konnte den Sternenball über eine kleine Treppe nach links zum Ausgang fotsetzen. Mit einem Knall zersprang die Tür, und ich ging hindurch ...
2 ... ich sprang mit einem wagemutigen Satz über einen heimtückischen Henker hinweg, der seine gewaltige Axt nach mir schwang. Vor ihm davonlaufend übersah ich jedoch leider die von der Decke tropfende Säure. Autsch! Das tat weh! Dann fiel ich links hinunter und verbaute dem Sternenball den Weg. Die weiter unten liegenden Diamanten sammelte ich eifrig ein, vorsichtig darauf bedacht, den Geist nicht zu berühren, der sie bewachte. Dann wieder das alte Spiel: Bahn bauen, Sternenball freilassen, weiter in den nächsten Raum.
3 Hier mußte ich dann schnelle Reaktion beweisen. Ich zauberte einen Stein nach links, so daß dem heransausenden Geist der Weg versperrt war und die beiden Henker nach unten fielen. Dann nahm ich den Diamanten über mir und ging nach oben, um dem Sternenball den Weg zu verbauen. Den weiter oben stehenden Leuchter ließ ich unbeachtet. Die Inschrift darauf verhieß mir zwar, daß mich seine Kräfte in einen weiter entfernten Raum bringen würden, aber ich wollte keinen Raum versäumen, da eventuell irgendwo weitere Hinweise und Tränke verborgen sein könnten. Außerdem mißtraute ich der Magie des Leuchters, denn es war keine Gute. Sie stammte von Mirgal, dem Drachen. So fiel ich dann wieder nach unten, übersprang die beiden Henker und fand in der linken unteren Ecke unter einem Berg von Edelsteinen eine seltsame Kerze. Als ich sie berührte, begann eine kleine Kugel um mich herum zu kreisen. Diese schien aus einer anderen Dimension zu stammen. Mit ihr gelang es mir, die Henker und den Geist zu vernichten. Nun wieder eine kleine Brücke für den Ball, und die nächste Tür stand offen.
4 Hier erschuf ich mir erst einmal eine steinerne Bahn nach rechts, wo ich mit meiner Kerze die beiden Geister ausschaltete. Dann weiter rechts die Zwischenräume auffüllen und den Weg des Sternenballs versperren war eins. In diesem Moment verlosch meine Kerze, und ich fühlte mich wieder schwächer. Ich entdeckte links oben eine kleine Lampe, und als ich sie an mich nahm, wurde ich zu meinem großen Erstaunen für die Henker unsichtbar! Ich ließ die Kostbarkeiten in der rechten Nebenkammer unbeachtet, da sie nur eine geschickt getarnte Falle verbargen, in der ich meine Fähigkeit zu zaubern verloren hätte. Ich baute statt dessen wieder den Weg für den Ball und schritt durch den nun offenen Ausgang neuen Abenteuern entgegen.
5 Abermals wurde mein Reaktionsvermögen auf eine harte Probe gestellt. Ich ließ mich blitzschnell nach unten fallen, kletterte nach rechts zum Ball hoch und sperrte ihn ein. Unterwegs traf mich ein von der Decke fallender Tropfen, und ich stieß einen Schmerzensschrei aus. Das war Säure! Von nun an würde ich etwas mehr achtgeben! Endlich hatte ich etwas Zeit zum Verschnaufen und konnte mir die Sache etwas genauer ansehen. In der rechten unteren Ecke fand ich wieder eine Lampe, die mich für meine Gegner unsichtbar machte. Mit ihrer Hilfe konnte ich nun unbeschadet weitere Schätze und einen Heiltrank an mich bringen. Mit einem Donnern ließ ich nun wieder die Tür zerbersten, und es ging weiter ...
10 ... wieder einmal war Eile angebracht. Ein grünäugiges Monster mit mächtigen Schwingen feuerte unablässig Feuerbälle auf mich ab, während ich nach links rannte, die Sanduhr nahm, weiter zum Sternenball hetzte, mir dann einen Weg nach unten bahnte und die unterste Öffnung hinter mir verschloß. Nun schloß ich in aller Ruhe die Lücken im Boden, dabei vorsichtig den Feuerbällen ausweichend. Ich fand eine neue Kerze und ein weiteres Elixier mit Lebenskraft, dann ließ ich den heiligen Ball seinen Weg fortsetzen ...
12 ... ich kletterte mühsam nach oben, holte mir rechts ein Lebenselixier, eine Lampe, die mich unsichtbar machte und ein Pergament mit einem Zauberspruch, der mich in die Lage versetzte, weite Sprünge zu vollbringen. Dann baute ich mir ein Treppchen nach oben, ließ mich durch ein Loch wieder herunterfallen und fand dort eine rote Flasche, zwei Diamanten und ein weiteres Pergament, auf dem ein seltsames Wort stand: „RADAGAST“. Mit Hilfe des roten Zaubertrankes zerstörte ich alle anwesenden Monster und ebnete der liebgewonnen Kugel von den Sternen den Weg.
13 Als ich den nächsten Raum erreichte, erschrak ich zuerst einmal heftig. Ich hatte auf dem Weg hierher zu lange getrödelt, und die Kugel rollte in eine Lücke im Boden, bevor ich sie erreichen konnte. Verdrossen sah ich mich um und betrachtete meine Aufgabe schon als gescheitert, als mir in einer dunklen Ecke unterhalb des Sternenballs ein Zauberstab ins Auge fiel! Hastig nahm ich ihn auf, und er teleportierte mich mit Blitz und Donner in die nächste Kammer ...
16 ... verwundert sah ich mich um. Der einzige Weg zum Ausgang wurde von einem unverrückbaren Steinquader blockiert, und der Sternenball prallte wirkungslos dagegen. Dann umspielte ein leises Lächeln meine Lippen, als ich zwischen ein paar Diamanten in der rechten oberen Ecke abermals einen Zauberstab entdeckte! Ich schlängelte mich geschickt zwischen Geistern und herabfallenden Säuretropfen hindurch nach oben, fand noch eine neue Lampe und ergriff dann den Zauberstab. Blitz und Donner folgten, aber das war ja nichts Neues. Eine geheimnisvolle, magische Kraft ergriff mich.
17 Kaum war ich in Raum 17 angelangt, stürzte auch schon die Decke ein. Ich sollte wohl ein wenig sorgsamer mit fremder Magie umgehen! Rasch bahnte ich mir einen Weg nach unten und fand eine Kerze und eine grün schillernden Tinktur, welche alle im Raum befindlichen Wesen außer mir kurzfristig lähmte. Ich verstopfte das Loch im Boden und holte mir noch das Lebenselixier, eine neue rote Flasche sowie ein paar Edelsteine, bevor ich die Kugel freigab und weiterging ...
20 ... Aaargh! Ich Narr ließ mich nach den vorhergehenden Räumen zu gefährlichem Leichtsinn verleiten. Nur knapp entging ich den sengenden Feuerbällen, die ein garstiger Jungdrache auf mich abschoß! Fluchend hüpfte ich auf einer Treppe nach oben, griff mir die Kerze und ließ mich fallen. Dann rannte ich geduckt nach rechts und ergriff den grünen Schlüssel. Kurz darauf öffnete sich eine Barriere, und ich konnte die zweite Kerze an mich nehmen. Ich aktivierte die Kraft der beiden Kerzen, und eine magische Kugel schoß nun von meiner Seite aus auf das Ungetüm zu! Nach ein paar Treffern war der Unhold im Reich der Finsternis, und ich konnte mich daranmachen, in aller Seelenruhe die Türen zu öffnen, die mich zu einem Zauberstab führten.
21  Leichten Mutes nach diesem glorreichen Sieg betrat ich die nächste Kammer. Ich nahm eine herumliegende Kerze und dezimierte die Scharen des Bösen um einen weiteren Henker. Dann kletterte ich nach oben, wo ich zwei Lebenselixiere sowie ein Pergament mit der Aufschrift „YARMAK“ an mich brachte. Während ich der Kugel den Weg blockierte, sah ich in einer anderen Ecke des Raumes einen weiteren Teleportleuchter stehen, aber ich traute dieser Art Magie immer noch nicht. Statt dessen geleitete ich den Sternenball zum Ausgang und ging weiter ...
30 ... hier lauerten gleich zwei haarige Bestien darauf, mir den endgültigen Garaus zu machen. Zu meinem Glück konnte ich es durch geschickte Sprünge vermeiden, ihnen auch nur in die Nähe zu kommen. Zuerst nahm ich mir den roten Schlüssel, dann den grünen und abschließend den purpurnen. Nun war auch die letzte Barrikade geöffnet und der Zauberstab mein.
31 Was sahen meine trüben Augen? Der Sternenball lag am Boden, der Ausgang war in unerreichbarer Höhe! Ich holte mir rechts oben eine Kerze und ließ meinen Zorn an den herumschwirrenden Monstern aus. Dabei fiel mir ein seltsam geformter Gegenstand auf. Ich berührte ihn neugierig, und siehe da: Die Kugel begann langsam nach oben zu schweben! Ich berührte ihn erneut, und die Schwerkraft war wieder normal! Mit einiger Übung gelang es mir nun, den Ball zum Ausgang zu dirigieren und auch diesen Raum hinter mir zu lassen ...
33 ... das erfolgreiche Durchqueren dieser Kammer verdankte ich nur meiner katzenhaften Gewandtheit beim Überspringen der Giftfläschchen sowie dem Pergament mit dem „Supersprungspruch“, welches ich bei Betreten des Raumes fand ...
37 ... verzeiht mir bitte die Feuchtigkeit des Pergamentes an dieser Stelle, es sind Tränen der Heiterkeit. Mirgal muß sich wirklich sehr sicher fühlen, wenn er alle Fallen in dieser Burg so plump aufgebaut hat wie die in der rechten unteren Ecke dieses Raumes! Ich ließ sie einfach unbeachtet, bahnte dem Ball seinen Weg und nahm unterwegs ein neues Lebenselixier sowie eine rote Flasche an mich.
38 Der Drache scheint nicht damit gerechnet zu haben, daß es jemand schafft, so weit in die Burg vorzudringen! Auch hier war es für mich geradezu tölpelhaft einfach, den Schlüssel zu nehmen und den Ball sicher zum Ausgang zu führen, nachdem ich meine Feinde durch den Genuß eines roten Zaubertranks vernichtet hatte.
39 Die nächste Kammer war schon weitaus geschickter geschützt als die vorherigen! Der gesamte untere Teil dieses Raumes war eine Falle! So blieb ich also oben und dirigierte die Sternenkugel mit Hilfe der beiden Schwerkraftwandler zur Tür.
40 Schreck! Was war das? Eine grauenerregende Riesenspinne lauerte darauf, mich in ihren Frühstücksplan zu integrieren! Ich kletterte mit klopfendem Herzen zur Kugel hoch und verschloß die Lücke, in die sie hineinzufallen drohte. Dann begab ich mich nach rechts, wo ich mit zwei beherzten Sätzen unter dem Monstrum hindurchsprang und einen roten Schlüssel fand. Mit diesem kehrte ich auf demselben Weg wieder nach links zurück. Dort nahm ich noch den letzten grünen Schlüssel, und der Weg war frei.
41 In Raum 41 zerstörte ich erst einmal alle Monster mit meiner letzten roten Flasche, baute die Rollbahn für den Sternenball zum rechten Ausgang und nahm unterwegs noch drei kostbare Lebenselixiere auf, die meinen geschundenen Körper wieder auf Vordermann brachten. Es gelang mir noch, ein Pergament mit der Aufschrift „STORMBLADE“ zu ergattern, dann zog es mich auch schon weiter.
42 Nun begann erneut das mittlerweile vertraute Spiel mit der Schwerkraft, und ich lotste meine Kugel behutsam zum Ausgang, nachdem ich mit zwei Schlüsseln alle Wege geöffnet hatte. Eine purpurfarbene Tinktur, die zu berühren ich nicht umhinkam, verursachte eine magische Eruption, welche Teile des Raumes verschüttete. Das konnte mich aber nicht weiter aufhalten.
43 Begleitet von einem Stakkato unmenschlicher Schmerzen, die meinen Körper durchpulsten, als ich unter zahlreichen Berührungen meiner Feinde die Schlüssel einsammelte, errichtete ich die Rollbahn für den Ball und taumelte halb besinnungslos in den nächsten Raum ...
50 ... das hier schien so etwas wie Mirgals Kleingarten zu sein. Eine riesige Pflanze schoß ihre giftigen Sporen auf mich ab, denen ich aber mühelos ausweichen konnte. Doch was war das? Die Sporen erzeugten nebenbei etwas, das aussah wie Edelsteine. Ich wollte einen aufnehmen, er zerplatzte aber wie eine Seifenblase! Alles Illusion! Da ich keinen Ausgang entdecken konnte, beschloß ich der Einfachheit halber, so viele von den Illusionssteinen zu sammeln wie möglich. Und siehe da, nachdem ich unzählige von ihnen berührt hatte, erfaßte mich eine magische Kraft und transportierte mich weiter ...
54 ... nun galt es, einige Diamanten in der richtigen Reihenfolge zu entfernen, so daß ich den Sternenball mittels des Gravitationswandlers zum Ausgang lenken konnte. Eine nicht ganz einfache Aufgabe, da ich vorher eine Flasche mit Gift trinken mußte, die mir meine Fähigkeit, Steine zu zaubern, raubte! Nach einigen wagemutigen Sprüngen hatte ich es aber dann doch geschafft, und die Reise konnte weitergehen ...
60 ... welch Frevel an Mutter Natur! Eine dämonische Abart einer Schnecke griff mich an und schleuderte Feuerbälle gegen mich! Blitzschnell sperrte ich erst einmal den Sternenball ein und holte mir dann die zwei herumliegenden Kerzen. Mit ihrer Hilfe gelang es mir, das schleimige Ungetüm zu besiegen und auch aus dieser Kammer zu entkommen.
61 Müde und ausgelaugt von unzähligen Kämpfen wanderte ich ziellos im Raum umher und fand ein altes, zerknittertes Pergament mit der Aufschrift „SKYFIRE“. Ich konnte nicht mehr weiter, meine Kräfte waren am Ende! Ich legte mich in einen sicheren Teil des Raumes und fiel in einen tiefen Schlaf. Halbwegs erfrischt erwachte ich nach ein paar Stunden wieder, und ein eisiger Schreck durchfuhr mich! Ich hatte nicht mehr daran gedacht, den Sternenball einzusperren, und er war in eine Lücke gerollt, aus der es keinen Ausweg mehr gab. Als ich verzweifelt umherblickte, sah ich einen der magischen Teleportleuchter. Diesmal würde ich es wagen müssen! Ich nahm den Leuchter, und alles um mich herum wurde schwarz ...
63 Als ich wieder sehen konnte, fühlte ich mich hundeelend. Ich hatte mich nur um zwei Räume weiterbewegt, wenn ich der Inschrift an der Wand trauen konnte. Es schien nahezu aussichtslos, den Sternenball an den unzähligen Giftflaschen vorbei zum Ausgang zu führen, als mir ein rettender Gedanke kam: Ich stellte mich unmittelbar neben eine der Flaschen und zauberte, ohne sie zu berühren, einen Stein hinter sie! Es gelang mir, und so konnte ich mit gebührender Vorsicht eine Rollbahn erstellen, bevor ich den Ball durch Aufnahme einer Flasche freiließ: Erleichtert atmete ich auf, als auch diese Hürde genommen war ...
70 Mein Herz schlug wie wild, als ich meinen nächsten Gegner erblickte! Ein riesiger Dämon, größer als der mächtigste Baum unseres Waldes, stieß einen grimmigen Kampfschrei aus und beschoß mich unermüdlich mit einem Stakkato von Feuerbällen. Seine Augen leuchteten mir mit einem unheilverkündenden Funkeln entgegen. Ich baute mir hastig eine Brücke nach oben zur Kugel, wo ich auch eine Kerze an mich nahm. Wieder erschien mein kleiner Helfer. Zweimal versengten mir die Glutbälle fast mein Gewand, doch irgendwie schaffte ich es dann doch, den Sternenball nach unten zu lotsen, wo er die Tür durchbrach und mein Entkommen aus diesem Kerker ermöglichte.
71 Ein Gefühl der unendlichen Leere und Hoffnungslosigkeit durchdrang mich. Ich war gefangen! Sollte mein gefahrenreicher Weg hier schon zu Ende sein? Die Tür hinter mir wurde durch einen Erdrutsch verschüttet, und es gab kein Entkommen mehr. Glücklicherweise lag neben mir einer dieser magischen Gravitationswandler, und ich konnte mit einiger Mühe doch noch den Sternenball zum Ausgang dirigieren ...
74 ... nimmt mein Pech denn gar kein Ende? Als ich meine Aufzeichnungen durchblätterte, mußte ich feststellen, daß ein Teil davon verbrannt und dadurch unleserlich war! Dann wollte ich den Gravitationswandler dieses Raumes einsetzen, um den Sternenball zu befreien, und mußte entdecken, daß er defekt war! Ich beschloß also, es auf eine andere Weise zu versuchen. Ich kletterte nach oben und nahm drei Edelsteine an mich. Dann setzte ich einen Stein durch eine Lücke nach links, so daß der Ball nicht mehr nach rechts rollen konnte. Nun baute ich blitzschnell eine Brücke nach rechts, nahm den Schlüssel und füllte in Windeseile die nun entstandenen Löcher, bevor die Kugel ins Rollen kam. Nun war es ein Leichtes, sie sicher zum Ausgang kullern zu lassen.
75 Zunächst einmal tötete ich hier alle anwesenden Monster durch die Kraft eines roten Zaubertrankes, holte mir dann den roten, grünen und purpurfarbenen Schlüssel und öffnete damit alle Türen. Nun konnte ich auch an ein Pergament mit der Inschrift „Mirgal“ gelangen sowie zwei Lebenselixiere und eine Kerze an mich bringen. Vorsichtig darauf bedacht, keiner der Giftflaschen zu nahe zu kommen, legte ich nun den Weg der Kugel frei.
76 Mit Hilfe der Kerze eliminierte ich erst einmal alle Geister, Henker und Monsterbeloms, bevor ich mich gemächlich daran machte, einige Edelsteine sowie ein weiteres Lebenselixier aufzusammeln. Mit Hilfe des in einer Ecke stehenden Schwerkraftwandlers war es nun ein Kinderspiel, den Sternenball seiner Bestimmung zuzuführen.
77 Dieser Raum stellte keine besonderen Anforderungen an meine magischen Künste. Mit Leichtigkeit entging ich auch hier den Schergen Mirgals und geleitete den Sternenball ohne Schwierigkeiten zu dem etwas tiefer gelegenen Ausgang.
78 Ich spürte hier zum ersten mal die Präsenz von etwas unvorstellbar Bösem. Das Ziel meiner Reise konnte nicht mehr weit entfernt sein! Erregt kletterte ich nach oben, wo ich eine unsichtbar machende Lampe an mich nahm. Nun befreite ich links oben den Sternenball aus seiner mißlichen Lage und ließ ihn über eine hastig gebaute Brücke auf die Tür zurollen. Als der Ausgang frei war, zerbarst der Sternenball in Millionen einzelne Splitter. Da hatte ich Gewißheit: Meine Reise ist am Ende angelangt. Im nächsten Raum lauert Mirgal, der Drache der Dunkelheit! Ich werde die kümmerlichen Überreste meiner Aufzeichnungen hier für die Nachwelt deponieren. Ich werde den letzten Kampf gegen das Böse wahrscheinlich nicht überleben, aber ich muß versuchen, vor meinem Tode das zu Ende zu bringen, was Quarol damals versagt blieb. Ich fühle eine heitere Gelassenheit, als ich mich entschlossen auf die Tür zubewege, von wo ich das leise Fauchen des Drachens vernehmen kann ...

 

Nachwort des Chronisten

Hier endet Fulgrams letzte Aufzeichnung. Die Forscher, die sie bei einer Ausgrabung unter den Trümmern einer ehemals mächtigen Burg fanden, berichteten von einem Skelett, das sie nahe dieser Schriftrollen fanden. Es sah aus wie die Gebeine eines Menschen, nur viel kleiner. Von den Überresten eines Drachens konnte man aber nichts entdecken.

Vielleicht gelang es Fulgram damals, Mirgal endgültig zu vernichten, und er löste sich spurlos auf. Oder Fulgram versagte, wie einst Quarol. Oder diese ganze Geschichte ist nur ein Märchen, das ein müder Wanderer dereinst erdachte ... Wir wissen es nicht, aber wenn ihr einmal in die Wälder geht und lauscht, vielleicht könnt ihr dann das Raunen des Waldes vernehmen, in dem von den Taten eines heldenhaften Magiers aus dem Volk der Elfen berichtet wird ...

 

Der Trainer

Exklusiv nur für die 64'er-Leser: Der offizielle Trainer zu Spherical! Jetzt könnt ihr Fulgrams Spuren folgen, ohne dabei Energie oder Leben zu verlieren.

Wer hat sich nicht schon grün und blau geärgert, wenn am Ende der zur Verfügung stehenden Leben noch so viele Levels übrig waren? Will heißen, wer würde sich nicht über Unsterblichkeit und unerschöpfliche Energieressourcen bei Spherical freuen?

In Zusammenarbeit mit der Firma Digital Developments und mit freundlicher Genehmigung von Rainbow Arts stellen wir euch ein kleines Programm zur Verfügung, das genau dies verwirklicht! Ihr müßt es nur mit

LOAD "SPHERICAL-CHEAT",8

von unserer Programmservice-Diskette laden, mit RUN starten und anschließend die zweite Seite eurer Spherical-Originaldiskette einlegen. Zweimal <SPACE> drücken – fertig!

Ab jetzt ist Fulgram unsterblich, kann gefahrlos mit jedem beliebigen Gegner in Berührung kommen und verliert keine Energie mehr. Auch nach Drücken der <RUN/STOP>-Taste (dies ist nötig, wenn der Sternenball in eine ausweglose Situation geraten ist) bleibt die Anzahl der Leben erhalten.

Ihr solltet den Trainer allerdings nur dann einsetzen, wenn ihr an einer Stelle des Spiels wirklich nicht mehr weiterkommt. Die Unsterblichkeit Fulgrams geht nämlich zwangsläufig auf Kosten des hohen Spielspaßes.

 

   Spherical-Cheat als gezippte D64-Datei herunterladen (76 KB)

 

(Longplay aus der 64'er 12/1989; Autor: Steve Kups)