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Der
Ring der Nibelungen
8/2002 und 9/2002
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| Wie
alles anfing
Du hast dich schon immer für die Welt
der Sagen, der Ritter und Könige, der Drachen und Schätze interessiert.
So ist es denn kein Wunder, dass
du deinen Urlaub entlang des Rheins verbringst. Wandernd besuchst du alte Burgen und Schlösser, immer auf
der Suche nach deren Geschichte und Geheimnis.
So führt dich dein Weg auch in das
Museum einer sehr alten Burg. Dort bewunderst du einen alten Ring, der
es dir angetan hat. Der Ring ist sehr, sehr alt, grob gearbeitet und
von wundersamer Gestalt. Während du dir noch
Gedanken über den ursprünglichen Träger dieses Schmuckstückes machst,
tritt ein alter, schrulliger Mann zu dir und spricht dich an – ein
Museumsdiener? Er hat dich beobachtet und
bittet dich nun, den Ring an dich zu nehmen. Du weigerst dich, doch die
Überredungskunst des Alten ist so stark, ja fast magisch, dass du doch
endlich mit dem Ring in der Tasche die Burg verlässt. Auch ein altes
Pergament hat der unheimliche Geselle dir mitgegeben, das nun auch in
deiner Jacke steckt.
Müde von deinen Wanderungen lässt du
dich in der Nähe der Burg im Gras nieder, um ein wenig auszuruhen. Wie
von selbst gerät der Ring wieder in deine Hand, und du streifst ihn
über deinen Finger. Neugierig, was wohl in der alten Schriftrolle
steht, rollst du sie auf und beginnst zu lesen:
Uns wird in alten
Mären
Wunders vil geseit
Von Helden lobebären
Von groszer Arebeit
Von Frouden, Hochgeziten
Von Weinen und von Klagen
Von küner Recken striten
Muget ir nu wunder hören sagen. |
Plötzlich überkommt dich eine
unbezähmbare Müdigkeit, und du fällst in einen sehr tiefen,
traumreichen Schlaf. In deinem Traum siehst
du die sehr alte Burg, die sich nun mit Leben gefüllt hat: Mit Rittern
und schönen Burgfrauen.
Aber träumst du wirklich? Ehe du es
noch ganz begreifen kannst, wird dir klar: Irgendeine magische Kraft
hat dich tatsächlich in die Zeit der großen Sagenhelden versetzt. Was
du nur zu träumen glaubtest, ist Wirklichkeit geworden. Und nun begreifst du auch, welche Bewandtnis es mit dem
geheimnisvollen Ring an deinem Finger hat: Er ist nichts Geringeres als
der Ring der Nibelungen!
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Das Abenteuer
So begann mein seltsames Abenteuer. Als ich
voller Verwunderung an mir hinuntersah, entdeckte ich, dass ich in der
Kleidung eines Spielmannes steckte. Sogar eine Fiedel lag neben mir im
Gras! Als ich mir die Umgebung näher ansah, wurde ich in meinem
Empfinden, in die Zeit Siegfrieds zurückversetzt worden zu sein, noch
bestärkt. Alles sah so aus, wie ich es mir immer vorgestellt hatte, und
die Menschen sprachen in ihrem seltsam fremd anmutenden Deutsch von
einem jungen Recken, der in der Nähe von Xanten leben sollte –
Siegfried!
| 1 –
UNS
Ich machte mich dorthin auf, um
zuzusehen, wie der junge Siegfried während der Schwertleite zum Ritter
geschlagen wird. Während der Reise verdiente ich mir etwas Geld mit dem
Spiel auf der Fiedel, die ich intuitiv spielen konnte. Die einzelnen
Lieder hörte ich bei anderen fahrenden Spielleuten. Auf dem Fest wurde
ich gebeten, ein Loblied zu singen. Natürlich rühmte ich die bisherigen
Taten Siegfrieds, die ich aus den Sagen gut kannte. Die Menge war
erfreut – obwohl ich fleißig improvisiert hatte – und das Fest dauerte
sieben Tage, während denen ich mich mit Siegfried anfreunden konnte. Er
hatte vor, auf Abenteuer auszuziehen, und fragte mich, ob ich mich ihm
anschließen wollte. Ich sagte natürlich zu ...
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2 – WIRD
Im Sachsenwald bestanden wir unser erstes
gemeinsames Abenteuer: Beim Schmied Mime erlernten wir das
Schmiedehandwerk und schmiedeten uns als Meisterstück ein Schwert.
Daraufhin bekamen wir von unserem Meister einen Auftrag, den wir im
Osten erledigen sollten.
| 3 –
IN
Im von Mime bezeichneten Gebiet
wimmelte es nur so von Kröten, Drachen und anderem Getier. Einen der
Drachen töteten wir mit unseren Schwertern. Dies war einigermaßen
einfach zu bewerkstelligen, jedoch mussten wir bei Fafnir, dem
Urdrachen, all unseren Mut zusammennehmen. Wir wussten, dass Fafnir nur
am Bauch verwundbar war, und stießen dem Drachen unsere Schwerter in
den Leib. Daran anschließend badeten wir in seinem Blut.

Der gar schröckliche Drache
muss besiegt werden!
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4 – ALTEN
Auf unseren weitere Wanderungen durch den
Sachsenwald stießen wir auf ein Zwergenvolk, das Volk der Nibelungen.
Ihr König bat uns, die Nibelungen von einem Lindwurm zu befreien, der
sie bereits seit langem terrorisierte. Wir sagten zu und töteten das
Untier dank unserer Schwerter mit Leichtigkeit. Nach unserem Sieg
wurden wir gebeten, einen Streit zwischen zwei verfeindeten
Zwergensippen um den Nibelungenhort zu schlichten. Wir taten das, indem
wir den Schatz gerecht aufteilten. Nach einem kleinen Gefecht, das für
Siegfried und mich eher ein großer Spaß war, bot uns der Schatzmeister
der Nibelungen an, über Reich und Schatz zu herrschen. Dies nahmen wir
an, und zum Dank erhielten wir zwei großartige Geschenke: Eine
Tarnkappe und das Schwert „Balmung“.
| 5 –
SAGEN
Da wir inzwischen zu legendärem Ruhm
gelangt waren, beschlossen wir, langsam in die Nähe von Xanten
zurückzukehren. Während der Feiern hörte Siegfried von der schönen und
tugendhaften Kriemhild. Er beschloss, um sie zu werben. Dazu wurde er,
der Tradition gemäß, von zwölf Recken begleitet. Um sie gebührend
auszurüsten, ließen wir uns beim Waffenschmied 13 Helme und Rüstungen,
13 Lanzen und Schilde sowie zwölf Schwerter aushändigen. Dann bestiegen
wir unsere Pferde und ritten, reichlich mit Geschenken beladen, von
dannen. Am Rhein bauten wir ein Schiff und segelten stromaufwärts, um
möglichst rasch nach Worms zu gelangen.
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6 – VIEL
Nach einer siebentägigen Reise trafen wir
in Burgund, dem Reich König Gunthers ein und wurden von vielen
ruhmvollen Helden begrüßt. Auch der erste Lehnsmann und Berater
Gunthers, Hagen von Tronje, war dabei. Wir grüßten ihn ehrfürchtig,
woraufhin wir gern gesehene Gäste am Hofe König Gunthers wurden.
Insgesamt blieben wir ein Jahr lang dort, und während dieser Zeit sah
Siegfried Kriemhild nicht einmal. Trotzdem verliebte sie sich in ihn.
| 7 –
VON
Der Sachsenkönig Lüdeger und der
Dänenkönig Lüdegast überbrachten nach einem Jahr des Müßiggangs einen
Fehdebrief. Um Gunther von unseren ehrlichen Absichten zu überzeugen,
boten wir ihm unsere Hilfe an. Mit rund 1.000 Recken stellten wir uns
der vierzigfachen Übermacht im Odenwald. Eine Schlacht zwischen uns
1.014 Streitern und den 40.560 Kämpen des Feindes entspann sich, die
jedoch dank Siegfried und mir siegreich ausging. Die beiden feindlichen
Könige nahmen wir als Gefangene mit nach Worms, wo uns König Gunther
voller Dankbarkeit empfing.
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8 – GROSSEN
Ungefähr sechs Wochen nach der Odenwälder
Schlacht, während der Pfingstzeit, traf Siegfried im Verlauf eines
Festes Kriemhild zum ersten Mal. Mir wurde die Ehre zuteil, die holde
Maid Kriemhild zu Siegfried führen zu dürfen. König Gunther gab die
Verlobung der beiden bekannt und schenkte den gefangenen Königen
Lüdeger und Lüdegast aus diesem Anlass die Freiheit.

Die Braut möchte mit ihrem
richtigen
Namen angesprochen werden …
| 9 –
WUNDERN
König Gunther wollte selbst heiraten,
nachdem er gesehen hatte, wie viel Freude eine Ehe bringen konnte.
Seine Wahl fiel auf die Walküre Brunhild, die im fernen Isenland lebte.
Sie hatte jedoch geschworen, nur denjenigen zu heiraten, der sie im
Zweikampf besiege würde ... Ein heikles Geschäft! Selbstlos bot ich an,
König Gunther zu helfen, wenn er dafür die Hochzeit zwischen Siegfried
und Kriemhilde bewilligen würde. Er stimmte zu.
Nach zwölf Schiffsreisetagen sahen
wir die Burg Isenstein am Horizont. Brunhild ließ allen Burgunden
sicherheitshalber die Waffen abnehmen. König Gunther benötigte unsere
Hilfe dringend! Was konnten wir tun? Ich schlich mich aufs Schiff und
holte die Tarnkappe, die uns nun sicherlich gute Dienste leisten würde.
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10 – ERZAEHLT
Der Zweikampf bestand aus drei Disziplinen:
Speerwurf, Steinwurf und Dreisprung. Ich unterstützte Gunther mit Hilfe
der Tarnkappe, so dass er die Wettbewerbe gewann. Brunhild durchschaute
die List jedoch, so dass wir vom Volk der Nibelungen im Sachsenwald
Hilfe erbeten mussten. Dort wollte Siegfried die Wachsamkeit seines
Schatzmeisters Alberich testen und gab sich nicht zu erkennen. Alberich
ist uns jedoch treu geblieben und gab uns 1.000 Zwerge als Verstärkung
mit. Schnell kehrten wir zu Burg Isenstein zurück, um den bedrängten
Gefährten zu Hilfe zu kommen. Dort stellten wir fest, dass sich die
Brautleute inzwischen friedlich geeinigt hatten und die Brautfahrt nach
Worms bereits vorbereitet wurde.
| 11 –
VON
Als Boten Gunthers ritten Siegfried
und ich nach Worms, um die frohe Kunde zu verbreiten. Im Namen des
Königs unterrichteten wir Gunthers Mutter Ute und seine Schwester
Kriemhild von der bevorstehenden Hochzeit. Die Nachricht wird erfreut
aufgenommen, und es wird alles vorbereitet.
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12 – HELDENRUHM
Gunther heiratete Brunhild und Siegfried
Kriemhild. Es wurde ein rauschendes Fest. In der Hochzeitsnacht
fesselte aber Brunhild, die Gunthers List durchschaut hatte, ihren
Gemahl und hängte ihn die ganze Nacht über an die Wand. Gunther
vertraute sich Siegfried und mir an, und in der nächsten Nacht
schlichen wir, durch unsere Tarnkappen unsichtbar, mit ins Schlafzimmer
der Eheleute. Gemeinsam überwältigten wir die störrische Brunhild, und
fortan fügte sie sich ihrem Mann. Als Belohnung erhielten wir von
Gunther ihren Armreif sowie ihren Gürtel.
| 13 –
UND
Nach den zwölftägigen Hochzeitsfeiern
zog Siegfried mit seiner jungen Frau zurück nach Xanten. Sein Vater
übergab ihm die Krone und damit die Regentschaft des Reiches. Die
nächsten zwölf Jahre vergingen, und dem Volk ging es unter Siegfrieds
Herrschaft gut. Dann gebar Kriemhild einen Sohn, der nach seinem Onkel
Gunther genannt wurde. Mir wurde die Ehre zuteil, Taufpate sein zu
dürfen.
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14 – GROSSEN
Gunther lud auf Anraten seiner Gemahlin
Siegfried und Kriemhild zu sich nach Worms ein. Beide wurden zur
Sonnenwende eingeladen. Mit 1.000 Edlen im Gefolge zogen wir
rheinaufwärts, um der Einladung Folge zu leisten.
| 15 –
TATEN
Die Wiedersehensfreude war groß,
jedoch gerieten die beiden Königinnen Brunhild und Kriemhild
miteinander in Streit. Während Brunhild meinte, dass Siegfried
Lehensmann Gunthers sei und demnach zinspflichtig sei, behauptete
Kriemhild, Siegfried sei der eigentliche Bezwinger Brunhilds in der
Hochzeitsnacht gewesen. Da Brunhild Beweise dafür verlangte, legte
Kriemhild Brunhilds Armreif und ihren Gürtel vor. Obwohl Siegfried
daraufhin schwor, dass nicht er Brunhild bezwungen habe (eigentlich war
ich es ja gewesen...), ist Brunhild tief gekränkt. Hagen, der erste
Lehensmann Gunthers, schmiedete daraufhin mit Brunhild ein Komplott
gegen Siegfried, um Rache zu nehmen.

Der Streit der Königinnen
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16 – VON
Siegfried sollte ermordet werden! Hagen
schickte falsche Boten zu Gunther, die ihm Fehdebriefe des
Sachsenkönigs überbrachten. Nachdem Siegfried wiederum seine Hilfe
angeboten hatte, fragte Hagen dessen Frau nach Siegfrieds verwundbarer
Stelle, um ihn besser schützen zu können. Kriemhild nähte ein Kreuz auf
die einzige Stelle, an der Siegfried verwundbar war: Zwischen den
Schulterblättern, wo ihm während des Badens im Drachenblut ein Blatt
hingefallen war.
Durch weitere falsche Boten ließ Hagen die
Fehde widerrufen und schlug dem nach Abenteuern dürstenden,
enttäuschten Siegfried eine Jagd im nahegelegenen Odenwald vor.
| 17 –
FREUDEN
Während der Jagd wurden scharf
gewürzte Speisen vorgesetzt, aber Hagen hatte keine Getränke mitnehmen
lassen. Also schlug er einen Wettlauf zu einem nahegelegenen Bach vor,
den Siegfried gewann. Er wollte jedoch König Gunther den Vortritt
lassen. Nachdem Gunther getrunken hatte, beugte sich auch Siegfried, um
zu trinken. Da stieß ihm Hagen einen Speer an der Stelle in den Leib,
den Kriemhild mit dem Kreuz bezeichnet hatte. Ich konnte nichts tun,
als Siegfried zu versprechen, dessen Frau zu beschützen.
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18 – UND
Fortan begleitete ich Kriemhild, wie ich es
dem Freund versprochen hatte. Hagen selbst legte ihr den Leichnam zu
Füßen. Auf Kriemhilds Geheiß reiste ich nach Xanten zu Siegfrieds Vater
Siegmund, um ihn nach Worms zu geleiten. Nach der dreitägigen
Totenwache und der feierlichen Bestattung des Helden zog sich Kriemhild
zurück und spendete aus dem Nibelungenhort, den ich seinerzeit mit
Siegfried erbeutet hatte, reichlich an Arme und Bedürftige.
| 19 –
HOCHZEITEN
Da Siegfrieds Wunde wieder
aufgebrochen war, als Gunther und Hagen an sein Totenbett getreten
waren, wusste Kriemhild, dass die beiden Siegfrieds Mörder waren. Daher
sprach sie vier Jahre lang kein Wort mit ihnen. Zudem versuchte sie,
durch Spenden an die richtigen Leute eine Anhängerschaft aufzubauen,
die sie für ihre Rache zu nutzen gedachte. Da Hagen in der wachsenden
Macht Kriemhilds, deren Basis er im Nibelungenhort sah, eine Gefahr
witterte, raubte er ihn kurzerhand und versenkte ihn im Rhein. Da
Kriemhilds Macht nun gebrochen war, beschloss sie, ins Kloster Lorch zu
gehen, das ihre Mutter Ute gestiftet hatte, und fortan als Nonne zu
leben.
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20 – VON
Etzel, der große hunnische Feldherr, hatte
nach dem Tod seiner Frau beschlossen wieder zu heiraten. Seine Wahl
fiel auf Kriemhild. Rüdiger von Bechelaren reiste als Brautwerber nach
Burgund. Nachdem er Kriemhild Treue geschworen hatte, willigte sie,
immer noch an Rache denkend, in die Heirat ein. Daraufhin wurde die
Brautfahrt angetreten.
| 21 –
LEID
Bei Passau begrüßten Dietlind und
Gotlind, Tochter und Gemahlin des Brautwerbers, den Zug.
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22 – UND
Der Bräutigam, Etzel (auch Attila genannt),
ritt seiner zukünftigen Gemahlin entgegen. In der Nähe von Wien trafen
die Züge aufeinander. Pfingsten wurde die Hochzeit zu Wien gefeiert. 16
Tage zogen sich die Feierlichkeiten hin.
| 23 –
KLAGE
Kriemhild gebar ihrem Mann einen Sohn
mit Namen Ortlieb. Da ich die Mutter schützte, gab ich auch auf den
Sohn acht. Um endlich Rache nehmen zu können, überredete Kriemhild
ihren Mann, die Burgunden an den Hof Etzels einzuladen. Besonders
wichtig ist ihr, dass Hagen von Tronje – Siegfrieds Mörder – mitkommt.
Die Einladung wird an Gunthers Hof sieben Tage lang beraten und
schließlich gegen den Rat Hagens angenommen.
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24 – UND
Zusammen mit 10.000 Kämpen und dem
Spielmann Volker von Alzey zogen die drei Burgunderkönige gen
Etzelburg. Ein Orakel weissagte Hagen, dass nur der Kaplan die Heimat
lebend wiedersehen werde. Um es zu prüfen, warf er den Kaplan während
der Überfahrt in die Fluten des Rheins. Doch er erreichte das rettende
Ufer und kehrte in seine Heimat zurück...
| 25 –
VOM
Volker von Alzey führte den Zug der
Burgunder weiter in Richtung Osten. Bischof Pilgrin bewirtete die
Reisenden unterwegs.

Eine Rast während der
Brautfahrt
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26 – KUEHNEN
Auf der Burg des Brautwerbers
Rüdiger von Bechelaren in der Nähe von Pöchlarn wurde eine weitere Rast
eingelegt. Hier verliebte sich der Burgunderkönig Giselher in Rüdigers
Tochter Dietlind. Daraufhin wurde beschlossen, die beiden Liebenden zu
verloben. Nach der Verlobung verteilte Rüdigers Gemahlin Gotlind
großzügig Geschenke.
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27 –
STREIT
Bei der Ankunft im Land
der Hunnen wurde die Reisegesellschaft von Dietrich von Bern, dem
edelsten Recken aus der Gefolgschaft Etzels, begrüßt. Er warnt die
Burgunder gleichzeitig vor Kriemhilds Rache. Diese Warnung war jedoch
vergeblich. Kriemhild selbst begrüßte lediglich ihren jüngsten Bruder
Giselher mit einem Kuss. Daraufhin weigerten sich die Burgunder, ihre
Waffen abzulegen, wie es die Sitte eigentlich erfordern würde. Nachdem
sich Hagen von Tronje und Dietrich von Bern als Waffenbrüder die Hand
gereicht hatten, erkannte auch Etzel den von Tronje wieder, da dieser
einst als junger Ritter Geisel am Hofe Etzels war. Im Anschluss an die
Begrüßung richteten sich die Gäste im Gästehaus ein.
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28 – DER
Gerade hatte Hagen von Tronje
mit Volker von Alzey Waffenbrüderschaft bis zum Tode geschlossen, als
Kriemhild mit ihm sprechen wollte. Er gestand ihr ohne Scheu den Mord
an ihrem ersten Gemahl Siegfried. Die von Kriemhild gedungenen Mörder
verrichteten ihr Werk jedoch nicht, da sie vor der Kampfkraft Hagens
zurückschreckten. Während der Festtafel an Etzels Hof legte dieser Wert
darauf, mit „Attila“ angeredet zu werden.
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29 –
RECKEN
Nach dem Festmahl
hielten Hagen und Volker vor dem Gästehaus Wache. Durch das traurige
Spiel Volkers auf der Fiedel wurden die hunnischen Kämpen davon
abgehalten, die Burgunder anzugreifen. Bei den Festspielen, die am
darauffolgenden Tag stattfanden, tötete Volker einen jungen hunnischen
Fürsten, der ihn angeblich provoziert hatte. Etzel schlichtete den
Streit jedoch, bevor es zum offenen Kampf kommen konnte. Bei einem
Essen an Etzels Tafel sagte Hagen Etzels Sohn Ortlieb dessen baldigen
Tod voraus.
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30 – MOEGT
Kriemhild konnte den Bruder
Etzels, ihren Schwager Blödelin, mit dem Versprechen eines eigenen
Königreiches zum Kampf gegen die Burgunder überreden. Blödelin
provozierte beim Essen einen Streit mit den Burgundern. Der Kampf
begann, und nur Hagens Bruder Dankwart von Tronje konnte, schwer vom
Kampf gezeichnet, aus der Halle entkommen und die Nachricht vom Kampf
in den Speisesaal des Hunnenkönigs bringen. Hagen tötete daraufhin, vom
Zorn gepackt, Etzels Sohn Ortlieb und erfüllte seine eigene
Prophezeiung. Etzel und Kriemhild konnten Hagens Zorn lediglich deshalb
entkommen, weil sie Dietrich von Bern bei ihrer Flucht schützte.

Der Kampf entbrennt
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31 –
IHR
Nach der Schlacht im
Speisesaal, die kein einziger Hunne überlebte, ließen die Burgunder die
hunnischen gefallenen vor die Tür legen. Hagen beleidigte dabei den
Hunnenkönig Etzel, indem er dessen Reitervolk schmähte. Daraufhin
findet ein Zweikampf zwischen dem Dänenkönig Iring und dem
Burgunderkönig Giselher statt, den der Burgunder gewinnt. Auch die
dänischen Fürsten Hawart und Irnfried verlieren ehrenhafte Zweikämpfe
gegen die Burgunder.
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32 – NUN
Als die Burgunder, vom Kampf
ermattet, darum baten, die Kämpfe im Freien ausfechten zu dürfen,
verweigerte ihnen Kriemhild diese Bitte. Sie versprach jedoch, die
Kämpfe abzubrechen, wenn die Burgunder ihnen den Mörder Siegfrieds,
Hagen von Tronje, auslieferten. Da sich Gunther weigerte, seinen
treuesten Lehensmann preiszugeben, ließ Kriemhild die Halle anzünden.
So hatten die Burgunden gegen zwei Feinde zu kämpfen: Gegen die Hunnen
und gegen das Feuer. Rüdiger von Bechelaren versuchte noch einmal,
zwischen den verfeindeten Parteien zu vermitteln. Kriemhild lehnte
dessen Ansinnen jedoch ab und erinnerte ihn an seinen Wormser Eid, der
ihn zwang, nun selbst gegen die Burgunden in die Schlacht zu ziehen –
und dies, obwohl er seine Tochter mit dem jüngsten Burgunderkönig
verlobt hatte, als dieser bei ihm zu Gast war! Schweren Herzens trat
Rüdiger gegen Gernot, neben Gunther und Giselher der dritte der
Burgunderkönige, an. Beide starben.

Kriemhild lässt Feuer legen
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33 –
DIE
Dietrich von Bern
trauerte um seinen Waffengefährten Rüdiger und schickte seinen
Waffenmeister Hildebrand, um die Burgunden zu bitten, dessen Leichnam
herauszugeben. Doch die Abordnung ließ sich provozieren, und es begann
ein Kampf, den lediglich Hildebrand überlebte. Als Dietrich von dem
Massaker erfuhr, entschloss er sich, nun gegen die Burgunden zu kämpfen
...
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34 – WUNDER
Dietrich und Hildebrand
stellen sich nun dem Zweikampf gegen die beiden letzten lebenden
Burgunden: König Gunther und Hagen von Tronje. Die Burgunden wurden
überwältigt und als Gefangene vor Kriemhild gebracht. Sie bot Hagen die
Freiheit, wenn er die Lagerstatt des Hortes verraten würde. Doch Hagen
schwieg und verhöhnte die Königin, so dass sie ihn mit dem Schwert
Balmung niederstach, das Siegfried einst von Alberich erhalten hatte.
Kurz bevor Hagen starb, flüsterte er mir den Ort zu, an dem der Hort
lag. Er hatte mich dessen für würdig befunden, da ich mich seinerzeit
von Kriemhild losgesagt hatte und zu einem treuen Gefolgsmann der
Burgunden geworden war, der sie vor der Rache Kriemhilds gewarnt hatte.
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35 –
HOEREN
Dietrich von Bern
versetzte, in tiefstem Schmerz und Zorn über den Verlust der
Kampfgefährten, der letzten Burgundin Kriemhild ebenfalls den
Todesstoß. Des Blutes und des Mordens überdrüssig, legte ich den Ring
der Nibelungen, der mich in diese Zeit zurückversetzt hatte, nach so
vielen Jahren ab und wurde wieder ins Heute versetzt. Meine Erinnerung
an diese Zeit war jedoch noch lebendig – ebenso wie die Kenntnis über
den Aufenthaltsort des Nibelungenhortes!

Die Rückkehr in die Gegenwart
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36
(Die Fahnen 36 und 37
erscheinen erst dann, wenn die Abenteuer 1-35 bestanden sind!) Nach dem
Abstreifen des Ringes erwachte ich genau dort, wo ich „eingeschlafen“
war. Dies musste, der Beschreibung Hagens nach, die Burg seiner Väter
sein...
Ich beschloss, das Wagnis und
die Kosten einer Schatzsuche auf mich zu nehmen und zu versuchen, den
Hort zu bergen. Nachdem ich mir von der Bank Geld geliehen hatte,
kaufte ich ein Boot und eine Taucherausrüstung, um mein Vorhaben zu
realisieren.
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37
Tatsächlich fand ich die
riesige Truhe an der von Hagen bezeichneten Stelle. Doch ich konnte sie
aufgrund ihres Gewichtes nicht bergen. Daher kaufte ich einen Kran und
montierte ihn auf dem Boot. Danach füllte ich die Flaschen wieder mit
Luft, damit mir die Puste beim erneuten Tauchgang nicht ausging. Ich
brachte den Kran in die richtige Position und barg die Truhe. Sie ließ
sich jedoch nicht öffnen! Es musste ein Zauber auf ihr liegen. Erst als
ich den Namen „Alberich“ ausgesprochen hatte, gab die Truhe den Hort
frei. Ich hatte es geschafft!

Der Nibelungenhort!
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Doch auch heute noch, nach so
vielen Jahren des Lebens im Wohlstand, wünsche ich mich manchmal zurück
in diese raue Zeit, in der sich ein Mann noch an sein Wort gebunden
fühlte und Freunde noch Freunde waren …

Der Ort des Geschehens (für
eine großformatige Karte Bild anklicken)
(Longplay aus der GO64! 8/2002 und 9/2002;
Autor: Harald Horchler)
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