Reeder leben gefährlich – ohne ASM! Zu Beginn werden Sie gefragt, wie lange Sie spielen möchten. Wählen Sie erst einmal eine Stunde Spielzeit. Läuft's dann später gut, können Sie trotzdem nach Wunsch weiterspielen, ohne daß das Spiel zu Ende ist. Der Anfängerlevel ist schon schwer genug, also beginnen wir auch damit. Ich habe für diese Kopfnuß eine Partie mit vier Leuten realisiert, die jeder für sich eine andere Taktik verfolgen wollen, um herauszufinden, welche später am erfolgversprechendsten ist.
Natürlich weicht auch die Handelsflotte der vier Mitspieler voneinander ab, da jeder auf andere Weise ausprobieren möchte, ob er mit der eigenen Taktik besser und schneller zum Ziel kommt:
Nachdem alle ihre entsprechenden Investitionen getätigt haben, kann's endlich losgehen. Jetzt drücke ich auf „Start Action“, und das Spiel beginnt. Reeder 1 hat einen Kontostand von drei Millionen Dollar und sein Schiff hat einen noch relativ guten Zustand von 80 Prozent. Dieses Schiff hat übrigens noch 1.187 t Treibstoff im Tank (was etwa 40 Prozent der Gesamtkapazität beträgt). In Karachi kostet das Öl 110 Dollar pro Tonne, und er tankt erstmal voll. Das kostet ihn runde 200.000 Dollar. Er hält es für ratsam, auch noch fünf Prozent des Schiffszustandes zu verbessern und repariert den Tanker im Hafen entsprechend. (Ein Prozent Reparatur kostet 44.600 Dollar). Die Reparatur dauert entsprechend lange, und nun kommt Reeder 2 an die Reihe. Dieser besitzt ja zwei Schiffe, wobei sein erstes Schiff einen Gesamtzustand von 59 Prozent aufweist und sein Tank mit rund 1.100 t etwa ebenfalls zu 40 Prozent voll ist. Ihm stehen momentan noch zwei Millionen Dollar zur Verfügung. In Rotterdam kostet das Öl zur Zeit nur 89 Dollar pro Tonne, und so wird erst einmal vollgetankt (für rund 170.000 Dollar). Da der Reparaturstand des Frachters mit nur 59 Prozent ziemlich schlecht ist, möchte auch er erstmal reparieren. Je Prozent kostet ihn das rund 30.000 Dollar, und er entschließt sich, um insgesamt 25 Prozent aufzubessern. Jetzt hat er Gelegenheit, sein zweites Schiff unter die Lupe zu nehmen, und dies sieht ähnlich aus wie Frachter 1 (59 Prozent Gesamtzustand). Der Tankinhalt beträgt 1.264 t, und das entspricht etwa 50 Prozent des Gesamtvolumens. Er stellt fest, daß das Öl jetzt sogar noch billiger ist, und zwar 79 Dollar pro Tonne, und er tankt voll (Kosten rund 100.000 Dollar). Jetzt ist ihm an Kapital noch genau eine Million verblieben, und er repariert sein Schiff nur noch für 15 Prozent. Beim Blick auf die stark gesunkenen Reparaturpreise (jetzt nur noch 12.800 Dollar je Prozent) ändert er sein Vorhaben und setzt das Schiff auch mit zusätzlichen 25 Prozent wieder instand. Nun erscheint anschließend der Hafen von New York auf dem Bildschirm, und Reeder 3 ist an der Reihe. Dieser hat sich ja drei Billigschiffe gekauft. Die sehen der Reihe nach so aus: Schiff 1, Gesamtzustand 59 Prozent und Tankinhalt 1658 t (rund 70 Prozent). Der Treibstoff kostet in New York zur Zeit 118 Dollar pro Tonne, und er tankt voll. Kosten hierfür: rund 100.000 Dollar. Jedes zu reparierende Prozent seines Schiffes kostet momentan 14.800 Dollar. Er entschließt sich auch zu 25 Prozent. Nun ist sein zweites Schiff an der Reihe: 59 Prozent Zustand und 1.852 t Tankinhalt. Der Ölpreis ist in der Zwischenzeit auf 151 Dollar je Tonne gestiegen. Da der Tank noch gut dreiviertel voll ist, spart er das Geld in der Hoffnung, im Zielhafen einen günstigeren Kurs zu erreichen. Aber auch Schiff zwei wird für 25 Prozent zusätzlich repariert (die Kosten sind dieselben geblieben). Inzwischen ist sein drittes Schiff an der Reihe, und er muß überrascht feststellen. daß dies nur noch 144 t Treibstoff im Tank hat. (Tja, sogar dies kann später das Zünglein an der Waage sein). Beim Gebrauchtwagenkauf freut man sich ja auch immer, wenn vorher noch vollgetankt wurde – bei einem Frachtschiff fällt das natürlich eher ins Gewicht! Er hofft jetzt auf gesunkene Ölpreise und hat tatsächlich Glück: Der Ölpreis liegt nur noch bei 64 Dollar pro Tonne. Ein halbvoller Tank kostet ihn bereits rund 70.000 Dollar, und so überlegt er, ob er trotzdem volltanken soll. Da jedoch der Preis so schnell wohl nicht mehr unterboten werden kann, riskiert er die höheren Unkosten (insgesamt schon 150.000 Dollar nur fürs Volltanken!). Finanziell liegt er nun bei einer Million und beschließt, auch dieses Schiff mit 25 Prozent Reparatur aufzumöbeln. Gesagt – getan, und nun ist Reeder 4 an der Reihe. Dieser hat sich ja das teuerste Schiff geleistet und muß nun mit ansehen, wie er mit null Dollar Kapital und nur 632 t Treibstoff im Tank in Hong Kong vor Anker liegt. Immerhin beträgt sein Schiffszustand 80 Prozent. Er muß zwangsläufig alles so lassen, wie es ist und abwarten, was passiert. Nach dem Befehl „Charter“ hat er die Auswahl aus drei Warengruppen und sechs Zielhäfen zum Anlaufen. Da er mit kurzen Wegstrecken kalkulieren muß, wählt er die kürzeste Distanz: den Hafen von Sydney. Dorthin kann er Maschinen liefern und erhält dafür gut 300.000 Dollar. Er drückt auf das Menü „LOAD“, und sein Schiff wird beladen. Kurz darauf erscheint eine neuer Abschnitt auf dem Bildschirm, und es wird die Frage gestellt, ob er mit Schlepperhilfe ablegen will oder dies lieber per Handsteuerung vornehmen möchte. Da er nicht kapitalkräftig genug ist, muß er wohl zur Handsteuerung greifen und bestätigt dies auch. Das Manövrieren von Hand ist oftmals schweißtreibend, aber er hat Glück und schafft es in der vorgeschriebenen Zeit, zumindest rückwärts (was ja erlaubt ist), auszulaufen. Nun erscheint wieder ein neues Bild, und er kann die Höchstgeschwindigkeit auf seiner Reise wählen. Je schneller er fährt, desto mehr Treibstoff verbraucht er, aber desto schneller ist er auch am Ziel. Er wählt eine mittlere Geschwindigkeit von 13 Knoten und schafft so rein rechnerisch auch die Entfernung. Jetzt ist Reeder 1 an der Reihe. Sein Frachter ist fertig repariert und bereit, Ladung aufzunehmen. Ihm stehen jedoch in Karachi nur zwei Warengruppen (Agrarprodukte und Textilien) zur Verfügung, und vier Zielhäfen werden dort angeboten. Ein Termingeschäft: Agrarprodukte nach Vancouver brächte den höchsten Gewinn von knapp 500.000 Dollar. Die Fracht muß innerhalb von 37 Tagen abgeliefert worden sein, da sonst eine Zeitüberschreitungsstrafe pro Tag von rund 55.000 Dollar fällig wird. Dies erscheint ihm zu riskant, zumal die große Entfernung von fast 12.000 Seemeilen eine Menge Treibstoff verbraucht. Reeder 1 entschließt sich also, zwei Tage zu warten und auf ein besseres Angebot zu hoffen. Natürlich laufen alle festen Kosten in dieser Zeit weiter, so daß auch dieses Vorgehen nicht ohne Risiko ist. Dennoch bleibt er dabei. Durch den Befehl „LAY UP“ gibt er zwei Tage Wartezeit vor. Nach dieser Frist erscheint er wieder auf dem Bildschirm, und nun stellt sich für ihn die Frage nach den neuen Angeboten. Enttäuscht stellt er fest, daß nun nur noch Textilien für eine Lieferung angeboten werden und der Preis noch schlechter ausfällt. Wer A gesagt hat, sollte auch B sagen, und so wartet er weitere zwei Tage auf neue Angebote. Reeder 4 kommt in der Zwischenzeit in ein Sturmgebiet und muß nun entscheiden, ob er auf dem Weg nach Sydney lieber einen Umweg in Kauf nimmt. Die Windstärke nach der Beaufort-Skala beträgt 10, und er entscheidet sich weiterzufahren, ohne einen Umweg in Kauf zu nehmen. Er hat Pech und schafft es nicht, ohne Schaden einen Sturm zu passieren. Nun meldet sich Reeder 1 wieder zurück, der immer noch auf bessere Tage, sprich Angebote, wartet. Ein Blick auf „CHARTER“ zeigt jedoch, daß zwar inzwischen wieder zwei Waren angeboten werden, der Preis aber immer noch unakzeptabel ist. Weitere zwei Tage werden verstreichen. Nun ist es an der Zeit, mal in den Büros der Reeder nach dem Rechten zu schauen (läßt man sich längere Zeit nicht im Büro sehen, kann es passieren, daß Gelder veruntreut werden). Weiter geht's mit Reeder 1 in Karachi, der jetzt fast zu jedem Lohn auslaufen will. Er wählt den Zielhafen Piräus und schippert Textilien für rund 100.000 Dollar hinüber. Die Entfernung beträgt jedoch nur 3.590 Seemeilen. Als er ablegen will, fragt man ihn nach einem kleinen Sondergeschäft. Er will sich wenigstens mal anhören, was da so angeboten wird, und zeigt Interesse. Man erwartet, daß er für 10.000 Dollar einen kleinen Koffer mitnimmt. Dieses Risiko erscheint ihm jedoch bei der geringen Bezahlung zu groß, und er lehnt ab. Nun folgt Reeder 2 in Rotterdam. Dieser hat fünf Zielhäfen und sechs Warengruppen zur Auswahl. Die günstigste Kombination ist eine Tour Chemikalien nach Kalkutta (dabei hat er sowohl Glück mit dem höchsten Preis und der relativ günstigen Entfernung von 8.639 Seemeilen). Er erhält runde 950.000 Dollar für die Fracht. Auch ihn fragt man nach einem Sondergeschäft (ebenfalls der Koffer für 10.000 Dollar). Aber er lehnt ab, auch als der Preis verdoppelt wird. Jetzt ist wieder Reeder 2 in Rotterdam an der Reihe. Sein zweites Schiff kann beladen werden. Der dickste Brocken bei acht Warengruppen und fünf Zielhäfen ist ein Waffentransport nach Tokio für einen Kurs von 926.544 Dollar. Er wählt den Befehl „LOAD“, und wieder fragt jemand nach einem Sondergeschäft. Es geht erneut um einen Koffer (was da wohl drin ist?). Nachdem der Preis auch hier verdoppelt wurde, willigt Reeder 2 mehr aus Neugier ein. Als Nächster ist Reeder 3 in New York an der Reihe. Ihm bietet sich ein Bild von acht Zielhäfen und sieben Warengruppen. Die beste Tour wäre Elektronik nach Jebel Dhanna zum Preis von gut 600.000 Dollar. Er greift zu und belädt den Frachter. Danach ist er mit seinem zweiten Schiff an der Reihe und kann zu ähnlichen Konditionen die gleiche Fracht in denselben Zielhafen fahren. Zuletzt ist sein drittes Schiff an der Reihe, wobei jetzt die Elektronikfrachten wegfallen. Hier wäre eine Terminfahrt, auch nach Jebel Dhanna, mit Textilien wohl am günstigsten. Die Frist beträgt 37 Tage und die Entfernung 8.517 Seemeilen. Er denkt, daß dies doch wohl zu schaffen sein müßte, und willigt ein. Die Zeitstrafe beträgt pro Tag 65.000 Dollar, also muß schon volle Geschwindigkeit gefahren werden, um sicher zu gehen. Der nächste Reeder ist Reeder 1, der in Karachi ablegen muß. Da ihm noch Geld geblieben ist, möchte er mit Schlepperhilfe ablegen, muß jedoch leider zur Kenntnis nehmen, daß gerade die Schlepperkapitäne streiken und er doch zur Handsteuerung greifen muß. Zähneknirschend willigt er ein. Ohne Probleme kann er auslaufen. Die Reise nach Piräus würde bei Höchstgeschwindigkeit nur acht Tage dauern. Da kein Termingeschäft vorliegt, wählt er eine langsame Fahrt mit nur zehn Knoten Geschwindigkeit (damit ist er 14 Tage unterwegs). Reeder 2 wird aufgefordert, sein zweites Schiff in Rotterdam auslaufen zu lassen. Er entscheidet sich für die Schlepperhilfe und hat Glück, daß die Kapitäne diesmal nicht streiken. Sein Zielhafen ist Tokio, und er fährt keine Terminfracht, also kann er es auch etwas langsamer angehen lassen, um so zu hohe Spritkosten zu vermeiden. Mit zwölf Knoten von maximal 15 Knoten tritt er die Reise an, welche nach Plan rund 40 Tage dauern wird. Der nächste ist Reeder 3 mit seinem ersten Schiff beim Auslaufen in New York. Die Schlepperhilfe klappt, und er wählt eine Reisegeschwindigkeit von zehn Knoten nach Jebel Dhanna. Auch das zweite Schiff fährt mit dieser Geschwindigkeit, nur die dritte Tour, eine Terminfracht, wird mit Höchstgeschwindigkeit abgewickelt. Dann tritt wieder Reeder 2 mit seinem zweiten Schiff auf den Plan und muß in Rotterdam ablegen. Jetzt streiken mal wieder die Schlepperkapitäne, und er muß zur schwierigen Handsteuerung greifen. Diese entpuppt sich als wirklich sehr haarig, da er aus sehr beengter Position den Frachter heil herausmanövrieren muß. Dennoch schafft er es ohne Schaden. Seine Fracht nach Kalkutta ist auch ohne festen Termin, so daß auch er ein wenig die Geschwindigkeit drosselt (10 von 15 Knoten, anstelle von 67 t nur noch 20 t Treibstoff, aber anstelle von 23 Tagen nun 35 Tage Fahrt). Jetzt sind also alle Reeder fertig und alle Schiffe unterwegs. Der nächste Zwischenfall ereignet sich bei Reeder 3, als er vom Sturm überrascht wird. Er entscheidet sich, bei Windstärke acht durchzufahren und hat im Gegensatz zu Reeder 4 mit allen Schiffen Glück. Als Erster ist Reeder 4 am Zielhafen angelangt und muß nun wieder per Handsteuerung anlegen. Bedingt durch seine knappe finanzielle Situation gibt er sich besonders viel Mühe und schafft es auch ohne Komplikationen. Die nächste Meldung erreicht Reeder 1 mit dem Hinweis, daß er auf seiner Route den Suezkanal durchfahren muß und dieses ihn 70.000 Dollar kostet (wenn man bedenkt, daß das Programm mit aktuellen Zahlen arbeitet, kann man sich vorstellen, was Israel hier für Geld macht). Reeder 4 hat mittlerweile seinen Frachter entladen und die Summe von rund 300.000 Dollar kassiert. Durch den Sturm ist sein Schiff allerdings beim Gesamtzustand entsprechend zurückgefallen, und nach der Reparatur und dem Betanken von nur 25 Prozent des Tankvolumens (die Treibstoffpreise liegen bei über 140 Dollar pro Tonne) ist er wieder bei Null angelangt. Nun nimmt er eine Hypothek von 1,7 Millionen Dollar auf. Er entscheidet sich bei der nächsten Fracht für NE-Metalle nach Dar-es-Salaam zum Preis von rund 330.000 Dollar. Reeder 2 muß auch die Gebühr von 70.000 Dollar für die Suezkanaldurchfahrt bezahlen – dies wird zwischendurch eingeblendet. Anschließend kann Reeder 4 mit Schlepperhilfe in Sydney anlegen. Er wählt auch hier die günstigste Geschwindigkeit für den geringsten Spritverbrauch und eine angemessene Reisedauer. Aufregend wird es plötzlich, als Reeder 1 mitgeteilt bekommt, daß ein fremdes Schiff seinen Kurs kreuzt und er schnell eine Kurskorrektur durchführen muß, um einer Kollision zu entgehen. Doch er behält einen klaren Kopf und schafft dies ohne Probleme. Reeder 3 muß nun für alle drei Schiffe die Kanalgebühr an Israel entrichten und ist so schnell 210.000 Dollar wieder los. Reeder 1 ist der nächste, der den Zielhafen erreicht und in Piräus (mit Schlepperhilfe) anlegen kann. Jetzt entschließe ich mich an dieser Stelle, das Spiel eine Weile ohne Kommentar weiterlaufen zu lassen und erst nach Ablauf der Spielzeit das Resumee zu ziehen. Hier noch einige besondere Vorkommnisse bis zu diesem Zeitpunkt, die Einfluß auf den Spielverlauf hatten:
Nach insgesamt 2 Stunden Spielzeit wurden die Vorgänge auf den Weltmeeren gestoppt, und es erfolgte die große Endwertung. Der Reihe nach lag folgendes Ergebnis vor:
Hieraus wird ersichtlich, daß Reeder 3 knapp gewonnen hat. Erinnern wir uns:
Der richtige Weg bei „Ports of Call“ scheint zuerst die Investition in Billigschiffe zu sein, die man jedoch immer wieder warten und aufmöbeln muß. Die Eine-Million-Dollar-Frachter haben außerdem den Vorteil, daß sie wendiger sind und gerade in Situationen, bei denen Fingerspitzengefühl und Geschicklichkeit gefragt sind, am besten durchhalten. Übernimmt man sich zu Beginn derart wie Reeder 4, hat man später kaum eine Chance. Natürlich spielt auch das Glück bei „Ports of Call“ eine große Rolle (bedenkt man nur die Ölpreise und Reparaturkostensätze, die teilweise extrem schwanken), und so wird eben der eine Reeder öfter mit Zwischenfällen konfrontiert als der andere. Aber so ist es in der Realität ja auch. Meistert man die Probemfälle jedoch, so erhöht sich mit der Zeit auch der Statuswert des Spielers, und die Kreditwürdigkeit steigt. Bei den Heimathäfen hat sich herausgestellt, daß dies nicht von sehr großer Bedeutung für den Spielverlauf ist. Entscheidend ist eher die Planung der Reiseroute. Man sollte immer an die Kanalgebühren in Panama und Israel denken, wenn man ablegt. Diese Summen gehen sofort vom Gewinn wieder ab. Beim Ein- und Auslaufen von Hand hat man eigentlich immer genug Zeit, in Ruhe vorzugehen. Leider passieren hier doch öfter Flüchtigkeitsfehler, die in erster Linie auf ungeduldiges Verhalten zurückzuführen sind (zumindest bei mir ist dies häufiger der Fall). Mit Ruhe und Übersicht meistert man diese Probleme fast alle. Was mir jedoch bislang noch nie (auch nicht bei größter Vorsicht) gelungen ist, ist das Bergen Schiffbrüchiger von der Rettungsinsel. Ich gehe immer davon aus, daß man dazu ganz langsam an die Rettungsinsel heranfahren muß und die Leute von dort nur durch direkten Kontakt zum Schiff geborgen werden können. Doch sobald das Schiff diese Insel auch nur anhaucht, geht sie unter, und die Mission ist gescheitert. Hier weiß ich wirklich nicht weiter, diese Aufgabe ist wohl kaum zu lösen! Bei den Gewinnen, die man als Trampreeder macht, hängt es sowohl von den Gesetzen, den Bestimmungen als auch den Subventionen eines Landes ab. Ein anderer wichtiger Aspekt sind Angebot und Nachfrage. Im Spielverlauf kann es passieren, daß der Reeder mit dem schnellsten Schiff (oder auch nur der schnellsten Fahrt auf dem Meer) den anderen Mitstreitern die besten Frachten vor der Nase wegschnappt. Er ist eben immer einen Tick schneller da als die anderen. Auch ein vorsichtiger Geschäftsmann, der alles sorgfältig ausklügelt, hat seine Chancen. Hier bleibt natürlich viel dem Temperament der Mitspieler überlassen, wie es später läuft. Vielleicht ist auch hier der Mittelweg der beste Weg zum Erfolg. „Ports of Call“ ist sehr komplex und bietet eigentlich eine ganze Menge Spaß. Bedenkt man, daß die Autoren und Programmierer zwei Jahre quer durch die Welt reisten und alle wichtigen Häfen der Welt besuchten sowie ausschließlich authentisches Zahlenmaterial verwenden, ist der Reiz, im Spiel zu gewinnen, natürlich noch größer. Man kann diese Simulation sicherlich mit der rauhen Wirklichkeit auf den Ozeanen vergleichen. Abschließend noch einige Tips zu häufig vorkommenden Problemen:
Hin und wieder lohnt es also schon, sein Schiff vor allem in den größeren Welthäfen einmal für ein paar Tage aufzulegen (sprich: außer Betrieb zu nehmen) und eben auf diese Handelsgüter zu spekulieren. Natürlich hängt alles, wie in der Realität, von Angebot und Nachfrage ab sowie von Ernten oder Streiks in den entsprechenden Ländern. Ein wenig Glück gehört natürlich auch dazu. Mitunter stellt man im Spielverlauf fest, daß eine ganz bestimmte Handelsroute eine sichere Bank ist (das heißt, daß bei Hin- und Rückfahrt immer ein lohnendes Geschäft abgewickelt werden kann). Ein Beispiel, welches mir dazu einfällt, ist die Route Rotterdam-Kalkutta. Hier hat es oftmals gute Preise gegeben, ohne daß ein größeres Risiko bestanden hätte. Doch sollten Sie selbst herausfinden, welche Reiseroute am gewinnbringendsten für Sie ist. So, damit ist eigentlich alles Wesentliche zu „Ports of Call“ von mir gesagt worden. Nun liegt es an jedem selbst, was er aus seiner Chance, einmal als Reeder (oder besser gesagt als Trampreeder) agieren zu dürfen, macht. Ich wünsche jedoch allen immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel, und mögen die Winde immer günstig wehen. Viel Spaß mit einem tollen Programm!
(Kopfnuss aus dem ASM-Special 2; Autor: Uwe Winkelkötter) |