Kurz nach dem Aufstehen Es war ein Tag wie jeder andere, als ich mich als Sheriff irgendwo im Westen auf meine übliche morgendliche Runde durch die Stadt machte. Aber so viel wie heute war in unserem verlassenen Nest noch nie los ... Schon am frühen Morgen lief mir ein scheinbar angetrunkener Halunke über den Weg und fragte mich tatsächlich, ob ich der Sheriff dieser „stinkenden Stadt“ sei. Ich beschloss, ihn nicht ganz ernst zu nehmen und meinte nur „ja“ und dass es doch ein recht schönes Städtchen sei. Darauf schien er seine Meinung geändert zu haben und meinte, dass er es hier lieben würde. Ich wollte ihn eigentlich nicht dazu ermuntern, hier herumzulungern, also sagte ich, dass ich hier schon die übelsten Typen getroffen habe – und fragte mich nur wenig später, ob ich damit nicht das Gegenteil von dem erreichen würde, was ich eigentlich wollte ... Jedenfalls fragte er mich, ob ich Jesse James kenne. Ich konnte den Braten förmlich riechen, also gaukelte ich ihm vor, dass ich wüsste, er würde in die Stadt kommen. Er bestätigte mir das mit dem Hinweis auf einen Zugüberfall, bevor er davon torkelte. Ich hatte noch genug Zeit, mich am Bahnhof ein wenig umzusehen, bevor Jesse vorbei kam, und er war auch ziemlich überrascht, als ich ihn traf – zwischen die Augen ... Der Tag fing ja gut an! Jedenfalls musste ich meine Runde fortsetzen, wollte aber erst Mal im Saloon einen auf Jesse trinken.
Noch vor dem Frühstück Miss Rose empfing mich ganz aufgeregt vor dem Saloon, und ich spürte, dass etwas in der staubigen Wüstenluft lag, das mich an meinem wohlverdienten Drink hindern würde. Ich fragte sie höflich, wie’s mit dem Geschäft aussähe, und sie sagte mit zittriger Stimme, dass es soweit prima laufe – bis auf ein Problem mit den Daltons. Hatte ich’s doch gewusst! Ich hakte nach, ob die Bande irgend etwas planen würde. Rose war jedoch völlig verängstigt und wollte mir nichts sagen, bis ich ihr versicherte, dass ich sie beschützen werde. So erfuhr ich, dass scheinbar die Kutschenstation auf deren Liste stand, und als ich dort ankam, ertappte ich sie auf frischer Tat – und verbrachte die nächste Stunde mit dem Abreißen einiger „WANTED! DEAD OR ALIVE“-Aushänge für die Daltons.
Vor dem zweiten Frühstück Dabei begegnete ich einem anderen Gauner, der allerdings mindestens genauso dumm wie gefährlich war. Man nannte ihn nur „Mexicali Kid“ – wahrscheinlich, weil dieser Gringo lediglich mit dem Verstand einen Kindes gesegnet war. Jedenfalls wollte er mich herausfordern; er sagte, er habe gehört, wie schnell ich ziehen könne. Ich sagte ihm in väterlichem Ton, er solle doch nicht alles glauben, was er höre. Er stimmte mir auch zu, aber weil er es überall höre ... ich war doch etwas geschmeichelt, wollte mich aber auf keinen Fall mit dem armen Dummkopf duellieren. Also sagte ich ihm, ich hätte auch einiges über ihn gehört. Er war ganz aufgeregt und schrie nur, ich solle es nur sagen, er würde die Leute schon umlegen, die diese Lügen verbreitet hätten. Da meinte ich nur, ich hätte gehört, dass er ein Lügner und ein Feigling sei. Das bewies er auch prompt, indem er mich voll heulte, ich solle ihn nicht erschießen, und seine Waffe weg warf – ich buchtete ihn natürlich sofort ein.
High Noon Bisher ein wirklich verrückter Tag. Er schien jedoch besser zu werden, als ich unseren Doc traf, die olle Schnapsnase. Ob ich in letzter Zeit wieder Leute umgelegt habe, wollte er wissen. Obwohl ich wusste, dass eine Diskussion in seinem Zustand gar keinen Zweck hatte, versicherte ich ihm, dass ich Schießereien aus dem Weg ginge, soweit es eben möglich sei. Er brummte nur, ich würde doch sicher angeben, aber ich wollte von diesem Thema weg und fragte ihn, ob er in letzter Zeit irgendwelche Gerüchte gehört habe. Ich erfuhr, dass die Daltons in die Stadt kommen würden, was mich doch etwas stutzig machte, wo ich doch schon einen Dalton erledigt hatte. „Wann“, fragte ich neugierig. Er meinte nur, sie seien schon da – unten in der Bank. Ich beeilte mich, erwischte die Burschen noch bei ihrer Flucht und konnte anschließend die restlichen „WANTED! DEAD OR ALIVE“-Aushänge für die Jungs abreißen, was mir angesichts der fetten Belohnung nichts ausmachte.
Der Stress geht weiter Jetzt wollte ich aber wirklich einen Drink und machte mich wieder mal auf in Richtung Saloon, als mir ein Greenhorn mit einer nagelneuen Schrotflinte begegnete. Wie ich dieses Baby fände, fragte er mich allen Ernstes und fuchtelte unberechenbar mit dem Ding vor mir herum. So etwas hatte er scheinbar noch nie in der Hand. Ich sagte ihm, das sei ganz schön, aber er solle es weg legen. „Och, komm schon, ich hab’s gerade erst gekauft“, meinte der Clown darauf – als ob das ein Grund sei! Ich hatte es satt. Ich legte meine rechte Hand an den Halfter meiner Pistole und sagte ihm, er solle das Ding jetzt auf den Boden legen. Er sah mich nur ungläubig an und fragte mit einem Grinsen, warum ich meine eigene Waffe nicht auf den Boden legen würde ... Kurze Stille. Schweiß auf seiner Stirn, seine Augen konnten sich von meiner Hand an der Pistole nicht lösen, da meinte ich nur noch: „Söhnchen – jetzt steckst du aber mächtig in Schwierigkeiten!“ Und mein starrer Blick hat ihn dann wohl so eingeschüchtert, dass er seine Waffe weg warf und sich von mir verhaften ließ. Wenn nicht von Jesse James und den Daltons, sollte ich mich da etwa von so einem Weichei erschießen lassen?
Noch kein Dienstende in Sicht Zurück auf den sandigen Straßen der Stadt kam der kleine Willie auf mich zu gerannt und brüllte etwas von einem Geheimnis, das er nicht erzählen wolle – weswegen er ja wohl auch durch die Stadt lief und herumschrie. Mir war klar, er würde es mir trotzdem nicht nur so erzählen, er wollte Bonbons dafür. Also bot ich ihm ein paar an, und er bedankte sich höflich. Dann sprach ich ihn auf das Geheimnis an. Er brabbelte mit vollem Mund etwas von Leuten, die ... und dann wollte er noch ein paar Bonbons. Ich gab ihm noch einige, und er erzählte etwas von einem Banküberfall! Ich hetzte also zur Bank, wo tatsächlich einige Fremde eine nicht unbeträchtliche Summe von verschiedenen Konten abheben wollten, indem sie sich mit zwei Smith & Wesson auswiesen. Da sie sich als ungesprächig und sehr nervös erwiesen, musste ich sie beruhigen – mit ein paar Kugeln.
Nicht mal für’n Kaffee bleibt Zeit Anschließend wollte ich in die Schule zu Miss April, um ihr zu sagen, was für einen aufgeweckten und cleveren kleinen Jungen sie doch mit Willie hat, doch wieder mal kam ich nicht an. Sie traf mich auf dem Weg. Etwas überrascht fragte ich, ob sie denn die Schule schon geschlossen habe, und sie meinte, sie habe ein Gerücht gehört und hätte mich sehen müssen. Unter anderen Umständen hätte ich mich sicher gefreut, aber in Anbetracht der Tatsache, dass der Tag bisher schon recht hart war und ich seit heute Morgen nichts gegessen hatte, musste ich mich echt zusammen reißen, um zu fragen, um was es denn gehe. Sie deutete an, dass es mit einem möglichen Verbrechen zu tun hat – o nein, welch Überraschung! Wie hätte es auch anders sein können! Trotzdem riss ich mich zusammen und bat sie, mir mehr zu erzählen, worauf sie mir erklärte, dass womöglich der Zug überfallen werde ... wie sich herausstellen sollte, bewahrheitete sich auch dieses Gerücht!
Es gibt keine Verschnaufpause Es war mittlerweile schon Nachmittag, als ich zum Saloon ging, um wenigstens einen kleinen Happen zu essen. Da stieß ich auf einen Mann mit großem schwarzen Hut und langem Mantel. Es konnte nur der alte Glücksspieler sein, der sich bei mir beschwerte, dass die Jungs hier definitiv kein Poker spielen könnten. Ich fragte ihn, wie viel er ihnen diesmal abgeknöpft habe, und er brummte was von 200 Dollar. Ich fragte ihn, ob er nicht etwas von dem Geld spenden wolle, was er aber völlig unsinnig fand. Ich sah ihn an und meinte dann ernst, dass einhundert ausreichen würden, worauf er meinte, dass auch 50 genug wären, bevor er verschwand.
... und weiter geht's Ich genehmigte mir erst Mal einen Drink und ein Steak, bevor ich zurück auf die Straße ging, wo ich auch ziemlich bald meinen Deputy traf, der mich ganz aufgeregt fragte, wo zur Hölle ich denn gesteckt habe. Ich wollte wissen, was denn los sei, da keuchte er nur „Ich glaube, wir kriegen ’ne Menge Ärger“. (Und immer, wenn’s eine Menge Ärger gibt, ist mein Deputy da, um’s mir zu sagen – und anschließend ist er so schnell weg, wie er gekommen ist.) Warum er das meint, wollte ich wissen, und er sprach von einigen Fremden in der Bank. Abbuchungen von Fremdkapital schienen in unserer Bank besonders beliebt, also sagte ich, wir sollten uns besser auf den Weg machen – und schon kniff mein Deputy und verschwand! Wieder einmal war ich auf mich allein gestellt, als es drauf ankam – und wieder einmal rauchte mein Colt als letzter.
Gleich ist Feierabend Auf dem Rückweg von der Bank traf ich Bell, meine alte Liebe, am Stadtrand. Sie erkannte mich sofort und wurde etwas ruppig, aber so kannte ich sie. Ich sagte ihr ernst, dass ich sie nie wieder in der Stadt sehen wolle, aber sie meinte nur, dass sie noch nie auf einen Befehl eines Mannes gehört habe. Ich zog die Konsequenz und entgegnete, dass ich sie jetzt einsperren müsse. Ihre Augen glänzten vor Trotz, als sie sagte „Nur über meine Leiche, Sheriff!“ Wir beide schwiegen uns einige Zeit an, dann sagte ich, dass ich das gerne friedlich regeln würde, und sie kam mir diesmal zum Glück entgegen und warf ihre Waffe weg.
Jetzt ist endgültig Schluss Gerade als ich mein Büro verließ, nachdem ich Bell eingesperrt hatte, stand ein finsterer Typ vor mir – einer von der Sorte, die man als Letztes sieht, bevor’s endgültig dunkel wird. Zwei Pistolen, den Hut tief ins Gesicht gezogen, stand er da und fragte mich überflüssiger Weise, ob ich der Sheriff sei. Wir wussten beide, worum es ging, also bestätigte ich das kurz und dann meinte er, ich solle mein Gebet aufsagen. Ich wurde das starke Gefühl nicht los, dass dieses Mal vielleicht sein Colt als letzter rauchen könnte, also versuchte ich ihn zu verunsichern und meinte kaltblütig, dass ich schon Dutzenden seines Schlages begegnet sei. Er schien die Lüge zu wittern und meinte, dass keiner von denen so schnell gewesen sei wie er. Ich musste einmal schlucken, mein Herz pochte in meinem Kopf, nicht mehr in der Brust – das war die Entscheidung. „Sieht aus, als müssten wir’s ausschießen“, meinte ich noch und hörte schon nicht mehr, wie er „Jau, zieh“ sagte; ich zog schnell, zielte grob – und traf als Erster!
Auf in den Saloon! Sicher kein Tag wie jeder andere, aber einer, den zu überleben man schon ein wenig Erfahrung und vor allem Glück braucht. Jetzt ist es Abend, einen Drink hab’ ich mir wohl redlich verdient!
Die Dialoge im Einzelnen JESSE'S PAL
MISS ROSE
THE MEXICALI KID
THE DOC
GUY WITH SHOTGUN
LITTLE WILLIE
MISS APRIL
THE GAMBLER
THE DEPUTY
BELL
HIRED GUNMAN
Das ist kein vorgeschriebener Lösungsweg, es gibt einige Alternativlösungen. Mit dieser Lösung kann man jedoch einen ziemlich hohen oder sogar den höchsten Highscore erreichen. Viel Spaß als Sheriff!
(Longplay aus der GO64! 10/2003; Autor: Boris Kretzinger) |