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Der graue Tempel Da stehe ich in meiner Wohnung herum, denke mal wieder resigniert, was für ein kleines Loch das doch ist, und weiß nicht so recht, was ich tun soll. Mir fallen ein paar Zeitungen in die Hände. Gebannt lese ich die Berichte. Von Minute zu Minute bekomme ich mehr Angst, werde ich mehr in diese unglaubliche Story hineingezogen, denke ich, ich bin dazu auserwählt – ich alleine –, die Welt zu retten, zu retten vor der außerirdischen Bedrohung durch die Mächte des Grauen Tempels ...
Teil 1: Die Stadt ich schnappe mir also alles, was hier so herumliegt: Meinen Spiegel, etwas Salz, einen Becher und eine leere Kassette. Dann verlasse ich meine Wohnung, nicht so genau wissend, wo ich denn nun anfangen soll, die Welt zu retten. Auf meinem Streifzug durch die Stadt stoße ich auf einen Vermieter, der mir mit einem sehr merkwürdigen Knebelvertrag seine Garage andrehen will. Ich besitze zwar kein Auto, fühle mich aber so überredet, daß ich trotzdem unterschreibe. Er händigt mir dafür den Garagenschlüssel aus. Irgendwo bei ihm steht noch ein Pott rote Farbe herum, die ich natürlich nicht stehenlassen kann. Nun will ich das soeben gemietete Objekt auch gleich einmal in Augenschein nehmen. Als ich in der Garage stehe, muß ich verärgert feststellen, daß dort schon ein Wagen – defekt zudem – schon drinsteht und zudem auch noch ein Umweltverschmutzer ist: Er verliert Öl! Ich halte den Becher unter das Auto und lasse etwas von der Flüssigkeit hineintropfen. Verärgert über diesen Reinfall streife ich weiter durch die Stadt und komme irgendwann in einem grauenhaft schlechten Schnellimbiß an. Doch offensichtlich ist dies meine Privatmeinung – dem einzigen Gast, der dort sitzt und während des Futterns Walkman hört, scheint es zu schmecken. Neugierig will ich einen Blick in die Küche – hinter die Kulisse – werfen, doch dem Koch paßt das überhaupt nicht. Ich gebe nicht auf. Ich nicht. Nie. Da kommt mir ein Gedanke, wie ich doch in die Küche gelangen könnte ... Beim Vorbeilaufen ist mir ein kleiner Weg neben dem Restaurant aufgefallen. Ich begebe mich dorthin, nehme zwischendurch ein paar erstaunlich schwere Kieselsteine mit und stoße auf das dort lagernde Essen des Freßtempels. Ich schütte das Öl auf das Essen ... Na ja, ein Versuch ist es, obwohl es dadurch nicht sehr viel schlechter geworden ist ... Zurück im Lokal sehe ich, daß dem Gast, offenbar durch das veränderte Essen (hihi), sehr schlecht geworden ist. Habe ich doch recht. Den Fraß hier kann man nicht mögen. Als ich dann auch noch mit ansehen muß, wie er sich vor meinen Augen übergibt, rufe ich den Koch herbei, der nun soviel Arbeit hat, daß ich in Ruhe in die Küche komme. Dort sehe ich auf einem Tisch einen Streuer mit einem merkwürdigen Pulver stehen, das Menschen hypnotisiert. Sollte der Koch etwa wirklich ... vielleicht ... gehört er ...?!?! Auf jeden Fall scheint er so seinen Gästen Glauben machen zu wollen, daß alles gut ist. Ich tausche den Streuer kurzentschlossen gegen meinen Salzstreuer aus, damit niemand das Fehlen des anderen bemerkt, und gehe wieder in den Gastraum zurück. Im Essen des Gastes sehe ich einen Gummifinger schwimmen – wie lecker! Ich stecke ihn ein. Gleichzeitig probiere ich diese neue Pulver einmal an dem Gast aus. Plötzlich bricht er vollkommen zusammen und ist sogar bereit, mir seinen Walkman zu überlassen. Ein Teufelszeug, dieses Pulver! Ich schlendere in den gegenüberliegenden Laden, bequatsche den Händler so lange, bis er mir seine kompletten Warenbestand rausrückt und ziehe um Whisky, Tonbandgerät, Glasschneider und Holographiegerät reicher, weiter. Im Osten der Stadt liegt ein Schwimmbad, in dem immer wieder vor Leute verschwunden sein sollen. Grund genug, die Gegend dort näher zu erkunden. Da mich die Kassiererin mangels Geld nicht vorbeilassen will, streue ich ihr kurzerhand das Hypnotisierungspulver in die Augen. Sie räumt die Bühne und ich kann passieren. Das Wasser hier ist merkwürdig: Dunkel, regelrecht verdreckt und irgendwie gefährlich. Wer hier hineingeht, scheint sich aufzulösen. Dann ist es also wahr! Der Bademeister will keine Stellung dazu abgeben, er will nur jemanden retten. Kann er haben: Ich fülle die Puppe in der Umkleidekabine mit Steinen, damit sie schön schwer wird und werfe sie ins Wasser. Der Bademeister kommt angerannt, und ich schlüpfe an ihm vorbei in den hinteren Bereich der Anstalt. Ich stehe nun vor einer großen Maschine, die eigentlich das Wasser säubern soll, aber genau das Gegenteil tut: Sie versieht durch eine geschickte Manipulation das Wasser mit eben jener giftigen Flüssigkeit, die die Menschen vernichtet. Bei genauer Betrachtung finde ich diesen Menschenvernichter in der Anlage und entferne ihn. Beim Weggehen nehme ich noch ein Seil mit. So, was nun? Langsam schlendere ich wieder zu mir zurück, überquere den Marktplatz und werde plötzlich Zeuge einer Entführung: Zwei Typen, jeder mit drei Armen, merkwürdig entstellten Gesichtern und anderen Eigenheiten, schnappen eine junge , laut schreiende Frau, zerren sie in einen Wagen, schlagen die Türen zu und brausen davon. Ich sehe nur noch, wie sie ganz unauffällig einen Zettel zu Boden fallen läßt. Sie schreibt, daß sie nun endgültig den Mächten des Grauen Tempels in die Hände gefallen sei, daß es für sie zu spät sei und sie niemand mehr retten könne, aber dringend jemand die Welt schützen müsse. Ich bin dieser Held! Sie habe in der Bibliothek eine geheime Botschaft versteckt, die es erlaube, Kontakt mit dem magischen Zirkel zur Bekämpfung von Außerirdischen aufzunehmen. Also nichts wie in die Bibliothek... Dort schnappe ich mir ein Buch, wobei mir auch gleich ein Tonband in die Hände fällt. Da müssen die Informationen drauf sein. Leider kann ich es nicht mitnehmen, also stecke ich es in den Walkman, die Kassette hinterher ins Tonbandgerät und überspiele es so. Dann nehme ich alles wieder auseinander und lege es ordnungsgemäß zurück. Wieder draußen nehme ich mir den auf der Straße liegenden Fisch und ein Los (ja, ich habe eine Reise nach Arizona gewonnen! – In Arizona soll doch der Tempel stehen, stand in der Zeitung) und gehe wieder zum Marktplatz. Dort treffe ich auf einen Angler, der ausgerechnet im Stadtbrunnen versucht, einen roten Hering zu angeln. Da er keinen Erfolg hat, meinen Fisch aber auch nicht will, helfe ich nach: Ich pinsele den Fisch rot an, schmeiße ihn in den Brunnen und gebe dem Angler den dezenten Hinweis, den Brunnen einmal näher zu untersuchen. Er findet seinen Fisch, gibt mir seine Angel und verschwindet. Nun habe ich die Stadt durchkreuzt, aber immer noch keine Spur von den Aliens oder dem Zirkel. Da kommt mir diese alte Villa in den Sinn... Schnell dorthin. Merkwürdige Stimmung hier, und dann dieses Licht ... Und was sollen diese vier X auf dem Boden? Wenn ich nur das Licht anders lenken könnte ... Ich zerschneide meinen Spiegel in vier Teile, lege die Spiegelteile auf die Zeichen am Boden, und plötzlich wird der Raum durch einen magischen hellen Strahl durchflutet. Bis plötzlich in nicht allzu weiter Ferne ein Poltern zu hören ist. Meine Garage! Schnell sprinte ich hinüber und sehe, daß das Regal umgefallen ist. Es war durch einen geheimen Mechanismus an der Wand des Raumes der Villa befestigt, in der die Xe waren. Hinter dem Regal liegt ein Sensor. Ich spiele die Musik aus der Bibliothek von der Kassette im Walkman ab, und schon wird eine Geheimtür sichtbar, die mich direkt in das Versteck der Leute des Zirkels führt. Bei einem kleinen Schmaltalk mit Herbert Schlacklstein, dem Anführer des Zirkels, erfahre ich, daß die Außerirdischen wirklich existieren. Sie beziehen ihre Energie aus bösen, schädigenden Frequenzen, die man nur dann bekämpfen kann, wenn man sie umwandelt und gute Frequenzen daraus macht. Einen solchen Frequenzwandler hat er auch. Leider ist er in einem Glaskasten gesichert und nicht so einfach zu erreichen. Ein letztes Mal greife ich zum Hypnopulver und bequatsche Schlacklstein dann so lange, daß er den Wandler herausrückt. Dann begebe ich mich zum Flughafen, um nach Arizona zu gelangen.
Teil 2: Auf dem Flughafen Einem Verkäufer halte ich mein Los unter die Nase und bekomme so einen Flugschein. Er spricht noch eine Warnung aus, daß ich unbedingt einen Fallschirm dabei haben sollte, also mache ich mich auf die Suche nach einem solchen Instrument. Vor einem schweren Stahltor bleibe ich stehen. In diesen Hangar komme ich nicht hinein, weil die Tür nicht zu öffnen ist. Mein Seil und der davor hängende Flaschenzug öffnen jedoch das Tor. Ich husche schnell hinein, schnappe mir von den dort liegenden Sachen den Fallschinn, begebe mich wieder hinaus und nehme das Seil wieder mit. Auf dem Flugfeld steht zwar ein Flieger herum, der aber nicht starten will. Im Tower erfahre ich, daß das Wetter viel zu schlecht sei. Da muß sich doch etwas machen lassen... Wenn die Außerirdischen Meister der Manipulation sind, kann ich auch zu einem Trick greifen. Ich muß die Wetterkarte verändern. Da ich da jedoch nicht an sie herankomme, ist etwas mehr nötig. Wieder draußen steht mir eine Wache im Weg, als ich auf das Dach des Towers klettern will. Bestechen mit dem Whisky kann ich sie leider nicht, sie will unbedingt ein Zeichen vom Zirkel. Kann sie haben! Ich male das Zeichen des Zirkels mit der roten Farbe auf die Flasche, gebe sie der Wache – und nun greift sie zu, bis sie sich bewußtlos gesoffen hat. Ich also auf das Dach, dort beinahe über einen großen Reflektorspiegel gestolpert, und schon habe ich die entscheidende Idee: Ich setze den Holographieapparat vor den Reflektorspiegel, der nun falsche Daten zur Wetterkarte liefert! Also runter zum Tower und die Lage gecheckt. Die Crew ist nun bereit, das Flugzeug starten zu lassen, also steige ich noch schnell zu. Während des Fluges kommt es zu einem Unglück. Irgendwie kann ich mich in letzter Minute retten, wie ein echter Held halt. Ich springe mit dem Fallschirm ab und lande direkt vor einem Krankenhaus – dem Hospital von Arizona.
Teil 3: Im Krankenhaus In der Kuppel dieses Hospitals soll nun also der „Graue Tempel“, die Macht alles Bösen, stecken. Dann werden wir einmal sehen, wie wir da hinkommen. Ich spaziere also in den Laden hinein und stoße auch gleich auf einen Fahrstuhl, der mich aber leider nicht nach oben bringen kann, da er ganz einfach defekt ist. Und das schon seit Jahren. Mist! Wäre ja auch zu einfach. Dann ist da noch so ein Notausgang. Vielleicht ist dahinter ja auch noch ein Treppenhaus nach oben? Nur – um diese Tür zu öffnen, bedarf es eines Schlüssels, der leider von der Empfangsdame verwahrt wird, die ihn auch nicht herausgeben will. Doch wozu bin ich in einem Krankenhaus? Hier muß es Medikamente und auch Schlafmittel geben! Ich finde sogar etwas und schütte es in die Tasse der Empfangsdame. Diese schläft ein, ich nehme mir den Schlüssel und gehe zur Nottür. Diese öffne ich mit dem Notschlüssel, doch oh Schreck, dabei wird ein Alarm ausgelöst. Und dann auch noch so laut, daß die Dame vom Empfang aufwacht und angerannt kommt. Mist. Nein. Echte Helden kennen keinen Schmerz. Ich bin ein echter Held. Jawohl. Ich rette die Welt. Da ich mich jetzt nicht auf ein Gespräch mit dieser Dame einlassen will, verschwinde ich. Eigentlich gut, daß ich mich so entschieden habe, denn so stelle ich fest, daß ich nun dorthin gelangen kann, wo die Dame bisher stand. Und dort finde ich einen Motor, der den Fahrstuhl antreibt. Einen Motor, der leider kaputt ist. Mit meinem Seil ist das Teil schnell repariert, und ich gelange quasi durch die Hintertür in den Fahrstuhl, der sich daraufhin auch schon in die Höhe begibt. Direkt in den Grauen Tempel.
Teil 4: Der Graue Tempel Im letzten Moment springe ich aus dem Lift, krachend bricht er unter mir zusammen und stürzt wieder in die Tiefe. Jetzt gibt es kein zurück mehr – ich bin den Mächten des Tempels ausgeliefert. Jetzt muß ich alleine gegen alle bestehen. Ich schaffe das. Denn ich bin ein Held. Ich rette die Welt. Nun muß ich auch noch zwei Aliens anhören, ihre merkwürdigen Stimmen klingen durch eine Wand. Sie haben die Macht fast komplett übernommen, es fehlt nicht mehr viel. Sch*!#& Ich stoße auf einen Raum, wo unter einer teuflischen Sicherheitsvorkehrung der Frequenzgenerator sitzt. Wie da jetzt drankommen, ohne Alarm auszulösen? Schleudern? Schleudern! Das ist es. Schleudern! Ich nehme die Angel, befestige den Frequenzwandler an ihr, schleudere ihn in den Frequenzgenerator hinein und ziehe dann, ebenfalls mit der Angel, den Generator zu mir herüber. Doch damit ist es noch nicht überstanden... Nun stehe ich vor einer mit einem Fingerabdrucksensor gesicherten Tür. Der einzige brauchbare Finger, der mich nicht verrät, ist der Gummifinger. Und der öffnet die Tür dann auch wirklich! Also nichts wie hinein, den nunmehr harmlosen Generator in die Mutationsmaschine geschmissen, und schon ist es vollbracht. Nun bin ich wirklich ein Held!
(Longplay aus der GO 64! 6/1998; Autor: Olaf Dzwiza) |