Der Gläubiger-Spießrutenlauf Ich hätte mir nie träumen lassen, was mir bevorstehen würde, als ich an jenem Tag den Brief bekam, der alles verändern sollte. Aber der Reihe nach. Mein Name ist Peter Stone, bis vor kurzem armer Schlucker, und dies ist meine Geschichte wie ich diesem Schicksal entkam. Es war ein stinknormaler Tag in New Heaven, und ich zermarterte mir wieder einmal den Kopf, wie ich meiner Situation entfliehen könnte: kein Geld, Schulden ohne Ende und keine Arbeit. Der Gerichtsvollzieher hatte mir bereits alles gepfändet, was er konnte, und ich musste mir Gegenstände von den anderen Bewohnern der schäbigen Bruchbude von Mietskaserne, in der ich wohnte, ausleihen. Und die lungerten nun auf den Fluren herum, nur darauf wartend, ihr Eigentum von mir zurück zu fordern. Ich war am Verzweifeln, als es klopfte. War es schon wieder der Gerichtsvollzieher? … Ein kurzer Blick duch den Türspion … Ich hatte aber Glück, es war nur der Notar, und er überreichte mir einen Brief, bevor er ging. Schnell las ich ihn. Ich hatte nicht einmal gewusst, dass ich eine Tante hatte. Aber der Gedanke an eine mögliche Erbschaft war sehr gut in meiner jetzigen Lage. Ich sollte also den 11:20-Uhr-Flug nach Las Vegas nehmen. Schnell schaute ich auf die Uhr … Es war schon 11!
Schnell schnappte ich mir meine blaue Sporttasche, vom Teller darunter das Ticket und die 200 $, die mit dem Brief kamen. Ich wollte gerade meine Siebensachen packen, als mir klar wurde, dass meine Gläubiger mich garantiert aufhalten würden. Verdammt! Wenn ich rechtzeitig los wollte, musste ich diese Meute schnell ruhig stellen, oder sie würden mich nur aufhalten. Schleunigst suchte ich die Liste mit dem Kram, den ich mir geborgt hatte. Ich hätte wirklich aufräumen sollen, wühlte einigen Müll beiseite … Ah, da waren die Sachen ja!
So
schnell ich konnte, durchwühlte ich die Schubladen meines
Multischranks und stopfte das Zeug in meine Tasche. Jetzt aber
schnell! Sofort stürmte ich auf den Flur … niemand da? Ich
drehte mich um, und schon stand jemand vor mir. Allerdings war es die
alte Schabracke von der Wohlfahrt, welche mir 100 $ in die Hand
drückte. War denn heute mein Glückstag? Mitnichten. Denn als ich mich umdrehte, stand auch schon der dicke, schnauzbärtige Herr von Schmalz vor mir, und er schien nicht sehr geduldig. »Herr Stone, geben Sie mir zurück, was Sie mir entliehen haben!« verlangte er ultimativ von mir. Unverständlich, dass er wegen eines Füllers einen solchen Aufstand machte. Schnell gab ich ihm das Ding, und er ließ mich in Frieden. Es war wie verhext: Sobald ich mich umdrehte, rückte mir auch schon der nächste Gläubiger auf die Pelle. Allerdings konnte ich sie so alle sofort bedienen und verlor nicht unnötig viel Zeit. Dem glatzköpfigen Juwelier Flintstone gab ich den Ring zurück (nach der Erfahrung mit dem Ding wollte ich es sowieso nie wieder sehen … lange Geschichte), während ich dem Chinesen Cheng Doang schnell seinen Kerzenhalter übergab. Hausmeister Smith, welcher ständig mit einem Bleistift hinter dem Ohr herumrannte, gab ich seine Taschenlampe zurück, während die Schreckschraube Gwenneth Hills ihr Bügeleisen zurück bekam. Genauso verfuhr ich mit dem Schwarzen Pete Handerson, dem ich seine Jazz-Trompete gab, und Jack Track, der seinen geliebten Kaktus von mir zurück erhielt (der beschränkte Typ mit seinen blau-grün gestreiften Hemd konnte meiner Meinung nach gar nicht schnell genug verschwinden). Plötzlich
legte sich eine schwere Hand auf meine Schulter. Was zum? Es war aber
nur Mr. X, ein Hutt ragender Gangster, und er wollte seinen Revelover
von mir zurück. Schnell gab ich ihm die Waffe, und er verschwand
wieder. Nun, jetzt schienen alle Gläubiger zufrieden mit mir.
Oder
fast, denn der Notar kreuzte wieder auf und sagte, ich hätte ihn
nicht für seine Dienste bezahlt. Welche Dienste? Der Kerl hatte
mir nur einen Brief überbracht. Aber um ihn schnell los zu
werden, rückte ich 50 $ heraus, damit er mich nicht unnötig
aufhalten würde, und der Kerl zitterte ab.
Jetzt
aber los, es war schon 11:13 Uhr! Schnell stürmte ich zurück
auf mein Zimmer und schnappte mir meine Armbanduhr, meinen Pass
und eine Banane als Wegzehrung. Dann rannte ich zum Fahrstuhl. Das
Ding brauchte scheinbar Ewigkeiten, um zu kommen. Endlich … Ich
drückte 00 fürs Erdgeschoss, und ohne Verzögerung
konnte ich endlich zur Eingangstür, da vor der Mietskaserne ein
Taxistand war. Meine
Vorfreute wurde allerdings arg gebremst, als ich sah, dass der Fahrer
nicht in seinem Wagen war. Schei … Jetzt hieß es schnell handeln. Ich merkte mir die Rufnummer auf dem Taxi und rannte zum Telefon in der Halle. Schnell warf ich 10 $ für ein Blitzgespräch ein und wählte 13920, die Nummer der Taxizentrale. Sofort wurde mir am anderen Ende der Leitung versprochen, dass ein Ersatzfahrzeug so schnell wie möglich kommen würde. Und tatsächlich war es schon da! Schnell sprang ich rein und wurde mit Karacho und Tempo weit über 200 zum Flughafen gebracht.
»Wir buchen, Sie fluchen« Als ich ausstieg, sah ich, dass es 11:16 Uhr war, also noch etwas Zeit. Schnell betrat ich das Terminal. Hm … war da etwas? Schnell untersuchte ich meine Taschen und stellte fest, dass mein Pass auf Reise gegangen war. Das war nicht gut und schnell sah ich mich um. Der Penner am Eingang schien verdächtig. Ich drückte ihm 2 $ in die Hand, und er rückte meinen Pass heraus. Ich gab ihm lieber noch 2 $ extra, um eventuellen Ärger zu verhindern, und er riet mir, seinen Bruder in Las Vegas zu grüßen. Merkwürdiger Kauz war das. All das hatte mich hungrig gemacht, also kaufte ich schnell am Kiosk ein Sandwich – ich wollte dafür meine Banane nicht opfern – und anschließend noch etwas Lektüre für den Flug. Die Auswahl fiel mir schwer, doch das »Mon Tricot«-Modemagazin wäre auf einem längeren Flug sicher guter Lesestoff, dachte ich mir.
Eine kurze Information bei dem weiblichen Flugpersonal eingeholt und die Abflugtafel betrachtet, wartete ich, bis bei meinem Gate um 11:19 Uhr der vorherige Flug weg war, bevor ich dem Polizeibeamten meinen Pass zeigte. Alles war in Ordnung, also betrat ich Gate 5, und die Reise nach Las Vegas konnte beginnen. Das war angenehm … wenigstens hatten sie mir erste Klasse spendiert: viel Beinfreiheit und weiche Sitze. Ich war kurz davor, einzunicken, als mich eine harsche Stimme aufschreckte: »Das ist eine Flugzeugentführung!« Entsetzt musste ich zusehen, wie ein hypernervöser Araber mit zwei Pistolen herumfuchtelte und drohte, alle zu töten, wenn er nicht zehn moosgrüne Wollknäuel bekommen würde. Mir brach der kalte Schweiß aus, denn wo sollte ich das Zeug so plötzlich her bekommen? Der Araber schien kurz davor, die Geduld zu verlieren, als ich einen Einfall hatte. Der Typ schien auf Mode zu stehen, wie es seine Klamotten fast schrien. Da machte seine Forderung nach Wolle auch Sinn. Schnell drückte ich ihm mein Modemagazin in die Hand. Es klappte! Es war sein Lieblingsmagazin und lenkte ihn so sehr ab, dass das Personal ihm überwältigen konnte! Erleichtert konnte ich nun doch meinen verdienten Schlaf nach dieser Aufregung finden, da der Flug noch Stunden dauern würde.
Dankenswerterweise verlief der restliche Flug ohne Probleme, und ich landete schließlich am Las-Vegas-Flughafen. Gemütlich schlenderte ich zur Bushaltestelle für meine Fahrt in die Innenstadt, wo das Büro des Notars war. Ich wartete auf meine Linie, als ich jemanden bemerkte. Ich drehte mich nach rechts und stand plötzlich einem ziemlich schlecht gelaunten Rocker gegenüber, der wohl nur noch Sekunden davon entfernt war, mir die Lichter auszuprügeln. Sein feindlicher Blick wurde nur noch ergänzt durch seine Kumpels hinter mir. Mit denen war definitiv nicht gut Kirschen essen. Da ich wusste, dass Bestechung hier wohl nutzlos war, drückte ich ihm mit einem grenzdebilen Grinsen meine Banane in die Hand. Zu meiner Überraschung fand er das irre witzig – auch wenn ich den Witz dahinter nicht verstand. Schnell wandte ich mich wieder der Haltestelle zu und ließ die Rocker lieber in Frieden, denn schließlich wollte ich das Schicksal nicht herausfordern. Und auch als die Rocker anfingen, sich zu besaufen, starrte ich zur Straße. Nur keine auch noch so kleine Provokation. Schließlich kam nach einigem Warten die Linie 9 an und ich stieg ein, um endlich den Notar zu erreichen.
Viva Las Vegas Die Fahrt verlief ruhig, und um halb 11 nachts konnte ich endlich Notar Trukmuschs Kanzlei in der Straße »Desk's Center« betreten. Er eröffnete das Testament, und nach dem rechtlichen Kram sagte er mir, welche Bedingung ich zu erfüllen hatte: »Sie haben Zeit bis um 8 Uhr früh, um 1.000.000 $ im Kasino zu gewinnen.« Mir wurde schwindelig … eine Million Dollar! Wie sollte ich innerhalb von weniger als zehn Stunden mit lausigen 171 $ beim Glücksspiel eine Million gewinnen? Geschockt verließ ich die Kanzlei. Es war, als ob meine verblichene Tante mir einen grausamen Streich spielen wollte. Und ich rätselte, wie in allen Namen ich es schaffen sollte, eine Million zu gewinnen?
Ratlos sah ich mich auf der Karte des Strips um. Da war eine Bar namens »BC« eingezeichnet, also beschloss ich, erst einmal etwas zu trinken. Hm, doch was war das? Die Bardame/Stripperin kam mir bekannt vor … Richtig, das war doch die Stewardess! Schnell sprach ich sie an und setzte sie ein wenig unter Druck. Die gute alte Erpressermethode funktionierte, denn damit ich nicht über ihren Zweitjob plauderte, gab sie mir 1.500 $, bevor mich der Rausschmeißer entfernte. Nun war ich zwar 1.500 $ reicher, aber noch immer war das wohl für eine erfolgreiche Glücksspielkarriere zu wenig. Also beschloss ich, in den sauren Apfel zu beißen und bei dem Kredithai neben dem Notarbüro einen Kredit aufzunehmen, denn die Erbschaft würde das schon ausgleichen. Allerdings erlebte ich mein blaues Wunder! Der angebliche Kredithai war ein Russisches-Roulette-Salon. Bei 100 $ Einsatz für eine Kugel in der Trommel winkten 30.000 $ Gewinn. Allerdings war es ein mörderisches Spiel mit dem Feuer. Da ich aber nix zu verlieren hatte, nahm ich das Angebot an und setzte immer nur eine Kugel in die Trommel, bevor ich mir den Revolver an die Stirn hielt. Drückte ab … Schwein gehabt! Und ich war 30.000 $ reicher. Das machte ich, bis ich 200.000 $ zusammen hatte, bevor mir klar wurde, dass mir das Geld nix nützt, wenn ich mir das Hirn rauspuste. Schnell verließ ich den Russisches-Roulette-Salon und wandte mich den Kasinos auf dem Strip zu, da ich ja nun genug Grundkapital hatte. Das »Aladdin« war eine Enttäuschung, denn hier strippte auch die Stewardess, was in Rausschmiss resultierte. Im »Sliver Slipper« hingegen konnte ich am Einarmigen Banditen spielen. 1.000 $ wurden in Jetons gewechselt, und bis zu fünf gleichzeitig konnten eingeworfen werden, dann entschied der Zufall.
Sehr schnell stellte ich nach einigem Herumexperimentieren mit niedrigen Beträgen fest, dass der Einarmige Bandit ein wahrer Bandit war. Die Gewinnchancen waren viel zu gering, und meistens gab es nur Jetons. Auch waren die Barausschüttung lächerlich niedrig und der Jackpot unerreichbar. Da hätte ich für die Million wohl Jahre gebraucht. Also suchte ich das nächste Kasino auf. Im »Frontier« begrüßte mich ein freundlicher
Croupier am Roulettetisch (Gott sei Dank war es kein russisches) und
erklärte mir schnell die Spielregeln.
Auch hier stellte ich nach einigen Versuchen mit niedrigen Beträgen fest, dass die Chancen schlecht standen. Bei Farben oder gerade/ungerade kriegte ich nur exakt meinen Einsatz zurück, und die risikoreichen Optionen scheiterten so gut wie immer. Der Roulettetisch würde mir also keine Vorteile bringen.
Im »Sands«, »Dunes« und »Tropica« wurde das gleiche Spiel angeboten: Craps, ein Würfel-Glücksspiel. Der Croupier war dann so freundlich, mir schnell die Regeln zu erklären.
Das klang interessant, ich machte meinen Einsatz, und wollte gerade dem Croupier sagen, dass es losgehen kann, als ich diesen merkwürdigen Penner bemerkte. Er sah aus wie der vom Flughafen. Konnte das besagter Bruder sein? Schnell sprach ich ihn an, und er schien erfreut. Dann begann das Spiel. Zu meiner Übrraschung schien mein Glück sehr groß, der Penner schien die Würfel zu beeinflussen. Hatte der Mann irgendwelche telekinetischen Kräfte? Jedenfalls setzte ich grundsätzlich den Maximalbetrag. Und auch wenn mir Fortuna nicht immer hold war, so hatte ich mit dieser Hilfe doch die besten Chancen und spielte fast die gesamte Nacht durch. Dem Croupier kam dank meines Glücks der kalte Schweiß hoch, als mein Konto immer dicker wurde. Dann, kurz vor acht, hatte ich es endlich geschafft und die Million auf dem Konto.
So schnell ich konnte, rannte ich in die Kanzlei, um meinen Erfolg vorzuweisen und die Erbschaft zu kassieren. Doch groß war meine Überraschung, als ich hörte, was die Erbschaft war: Meine Tante ernannte mich zu einem wahren Mann, da ich es geschafft hätte, mich aus eigener Kraft aus dem Dreck herauszuziehen! Gerissen war die Alte, das musste ich ihr lassen, mich mit der Aussicht auf Millionen aus eigener Kraft reich werden zu lassen. Und Notar Trukmusch gratulierte mir, dass ich mit der Million auf dem Konto nun reich war. Nun, heute bin ich meiner Tante für diesen einfallsreichen Trick dankbar, denn es geht mir blendend, und Schulden sind ein Ding der Vergangenheit. Denn aus einer Million sind viele geworden, und ich lebe in echtem Wohlstand. Und das alles durch meiner eigenen Hände Arbeit. Und darum werde ich diesen wichtigen Tag nie vergessen.
Codes und Anmerkungen Das Spiel ist in drei Bereiche aufgesplittert, wobei die letzten beiden (Flughafen und Las Vegas) einen Passkode haben:
Beim Russischen Roulette sollte man vor dem Abdrücken mit dem Emulator einen Freeze-State machen. Denn der Zufall entscheidet, ob Peter sich mit dem Revolver das Hirn herausbläst oder nicht. Ebenso sollte dies im Kasino vor jedem Würfeln gemacht werden, um zeit- und nervenstrapazierende Rückschläge zu vermeiden, da die Kasinosequenz sowieso schon viel zu lang geraten und daher diese Methode statthaft ist.
Longplay
von
Joachim Henkel – danke für deine Mühe, Joachim! :-) |