Earth Orbit Station

12/1987

 

Das Spiel

Im Jahre 1996 ist die Eroberung des Weltraums schon relativ weit fortgeschritten. Zu den vielversprechenden Objekten in diesem Zusammenhang zählt die wissenschaftliche oder kommerzielle Arbeit im All.

Im Simulationsprogramm „Earth Orbit Station“ von Electronic Arts übernehmen Sie die Rolle eines Wirtschaftsbosses und leiten den Bau von Raumstationen. Um das Geschehen interessant zu gestalten, gibt es bei diesem Spiel die Möglichkeit, mit maximal vier Personen in das „Abenteuer“ einzusteigen – wobei drei Mitspieler vom Computer gesteuert werden können. 

 

Wir bauen uns 'ne Raumstation

Vor Beginn muß man sich erst eine „Mission Disk“ kopieren, auf der dann später abgebrochene Spielstände gespeichert werden. Das Programm ist sehr komplex, und ich möchte an dieser Stelle helfen, ins Spielgeschehen hineinzufinden:

Es gibt insgesamt sieben verschiedene Missionen, die Sie wählen können. Zu fünf dieser Missionen gebe ich nun ein paar Tips. Ich erwähne hierbei allerdings, daß ich, wenn es sich um im Programm ständig wiederkehrende Begriffe handelt, stets die original englischen Bezeichnungen benutze, da eine Übersetzung später sonst zu Mißverständnissen bei der Handhabung führen würde.

 

Mars Rescue

Wenn Sie die Mission „Mars Rescue“ wählen wollen, ist von Bedeutung, daß Sie hier die Technologie für das „Dry Dock“, „Propulsion Module“ und „Space Hospital“ benötigen. Zusätzlich brauchen Sie 900 Credits, um die „Space Hospital Modules“ und den „Cargoliner“ bauen zu können. Am Anfang sollten Sie in eine „Life Science Station“ mit pharmazeutischem Labor investieren, um Geld zu verdienen und die Technologie für das „Space Hospital“ zu erhalten. Erstellen Sie eine „Construction Base“ mit „Building Platforms“, um auch hier Ihr Kapital aufzustocken und die Technologie, die zur Erbauung des „Dry Dock“ nötig ist, zu bekommen. Des weiteren wäre es ratsam, eine „Transportation Base“ mit „Shuttle Ports“ anzulegen, damit die Technologie für das „Propulsion Module“ zur Verfügung steht. Benötigt werden mehrere „Life Science Stations“, „Construction Bases“ und „Transportation Bases“, bevor die benötigte Technologie für alle drei Bereiche greifbar ist.

Sobald Sie dieses Know how haben, erstellen Sie das „Dry Dock“ – gefolgt vom „Cargoliner“, welcher dann die Teile des „Space Hospital Module“ befördern kann. Zuletzt ist es dann Zeit, den Mars anzusteuern.

 

Research

Bei der Mission „Research“ erstellen Sie eine „Basic Station“ und beobachten genau das Geschehen auf dem Markt. Benutzen Sie das Menü „Commerce“ und versuchen Sie sich so schnell wie möglich in den ersten Abschnitten (Quarters) zu vergrößern. Im richtigen Moment (das heißt, wenn Sie glauben, die Voraussetzungen sind günstig), müssen Sie alle Module in das Menü „Research“ transferieren, wobei anzumerken ist, daß die komplette Mission innerhalb von acht „Quarters“ abgeschlossen sein muß und daß Module, die ein größeres Anwendungsspektrum bieten, auch mehr Technologiepunkte bringen.

 

Lunar Base

Interessant ist auch die „Lunar Base“-Mission. Hierzu bilden Sie eine „Construction Base“ mit „Building Platforms“, um die Technologie für den Bau der „Settlement Life Cargo Modules“ zu gewinnen. Parallel dazu sollten Sie eine Station mit „Solar Collectors“ bauen, um die Technologie zur Erzeugung der „Energy Platforms“ zu erhalten. Benutzen Sie diese wiederum, um die „Science Station“ anzufertigen, wobei Sie das Know how für den Bau der „Settlement Power Cargo Modules“ bekommen. Zusätzlich ist der Bau einer „Transportation Base“ mit „Shuttle Ports“ wichtig, um an das Wissen für die „Propulsion Modules“ zu gelangen. Sie benötigen diverse „Construction Science“- und „Transportation Stations“, um die benötigten Technologiehintergründe für alle Bereiche zu haben. Sobald dieses Know how zur Verfügung steht (inklusive zusätzlicher 300 Credits), sollten Sie einen „Cargoliner“ mit den „Settlement Life“- und „Power Cargo Modules“ erstellen. Dann geht's ab zum Mond.

 

Dry Dock

Bei der Mission „Dry Dock“ müssen Sie zuerst eine „Cash Reserve“ erstellen, indem Sie eine Reihe „Construction Stations“ mit „Building Platforms“ bauen und diese ins Menü „Commerce“ übertragen. Legen sie 200 Credits beiseite, um das „Dry Dock“ anlegen zu können. Im richtigen Moment müssen Sie dann alle Module in das Menü „Research“ übertragen. Dann benutzen Sie Ihr Bankguthaben, um die anfallenden Kosten zu begleichen. Versuchen Sie, soviel Geld wie möglich zurückzuhalten, damit Sie das „Dry Dock“ mit der später erhältlichen Technologie der Konstruktion bauen können. Steuern Sie das Menü „Research“ zu schnell an, wird Ihnen frühzeitig die Luft ausgehen (die Arbeitskosten sind fällig), bevor Sie in der Lage sind das „Dry Dock“ zu bauen.

 

Shuttle Mission

Die „Shuttle Mission“ ist ähnlich wie „Research“, jedoch langwieriger. Die „Shuttle Release“-Sektion im Spiel gibt oft den Ausschlag, wer gewinnen wird. Eine gute Taktik verfolgt man, wenn man mehr „Support Modules“ (Life, Power, Connector sowie Galley + Gym) hochtransportiert, als man eigentlich für die eigene Station braucht. Sie können nämlich diese „Support Modules“ für viel Geld an andere Konkurrenten verkaufen, die sich bei den Bedürfnissen ihrer eigenen Mission verschätzt haben. Aber Vorsicht, sollten die Mitstreiter schon so clever sein, selbst genug dieser benötigten Einheiten mitzubringen, kann es auch passieren, daß Sie auf Ihren Modulen sitzenbleiben.

Hier noch einige grundsätzliche Dinge, die Sie bei den verschiedenen Operationen im Spiel beachten müssen. Achten Sie immer auf Ihr Einkommen und notieren Sie den jeweiligen Profit der letzten Spielabschnitte. Ebenso müssen Sie die Ausgaben-Seite analysieren, um keine Fehlentscheidungen zu treffen. Wählen Sie „View“, „Commerce“ und „Activities“ und prüfen Sie die Markt-Aktivitäten. Dies hilft Ihnen bei der Bewertung des Risikos, wenn Sie auf der Suche nach dem Konstruktionskonzept Ihrer nächsten Station sind. Alle Stationen bestehen aus „Support Modules“, „Commerce/Research Modules“ sowie „Cargo“- und „Specialised Modules“. Haben Sie bereits eine Station mit kommerziell orientierten Modulen, wählen Sie „Tools“, dann „Commerce“, und untersuchen sie jedes dieser Module auf die Vielseitigkeit ihres Gebrauchs, den Preis, den Sie verlangen, und den Profit, den Sie daraus ziehen. Legen Sie für das nächste „Quarter“ neue Preise fest (insbesondere für jene Module, die Ihnen am wirtschaftlichsten erscheinen), und bedenken Sie immer, daß unterqualifizierte Module weniger wert sind. Dann sollten Sie auch überlegen, welche Art Station Sie überhaupt zusammenbauen wollen, und ob eventuell ein Wechsel zwischen „Research“ (dem wissenschaftlichen Gebrauch) oder „Commerce“ (dem kommerziellen Gebrauch) stattfinden soll. Wählen Sie das Menü „Tools“, dann „Station“, und suchen Sie die Station aus, die gebaut oder geändert werden soll. Unter „New Modules“ finden Sie ein weiteres Menü. Suchen sie sich das gewünschte Modul aus und drehen Sie es mit dem Befehl „Rotate“ so lange, bis es an einen dafür bereits geeigneten Punkt Ihrer Station paßt.

Neue Stationen brauchen die schon erwähnten „Support Modules“ (Command, Logistics, Life, Calley + Gym, Connectors und Power), bevor sie voll funktionsfähig sind. Wählen Sie „Place Module“, um es zu kaufen, und plazieren Sie es in das Raster an die entsprechende Stelle Ihrer Station. Diese Vorgänge wiederholen Sie bei allen entsprechenden weiteren Käufen. Denken Sie daran, daß ein einmal plaziertes Modul nicht mehr zurückgenommen werden kann. Der Gebrauch jedes Moduls kann geändert werden, indem Sie mit dem Cursor auf die entsprechende Stelle zeigen und den Feuerknopf bzw. die Taste <RETURN> drücken.

„Support Modules“ können entweder als „Support“ oder „Inactive“ deklariert werden. Andere Module können Sie in „Research/Commerce“ oder „Inactive“ ändern. Es gibt hier noch eine Vielzahl weiterer, vor allem taktischer Gesichtspunkte, die ich aber nicht weiter erläutere, da sie dem strategischen Geschick und der Vorgehensweise des einzelnen Spielers überlassen bleiben sollten.

Earth Orbit Station ist ein Programm, welches viele unterhaltsame Stunden vor dem Computer garantiert und das aufgrund seiner Komplexität immer wieder neue Überraschungen bietet.

 

(Kopfnuss aus der ASM 12/1987; Autor: Uwe Winkelkötter)