Das Abenteuer beginnt
Hier in diesem Wald sollte also meine abenteuerliche Reise also beginnen. Ich beschloss, mich hier ein wenig umzuschauen und sollte prompt einen Beutel mit Gold sowie ein langes Seil finden, was ich beides an mich nahm ...
... um daraufhin durch einen Höhleneingang in den Limbo zu verschwinden. So stieß ich auch bereits auf das erste Hindernis, von welchen mich auf meiner langen Reise noch so einige erwarten sollten, in Form eines langen, strömenden Flusses, den ich nicht aus eigener Kraft überqueren konnte. Ich stand vor einem Dilemma, schien dies doch bereits das frühe Ende meiner Reise zu werden – und das meines Lebens. Der Rückweg an die Oberfläche wurde mir verweigert, und nun nahte noch eine tödliche Gefahr in Form eines Schwarmes aggressiver Insekten! Die in meinem Besitz befindlichen Güter schienen mir nicht weiterzuhelfen, konnte ich mich doch nicht mittels Seil auf das andere Ufer hangeln, und den plötzlichen Reichtum, den ich durch den Beutel Gold erlangte, half mir auch nicht, den mir nun drohenden Tod abzuwenden.
Bereits mit meinem Leben abgeschlossen, sollte Fortuna dieser sonst gar grausam ausgegangenen Geschichte eine Wendung geben. Ein Fährmann mit seinem Boot kreuzte meinen Weg, bereit, für eine kleine Gegenleistung in Form meines Beutels voll Gold, mich auf die andere Seite des Flusses zu befördern. So erfüllte ich ihm sein Begehren und stieg hastig in sein Boot, die stechfreudigen Insekten noch im Nacken.
Der erste Kreis Kaum auf der anderen Seite
angekommen, betrat ich den ersten Kreis: die Hölle der Nicht-Christen
und derer, die lange vor dem Christentum starben und, wenn auch in
einer friedlichen Existenz, bis heute ohne Hoffnung auf Gottes Licht
verweilen.
Diesen Kreis sollte ich ohne
jegliche Probleme hinter mir lassen. Das einzige, was mein Abenteuer
hätte beenden können, war ein Dämon mit 'nem nackten Hintern, der sich
Peitsche schwingend an meine Fersen heftete. Zwischendurch fand ich
Der zweite Kreis Als mein Weg mich in den zweiten Kreis führte, konnte ich einen lauten Sturm wahrnehmen, der nur noch durch das Heulen der von ihm herumgewirbelten Sünder übertönt wurde. Ich hatte den kreis der Wollüstigen erreicht, die ruhelos wie die Sünde selbst die ihr verfallenen Seelen bis in alle Ewigkeit durch diese Hölle treibt.
Jeder von mit getätigte Schritt musste gut überlegt sein, denn jegliche Kollision mit den hier herumwirbelnden Gepeinigten hätte mich sofort in diesen gigantischen Sog gezogen, so dass auch ich, euer geschätzter Erzähler, auf ewig dieser Tortur ausgeliefert worden wäre. Allein die Vorstellung daran ließ mich erschaudern – doch Halt, was sah ich da? Inmitten dieses Infernos sah ich eine Fackel, die dem Raum Licht schenkte. Ich nahm auch diese an mich und verließ vorsichtig diesen Grauen erregenden Ort.
Der dritte Kreis Der Kreis der Gefräßigen und Maßlosen war das Nächste, wohin mich meine Reise führte. Aus Gräben mit kaltem, unreinem Wasser entwich ein Gestank, den ich hier nicht zu beschreiben vermag. Auch hier wählte ich meine Schritte mit Bedacht, da mir mein Leben lieb und teuer war. Auf schmalen Wegen wanderte ich, um auch diesen Abschnitt der Hölle hinter mir zu lassen, als ich plötzlich, wie aus dem Nichts, von einem Hund angegriffen wurde, der mich zu schnellerem Schritte zwang.
Kaum hatte ich die Bestie
abgeschüttelt, als ich schon die nächste sah, darauf lauernd, mit ihren
langen Krallen armen Seelen Stücke aus ihren Körpern zu reißen!
Bedächtig beobachtete ich eine Weile die Bewegungen der Kreatur, um den
perfekten Zeitpunkt abzupassen, um mich schnell an ihm vorbei zu
mogeln. Jedoch sollte meine Planung jäh gestört werden, kam doch auch
noch das Biest welches ich bereits abgeschüttelt glaubte, wieder hinter
mir her, so dass ich schnell handeln musste. Schnell die Bewegung des
mir immer noch auflauernden Hundes abgepasst und zügig an ihm
vorbeigeschnellt. Nun hatte
Der vierte Kreis Ich erreichte den Ort jener, die ihr Leben mit der Gier nach immer mehr Besitztum verschwendet hatten. In einem Kreis zwischen unermesslichen Reichtümern waren diese verdammt, schon nicht mehr aufrecht stehend könnend, schwere Felsen vor sich herzuschieben. Ohne Rücksicht oder bereits ohne eigenen Willen schoben sie ihre Last immer vor sich her, zu blind oder zu gleichgültig, mich wahrzunehmen. So musste ich mir meinen Weg durch all die hier angesammelten Reichtümer – die wohl niemandem mehr von Nutzen sind – und unter der ständigen Bedrohung, von diesen gigantischen Steinen zerquetscht zu werden, bahnen. Um Haaresbreite von einem dieser Felsen zerschmettert, trat ich ein in den fünften Kreis.
Der
fünfte Kreis Am Turm angekommen, wurde mein Weitergehen erneut durch den See blockiert, an dem ich dem Tode erst kurz zuvor entronnen war. In der Hoffnung, dass vielleicht noch einmal der Fährmann auf mich aufmerksam würde, zündete ich jene Fackel an, welche ich in dem Kreise der Wollust an mich genommen hatte. Kaum auf mich aufmerksam geworden, kam der, den ich mir erhoffte, heran, um mich mit seinem Boot fort von dieser Insel zu tragen.
Als ich das andere Ufer betrat, stand ich vor den Toren der Stadt „Dis“, welche jedoch von einem Wesen bewacht wurden, dessen Kopf geschmückt war mit Blindschleichen und Schlangen. Hier sollte die schwerste aller Prüfungen auf mich warten: Ein Blick in ihr Antlitz hätte meine Odyssee endgültig beendet, so dass ich alles Menschenmögliche tat, ihren Anblick zu meiden. Es gab keinen Zweifel, dass ich es mit Medusa persönlich zu tun hatte ...
Die Stadt Der Dämonin entkommen, trat ich durch die Pforten in die Stadt ...
... und fand mich auf einem Friedhof wieder, dessen Särge alle offen standen. Einigen bekannten Namen nach schien dies der Friedhof der Ketzer zu sein, die verflucht waren, hier zu liegen, bis der Tag des Jüngsten Gerichtes sie aus diesem Höllenloch befreien sollte. Aber die Zeit, mir die Gräber genauer anzusehen, sollte mir nicht gegönnt sein: Schon drohte neue Gefahr durch den Angriff zweier Dämonen, die mich sofort peitschenknallend in die Zange nahmen. Ein Kruzifix, welches dort am Wege lag (Gott weiß, wie es dort hinkam), sollte mir mein Leben retten. Als ich es den Dämonen entgegen hielt, verschwanden beide mit einem lauten Knall, so dass ich vorerst ungestört meinen Weg fortsetzen konnte.
Der Fluss Phlegeton Ich erreichte den Fluss Phlegeton, dessen Gräben aus kochendem Blut bestanden. Und als ob dies noch nicht Hindernis genug wäre, schossen Flammen aus dem Boden. So durchlief ich diesen Zirkel einige Male, ohne einen Weg aus diesem Teil der Hölle hinaus zu finden. Ich stoppte in einer Nische,
in der mich auch die Flammen nicht verbrennen konnten, und fand mich
vor einer Mauer wieder – ohne eine Idee, wie ich sie überqueren konnte!
Ich wusste jedoch, dass der Berg Purgatorie und somit das Ziel meiner
Reise nicht mehr fern sein konnte. Erneut versuchte ich mich mittels
des Seils dort hinüberzuhangeln, langsam in dem
Plötzlich, wohl durch mein Seil angezogen, erschien ein großer Drache – scheinbar ein netterer Bewohner dieses schrecklichen Ortes – und ließ mich auf seinen Rücken aufsteigen ...
Mein weiterer Weg wurde erneut erschwert durch mehrere Dämonen, jedoch leisteten mir mein Kreuz sowie noch mehrere, die ich unterwegs fand, gute Dienste. Ich sah Frauen, die durch Äste und Wurzeln, die aus ihren Körpern wuchsen, auf groteskeste Weise entstellt wurde, auf ewig an Wurzeln an gebunden waren.
Schwarze Hunde jagten mich durch Labyrinthe aus Schlangen, kochenden Flüssen und völlig zerrissenen Menschenteilen. Mörder, die mit dem Haupt zuunterst in brennendem Sand begraben waren, sowie Sünder, die auf ewig in kochenden Flüssen lagen, kreuzten meinen Weg. Irgendwann war es soweit: Ich erreichte den letzten Zirkel der Hölle, nur wenige Schritte trennten mich vom Ziel meiner Reise. Greifen, die aus dem Boden heraus nach mir griffen, versuchten, mich zu ihnen zu ziehen, und irgendwann war es soweit: Ich sah ins Antlitz des Teufels!
Ich flüchtete in den Ausgang, der direkt vor ihm lag ...
... und ich war am Ziel meiner Reise: Ich hatte den Berg erreicht! Frische Luft durchströmte nach langer Zeit wieder meinen Körper, und endlich sah ich wieder die Sterne.
(Inoffizielles Longplay 7/2003; Autor: Reinhard Klinksiek) |