Wie in guten
alten Zeiten … Der Mond verschwand schon vor Stunden hinter dichten Regenwolken. Allein das Licht der Laternen, das sich auf den nassen Straßen spiegelt, spendet der verschlafenen Stadt etwas Helligkeit. Eine junge Frau hastet, eingehüllt in einen dicken Mantel, über den Bürgersteig. Nachdem ich die Zimmerbeleuchtung etwas dimme und die Heizung aufdrehe, überkommt mich ein Gefühl von Zufriedenheit. Die Nacht ist noch jung und das Wetter lädt zu einer Runde am guten alten C64 ein. Also setze ich einen Kaffee auf und stürze mich in die Verlagslaufbahn … Das Intro wird kurzer Hand
geskippt, ich kann es mal
wieder nicht erwarten. Kurz noch meine Maus aus einer Ecke gekramt und
da bin ich auch schon im Hauptmenü. Diesmal entscheide ich mich
für die vollbusige Dame. Sie bewegt sich bei einer Vitalität
von 7 recht flott durchs Haus und ist mit genügend Sex-Appeal
ausgestattet, um den Bankdirektor bereits zu Spielbeginn zu einem
Kredit von mindestens 80.000 DM zu überreden. Ihre Fantasie
lässt zwar zu wünschen übrig, aber ich kann mein Blatt
auch ohne die tollsten Zeitungsbeilagen gut verkaufen. In anderer Weise
nimmt die Fantasie keinen Einfluss auf das Spielgeschehen. Eine
Cleverness von 4 bedeutet, dass sie in einigen Räumen etwas mehr
zahlt als ein geistreicherer Kollege, der besser verhandeln kann
– etwa bei einer Bestechung im Polizeirevier. Doch im Vergleich
zu dem enormen Kreditvorsprung sind das eher Peanuts. Schnell klicke
ich noch in das blinkende Feld, um ihr einen etwas
attraktiveren Namen zu geben. Ich nenne sie Babsi. Als Gamemode
wähle ich den Ein-Spieler-Modus, ein Kumpel ist gerade nicht zur
Stelle. Dann geht es noch mal ins Player-Auswahl-Menü zurück,
um den Schwierigkeitsgrad etwas zu erhöhen. Ich klicke auf Player
2, also den Computer, und erhöhe mit den Pfeil-Tasten den Wert der
Computereigenschaften auf 8. Wäre doch gelacht, wenn das Spiel den
eigenen Programmierer besiegen würde. Und nun kann es eigentlich
losgehen. … Inzwischen ist der Kaffee längst fertig, ich fülle mir eine Tasse und stelle bei einem Blick aus dem Küchenfenster erneut mit Wohlwollen fest, dass ich es besser als hier drinnen nicht haben könnte … »Kultur« lautet das Tagesmotto, das ist das Erste, was ich nach einer Begrüßung zu hören bekomme. Ich brauche mich allerdings gar nicht großartig zu bemühen, denn bei Level 8 stehen die Chancen, das Motto zu gewinnen, äußerst gering.
Der erste Tag … Moment, ich habe Zucker und Milch vergessen. Zum Glück gibt es ja die Pausentaste <@>, die man allerdings nur betätigen kann, wenn sich in dem Moment keine der beiden Figuren durchs Haus bewegt … Mein erster Weg führt mich zum Arbeitsmarkt, denn je schneller ich an Reporter komme, desto eher kann ich ihnen Aufträge erteilen. Gesagt, getan. Ich stelle alle Reporter ein, die sich anbieten. Einige sind zwar äußerst mies, allerdings schreiben auch die schlechtesten Reporter noch Artikel, die man anfangs ohne größere Bedenken in seine Zeitung aufnehmen kann. Der einzige Punkt, auf den man vielleicht achten sollte, ist der Vorschuss, den ein Reporter verlangt. Sind es über 1.000 DM, dann würde ich mir schon überlegen, ob mir dies die zwei bis drei Artikel wert sind, die er heute wohl schreiben wird. Und morgen wird er dann ohnehin gefeuert, wenn etwas besseres auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen ist. Ich stürme daraufhin gleich in mein Personalmenü, nur drei Türen weiter links. Hier versorge ich die Angestellten mit genügend Arbeit, damit mir auch keiner faul auf der Tasche liegt. Ich habe es mir dabei zur Angewohnheit gemacht, so viele Aufträge zu vergeben, dass als Fertigstellungszeit beim jeweiligen Reporter Fragezeichen erscheinen, er also bis zum nächsten Tag mit Arbeit eingedeckt ist. Beim Verteilen der Aufträge achte ich noch ein wenig darauf, ob sich die Sparten auch mit den Vorlieben der Reporter decken. Als Artikelgröße wähle ich immer Werte wie etwa 2x2 oder 2x1, so lässt sich die Zeitung am einfachsten layouten. Normalerweise gebe ich bestimmten Reportern auch immer wieder die selben Aufträge; so macht Mad Muskelkinn immer Sportartikel, da mir die Auftragsvergabe so etwas schneller von der Hand geht und man auch immer die meisten Sparten abdeckt. Dies setzt allerdings voraus, dass man einen Experten für jede Sparte hat. Und da zu Spielbeginn meine Redaktionscrew mehr oder weniger ein ärmlicher Haufen ist, kann ich das vorerst ohnehin vergessen. Ich eile alsdann in die Werbeagentur. Leider habe ich es nicht mehr vor 18.00 Uhr geschafft, wenn ich Pech habe, dann sind schon ein paar interessante Angebote weg, da zu jeder vollen Stunde bis zu zwei Werbeangebote zwei neuen weichen müssen. Ich kann mich glücklich schätzen, drei Werbungen abbekommen zu haben. Nun eilt es nicht mehr ganz so arg, ich könnte also zunächst mal die Bank aufsuchen, wo ich gewissermaßen schon mal hier bin. Heute brauche ich das Geld zwar noch nicht, aber so kann ich beim Verhandeln etwas höher pokern, als wenn es schon um Kopf und Kragen ginge. Nachdem mir auch 80.000 DM nicht genug waren, schmeißt mich der Bankdirektor verärgert raus. Auch als ich gleich noch mal rein gehe, steht er mir noch nicht wohlgesonnener gegenüber. Also hole ich morgen meinen Kredit ab, dann kann ich allerdings nur noch bis 80.000 DM verhandeln. Und diese Summe klappt bei dieser hübschen Figur immer. Wie es der Zufall will, führt mich mein nächster Weg in den Erotik-Shop. Nachdem ich mich hier über die horrenden Preise für Aktfotos ereifere, greife ich stattdessen erst einmal zu dem Artikel, den mir meine Hübsche anpreist. Der Comic-Shop ist gleich nebenan, und dort schlage ich auch erst mal ordentlich zu. Die Comics selbst sind zwar heute nicht gerade verlockend, aber die Lottozahlen sollte ich schon mitnehmen. Dann greife ich noch nach einigen Rätseln, die man als Lückenfüller anfangs immer auf Lager haben sollte. Auch ein Monsterrätsel vom Format 4x4 nehme ich mit, falls es meine Reporter heute nicht schaffen sollten, eine ausreichende Anzahl an Artikeln zu schreiben, damit ich zwei Seiten meiner Zeitung voll bekomme, die nötig sind, damit ich die Zeitung an Mann bringen kann. In die Kantine brauche ich nicht – dass meine Beliebtheit am Anfang bei 70 Prozent liegt, weiß ich auch so. Also bleibt in dieser Etage noch die Wahrsagerin, bei der ich auch einen Artikel kaufe. Es ist bereits halb acht, Zeit also, um mal wieder in die Werbeagentur zu schauen. Natürlich war nichts für mich dabei. Ab in den Lift und hoch in die dritte Etage. Hier ist vorerst allein das Polizeirevier von Interesse, wo ich mir auch flugs einen Unfallbericht abhole. Die 100 DM können wir uns noch abringen. Das Wetter wird in der Etage drüber gemacht, und dort gibt es für uns sicher auch noch einen kleinen Bericht. Wir begnügen uns mit dem Wetter von heute, so viel anders wird es morgen schon nicht werden. Auf ein Foto können wir auch verzichten, aber die Größe des Berichtes darf schon 2x1 sein. Um 1.500 DM ärmer und mit einem schlechten Gewissen, die Zeitung mit dem alten Wetter dem Gespött der Leute auszusetzen, steigen wir in den Lift, um uns mal wieder zur Werbeagentur zu begeben. Kurz nach neun, es könnte vielleicht was drin sein. Könnte, wie gesagt. Nun wird es allerhöchste Zeit, auch mal in die News-Agentur zu schauen. Hier decke ich mich mit Artikeln ein, die mir auch noch ein wenig finanziellen Spielraum lassen. Also: Alles, was nicht viel teurer als 1.000 DM ist. Der Info-Raum ist gleich nebenan. Hier schalte ich erst einmal die Grafik aus, so schön sie auch sein mag, aber die Menüs werden dann einfach viel schneller geladen. In aller Ruhe schlendere ich zur Werbeagentur, um kurz nach 22.00 Uhr gleich noch mal nach Aufträgen zu schauen. Natürlich ist der Computer gerade drin, als ich den Raum betreten will. So muss ich draußen warten. Vermutlich schnappt er mir gerade die besten Werbungen weg. Und sieh an: zweimal ›BSE Prods‹, die könnte ich morgen gebrauchen. Aber heute ist meine Auflage noch zu gering, die Werbungen werden nicht rausgerückt. Ich schaue noch mal in das Personalmenü und sorge dafür, dass jeder Angestellte vier Aufträge hat. Dann habe ich morgen zum Tagesbeginn genügend Zeit, mich um andere Dinge zu kümmern, ohne dass die Reporter tatenlos in meinen Räumen herumlungern. Es ist bereits nach elf, also schaue ich ein letztes Mal, ob inzwischen etwas Werbung für mich reinkam. Pustekuchen. Nun schleunigst ins Büro, bevor um Mitternacht abgeschlossen wird. Hier interessiert mich erstmal nur der Computer. In aller Ruhe layoute ich meine Zeitung. Dabei versuche ich zunächst, auf der Titelseite so viele Sparten wie nur möglich unterzubringen, damit die Zeitung am Kiosk auch recht viele Zielgruppen anspricht. Hat man erst einmal für jede Sparte seinen bevorzugten Reporter, dann sollte der jeden Tag einen 2x1 Felder großen Artikel schreiben, damit man diesen auf die Titelseite packen kann. Da es nur sieben Sparten gibt, wird das übrige 2x1-Feld mit einem Extra wie etwa dem Wetter besetzt. Die nächste Seite fülle ich mit Regionalartikeln. Davon sollten wir einige haben, da uns die Wahrsagerin und die süße Polizistin jeweils einen verkaufte. Auf die noch freien Felder breite ich die drei Werbungen aus, die ich mir mühsam ergatterte, und dann hat da auch noch das Wetter Platz. Mit Ausnahme der Titelseite sollten die Seiten recht einheitlich gestaltet werden, das heißt: nicht zu viele Sparten.
Die erste Zeitung Ich achte darauf, dass die Zeitung mindestens zwei gefüllte Seiten Inhalt hat, also 36 Felder mit Artikeln belegt sind. Die Werbung wird dabei außen vor gelassen. Da ich neun Felder mit Werbung belegt habe, muss ich demnach inklusive der Werbung mindestens 36 + 9 = 45 Felder füllen. Ich klicke noch mal auf die Schere, bevor ich das Menü verlasse, um zur Übersicht zu gelangen. Mit 52 gefüllten Feldern liege ich also gut im Limit. Der Tag ist beendet, also
suche ich die Druckerei auf. Mit einer
Auflage von 30.000 Stück könnte ich mir endlich die ersehnten
Werbeaufträge holen, also zögere ich nicht lange. Ich stelle
fest, dass ich mit einem anderen Druckverfahren kostengünstiger
fahre, also wähle ich hier Bogenoffset 2. An Farbdruck denke ich
noch nicht mal und den Preis setze ich bei 69 Pf an. Hurra, ich erhalte
bereits meine ersten Werbeeinnahmen! 20.000 DM habe ich den
Werbeaufträgen von V. O. Productions zu verdanken. Andere
haben da vielleicht weniger Glück. … Langsam beschleicht mich ein starkes Hungergefühl. Wollen doch mal schauen, ob da nicht noch eine Pizza aufzutreiben ist … Am nächsten Tag holt mich
die Realität wieder ein. Obwohl ich
mit einem Verlust von 13.000 DM eigentlich noch ganz zufrieden sein
sollte. Die Vertriebskosten von 21.000 DM sind mir da schon eher
ein Dorn im Auge. Das Tagesmotto gewann natürlich der Computer,
ich hatte mir ja auch keine Mühe gegeben. Wählt man eine
geringere Schwierigkeitsstufe, dann sollte man sich schon bemühen,
dem Tagesmotto gerecht zu werden, denn die 10.000 DM sind gut zu
gebrauchen.
Auf der Jagd nach Werbeaufträgen Ich entlasse also die größten Versager unter ihnen und stelle neue Kandidaten ein, um diese gleich anschließend mit Aufträgen zu belasten. Nun schaffe ich es gerade noch vor 18 Uhr, in die Werbeagentur zu stürmen, und siehe da, es ist sogar was für mich dabei. Da es nun nach 18 Uhr ist, als ich das Menü wieder verlasse, warte ich einige Sekunden und betrete die Agentur erneut. Denn auch wenn die Stunde umschlägt, während man in dem Raum ist, können neue Aufträge reinkommen – sie werden allerdings erst aktualisiert, wenn man den Raum erneut betritt. Doch diesmal habe ich kein Glück. In der Hoffnung, der Bankdirektor habe sich beruhigt, beschließe ich, einen neuen Versuch zu starten. Diesmal nehme ich die 80.000 DM und verabschiede mich noch höflich. Im Erotik-Shop will man mir über 5.000 DM abnehmen, für einen Artikel erscheint mir das zu happig. Die Wahrsagerin ist da schon bescheidener und bekommt dann auch die 2.400 DM von mir. Aber für zwei Artikel. Auch Comics sind mir heute noch zu teuer, also müssen erstmal ein paar kleine Rätsel reichen. Dafür bleibt die Polizeibeamtin bei ihren 100 DM für den Unfallbericht, und auch beim Wetter greife ich auf Altbewährtes zurück. Eine Versicherung brauche ich auch heute noch nicht, so treibt es mich dann wieder in die Werbeagentur. Zu meinem Bedauern gibt es noch immer nichts für mich. So warte ich, bis es zur nächsten Stunde geschlagen hat. Währenddessen schaue ich auch noch in die News-Agentur, und wenn der Computer nicht schneller war, erstehe ich ein paar billige Artikel. Noch bieten mir die knapp 140.000 DM auf meinem Konto genug Spielraum, aber in den nächsten Tagen sollten schon ein paar Werbungen kommen. Doch auch 22 Uhr war da Fehlanzeige. Anschließend vergebe ich mal wieder einige Artikelaufträge an meine Angestellten, wir wollen sie ja nicht umsonst bezahlen. Da es nun bereits nach elf ist, versuche ich mein Glück noch einmal in der Werbeagentur … wo es wieder nichts zu holen gibt. Also ab ins Büro und die Zeitung layoutet. Wie gehabt. In der Druckerei bleibe ich bei meinen 30.000 Stück und erfreue mich an dem gestiegenen Zeitungsniveau, welches mir von der Statistik verkündet wird. Mit 26.000 DM Werbeeinnahmen zähle ich mich zu den Spitzenverdienern, obgleich es schon deutlich mehr sein könnte. Doch wie gewonnen, so zerronnen: Um ganze 40.000 DM bringen mich der Verlust und die Vertriebskosten. Und auch die Kreditrate nagt jetzt noch an meinem Erspartem. Diesmal stürze ich mich
zuerst auf die Werbeagentur und bekomme
auch tatsächlich eine ›BSE Prods‹ ab. Guter Dinge
schaue ich sogleich in den Arbeitsmarkt, wo es heute allerdings weniger
erfreulich aussieht. Im Erotik-Shop will man ganze 12.900 DM für
einen Artikel, da verschwinde ich sogleich zur Wahrsagerin. Die
beglückt mich dann auch schon für 100 DM. Der Unfall- und
Wetterbericht sollte nicht fehlen, und schon geht es wieder zur
Werbeagentur. Auch die News-Agentur will nicht vergessen werden
und die Reporter sollten mit Arbeit versorgt sein. Vielleicht ist jetzt
der richtige Zeitpunkt, um abzuspeichern. Der nächste Stromausfall
kommt bestimmt. … Inzwischen ist die Pizza fast verbrannt. Doch ich beschwere mich schon gar nicht mehr. Das ist das Los eines Crazy-News-Spielers: Man vergisst einfach die Zeit … Dieses Longplay wäre wohl eine recht langweilige Lektüre, wenn ich den Spielverlauf des gesamten Spieles in allen Details schildern würde. Der Tagesverlauf geht im Prinzip immer nach demselben Muster vonstatten, deshalb werde ich jetzt vor allem die ungewöhnlichen Aktionen erläutern. Wann immer mir die Zeit zu langsam verstreicht, positioniere ich den Zeiger am linken unteren Rand meines Fensters und halte die Maustaste gedrückt, solange die Zeit vorgespult werden soll. Ich begnüge mich vorerst mit meiner 30.000er-Auflage und versuche, Werbungen zu horten, wie ich nur kann. Sobald meine nähere Zukunft relativ sicher ist, ich also einige Werbeverträge in der Tasche habe, beschließe ich, eine Spionageaktion in der Unterwelt zu starten. Das Zielobjekt soll die Wahrsagerin sein. Am kommenden Tag beginne ich damit, die Kurse, die mir die Wahrsagerin nun anbietet, nach und nach abzusitzen. Natürlich nur, soweit es mir die Zeit erlaubt. Sobald ich knapp 160.000 DM habe, erhöhe ich meine Auflage auf 90.000 und setze den Preis der Zeitung bei 89 Pf an. Höher kann ich die Auflage vorerst nicht ansetzen, da ich dann auf Farbdruck umschwenken müsste – und der ist reichlich teuer. Nun komme ich allerdings an einige günstige Werbeangebote, die mir bei einer 30.000er-Auflage noch nicht zur Verfügung gestanden hätten. Je nach Level des Computers sollte man früher oder später auch die nächste Spionageaktion starten, da er sich auch bald auf die Suche nach den sieben Dorfältesten machen wird. Ich entschied mich für Level 8, mir bleibt also nicht viel Zeit bei der Suche. Also starte ich bereits am vierten Tag die nächste Spionageaktion. Diesmal muss die Wetteragentur herhalten. Auch dort quäle ich mich am Tag darauf durch den zweistündigen Wetterkurs, der sich als Menüpunkt auftut. Für die vorerst letzte Spionageaktion im Erotik-Shop muss ich noch einige Tage sparen, zumal das Buch, welches dadurch aufgedeckt wird, selbst auch noch einmal 50.000 DM kostet.
Die ersten Dorfältesten Inzwischen hat der Computer längst den ersten Dorfältesten gefunden. Auch an der zweiten Suchaktion, die er wohl bereits in Gang setzte, kann ich mich wegen Geldmangels nicht beteiligen. Zwei Dorfälteste hat er mir also praktisch bereits voraus. Der nächste Schritt in der Expansionsgeschichte meines Verlages will wohl überlegt sein. Noch immer beschränke ich mich auf die Produktion einer Schwarzweißzeitung. Ausschlag gebend für den Umstieg auf einen Farbdruck ist für mich die Tatsache, dass ich als Produzent einer Farbzeitung statt der üblichen fünf nun ganze zehn Werbeangebote in der Agentur durchstöbern kann. Damit erhöht sich die Chance auf einen guten Auftrag ganz wesentlich. Außerdem führt natürlich kein Weg daran vorbei, denn ab einer Auflage von 100.000 zwingt mich die Druckerei zum Farbdruck. Nachdem ich gut 300.000 DM zusammen habe, um eine Auflage von 120.000 zu finanzieren, auch falls ich am kommenden Tag nicht gleich zahlreiche einträgliche Werbungen bekommen sollte, wage ich mich an den Farbdruck. Dies sollte spätestens dann der Fall sein, wenn der erste Kredit abbezahlt wurde. Dann kann ich einen neuen Kredit aufnehmen. Ich beachte genau die Werbungen, die mir in der Agentur angeboten werden. Nur so kann ich feststellen, welche Auflagen sich rentieren und welche wohl eher nicht. So wäre ein Sprung von 120.000 auf 300.000 Stück sehr töricht, da man mit 450.000 wesentlich bessere Werbungen bekommen kann. In dem Fall sollte man also lieber noch ein wenig sparen. Und genau auf diese Weise arbeite ich mich die Karriereleiter hoch. Zwischendurch sollte ich natürlich nicht die Suche nach den Dorfältesten vergessen. Es ist hierbei im Ein-Spieler-Modus übrigens recht nützlich, wenn man sein Angebot immer erst macht, nachdem der Countdown fast abgelaufen ist, also am letzten Tag des Countdowns nach 0 Uhr. Sonst verschenkt man sein Geld beim Pokern um die Suchaktion, da der Computer sich natürlich immer um das Sponsoring bemühen wird.
Der große Durchbruch Nachdem ich mich an die 450.000er-Marke herangearbeitet habe, springe ich auf 800.000 Stück. Wenn dieses Ziel erreicht ist, kann mit einem bisschen Vorsicht kaum noch etwas schief gehen, da sich ab etwa einer Million Stück Auflage die Zeitung allein durch die Verkaufserlöse trägt. So muss man nicht um günstige Werbeangebote ringen. Inzwischen ist mein Budget wesentlich größer als in den ersten Tagen, deshalb kann ich nun mehr Wert auf vernünftige Artikel legen. Um die Qualität meiner Zeitung zu steigern, gehe ich also dazu über, das neueste Wetter in der Größe 4x2 zu kaufen. Natürlich mit Foto. Auch die Rätsel verbanne ich, da sie den Qualitätsdurchschnitt senken. In der Newsagentur wird nun mehr auf ein ansprechendes Niveau als auf Dumpingpreise geachtet. Ich kaufe also nur noch Artikel, die den Qualitätsdurchschnitt meiner Zeitung nicht senken. Diesen erfahre ich am Ende eines jeden Tages in der Druckerei, und er liegt in der Regel bei etwa 7-7-8. Nachdem sich die Zeitung nun selbst trägt, verwende ich auch nicht mehr allzu viele Werbungen. Außerdem ist es auch bald an der Zeit, den Vertriebsbereich zu erweitern. Während ich bisher in meiner Region mit 2,1 Millionen Lesern noch nie an meine Grenzen stieß, so könnten es bald etwas mehr Leser sein. Sobald also die erwarteten Verkaufszahlen größer sind als die Leserzahl, die ich in meinem Vertriebsbereich erreiche, nehme ich eine neue Region mit in den Vertrieb auf, wobei es keine Rolle spielt, welche Region das ist, denn die Vertriebskosten sind inzwischen doch eher der kleinere Teil meiner Ausgaben. Wie ich in der Kantine
erfahre, ist meine Beliebtheit bei den drei
verschiedenen Zielgruppen inzwischen so hoch, dass ich eigentlich keine
Werbung für meine Zeitung mehr zu machen brauche. Aber den
Aktienmarkt könnte ich mir vielleicht etwas genauer anschauen. Der
Kauf diverser Aktien lohnt sich erst, wenn man bereits über
genügend Grundkapital verfügt. Es sollten zumindest einige
hunderttausend DM angelegt werden, damit sich das Geschäft
wirklich auszahlt. Alle anderen Aktionen wiederholen sich eigentlich regelmäßig. Auf diesem Weg sollte das Ziel des Spiels erreichbar sein. Wer erst einmal über die ersten zwei Wochen hinaus ist, der wird sicher keine Probleme mehr haben. Und wurde dann der siebte Dorfälteste gefunden, so wartet eine Endsequenz voller Überraschungen auf den vom Konkurrenten gepeinigten Verlagschef. Glaubt mir, es lohnt sich, oder wolltet ihr zum Beispiel nicht schon immer mal etwas mehr von der E-Shop-Verkäuferin sehen … … Der nächste Tag ist längst angebrochen. Ich hatte meinen Spaß mit dem knausrigen Bankdirektor, der sonnigen Wetterdame, der dominanten Unterweltbraut und nicht zuletzt dem pfiffigen Computergegner. Und ich hoffe, das Longplay hat euch zumindest so weit durch das Spiel begleitet, dass ihr ganz gut auf eigenen Beinen stehen konntet. Ich wünsche euch auch weiterhin viel Spaß mit den Dorfältesten und hoffe, dass wir als Entwickler dieses Spiels mit Crazy News wenigstens ein bisschen zur Geschichte des kleinen Commodore beigetragen haben. Euer Stefan Kluge
(Longplay vom Crazy-News-Programmierer Stefan Kluge) |