Crazy News

1998

 

Die Vorgeschichte

Vor geraumer Zeit, sagen wir mal, es war gegen Ende des 18. Jahrhunderts, wurde irgendwo in Sibirien ein Dorfältester geboren: Zweistein. Jawohl, man nannte ihn Zweistein. Und genau dieser weise Mann war es, der den legendären »Club der sieben Dorfältesten« gründete. Sicher hast du schon davon gehört; das ist ein Club, in dem sieben, manchmal auch acht oder neun verrückte alte Knaben ihren Spaß haben. Wilde Partys, heiße Bräute, schnelle Flitzer und was sie nicht alles treiben. Aber du solltest dich eigentlich noch daran erinnern, denn du warst es, der vor ein paar Jahren in genau diesen Club eintreten durfte! Wie viele Nächte hast du mit den Jungs vollbusige Mädels abgeschleppt, Goldfische gefaltet und Straußeneier zerschlagen? Wie oft seid ihr losgezogen, habt einen Linienbus geklaut und seid damit Straßenrennen gefahren? Und nun soll damit Schluss sein? Bloß weil du nicht in der Lage warst, mal eine lächerliche
Nacht lang Wache zu schieben? Nein, das wirst du nicht zulassen. Aber lass mich am Besten von vorn anfangen …

Bei einem Preisausschreiben zur Förderung des positiven Rinderwahnsinns gewannen die sieben Dorfältesten eine Kaffeefahrt nach Ägypten. Dummerweise wurde die Reise nur für sieben Mann gebucht, und so war es dir mal wieder nicht vergönnt, mitzukommen, denn wenn einer zurückstecken musste, dann natürlich du, denn du bist schließlich der Jüngste. Doch auch diesmal solltest du noch Glück haben (oder würde es sich später mehr als Pech herausstellen?): Der letzte Busfahrer des Reiseunternehmens erkrankte kurzfristig. Da die Dorfältesten sich aber schon mächtig auf die süßen kleinen Ägypterinnen gefreut haben, entschlossen sie sich, dich als Fahrer mitzunehmen. Mit etwas Verspätung kamt ihr schließlich in Ägypten an, und man erwartete euch auch schon. Von nun an sollte es per Wüstenschiff weiter gehen, und natürlich wurdest genau du für die Nachtwache eingeteilt.

Ein wenig geschwächt von den 15.000 Kilometern auf der Straße konntest du dem Schlaf nicht widerstehen. Und während deiner verdammten Unaufmerksamkeit wurden eure Kamele sabotiert! Am nächsten Morgen, keiner bemerkte den Zwischenfall, wurden die sieben Dorfältesten auf den sieben Kamelen verstaut und die Reise sollte weitergehen. Doch was dann mit den Kamelen passierte, kannst du dir bis heute nicht erklären. Sie prügelten wie die Wilden in alle Himmelsrichtungen davon, bis von ihnen – und was viel schlimmer ist: von den Dorfältesten – keine Spur mehr war!

Nachdem du dir unzählige Nächte um die Ohren gehauen hast, wusstest du: es kann nur noch ein Ziel in deinem Leben geben: die Suche nach den sieben Dorfältesten! Das einzige Problem bei der Sache liegt auf der Hand: Geld. Damit lässt sich ja heutzutage alles regeln. Doch Zweistein hatte dir neulich einen
Job angeboten: Manager und Chefredakteur einer Regionalzeitung! Natürlich hattest du damals nicht den geringsten Grund, jeden Tag schwer schuften zu gehen, doch jetzt sieht die Sache schon ganz anders aus. Also wirst du dich gleich mal in das Verlagshaus begeben und schauen, wie sich recht schnell an hoffentlich viel Geld kommen lässt. Geld, mit dem du die Suche finanzieren kannst. Doch noch ein schmerzlicher Gedanke schießt dir durch den Kopf: Wenn du die Dorfältesten nicht schnell genug findest, könnte dir ein Anderer zuvorkommen! Und dann war's das für dich – dann gibt es keine Partys, Girls und Rennen
mehr …

  

Wie in guten alten Zeiten …

Der Mond verschwand schon vor Stunden hinter dichten Regenwolken. Allein das Licht der Laternen, das sich auf den nassen Straßen spiegelt, spendet der verschlafenen Stadt etwas Helligkeit. Eine junge Frau hastet, eingehüllt in einen dicken Mantel, über den Bürgersteig. Nachdem ich die Zimmerbeleuchtung etwas dimme und die Heizung aufdrehe, überkommt mich ein Gefühl von Zufriedenheit. Die Nacht ist noch jung und das Wetter lädt zu einer Runde am guten alten C64 ein. Also setze ich einen Kaffee auf und stürze mich in die Verlagslaufbahn …

Das Intro wird kurzer Hand geskippt, ich kann es mal wieder nicht erwarten. Kurz noch meine Maus aus einer Ecke gekramt und da bin ich auch schon im Hauptmenü. Diesmal entscheide ich mich für die vollbusige Dame. Sie bewegt sich bei einer Vitalität von 7 recht flott durchs Haus und ist mit genügend Sex-Appeal ausgestattet, um den Bankdirektor bereits zu Spielbeginn zu einem Kredit von mindestens 80.000 DM zu überreden. Ihre Fantasie lässt zwar zu wünschen übrig, aber ich kann mein Blatt auch ohne die tollsten Zeitungsbeilagen gut verkaufen. In anderer Weise nimmt die Fantasie keinen Einfluss auf das Spielgeschehen. Eine Cleverness von 4 bedeutet, dass sie in einigen Räumen etwas mehr zahlt als ein geistreicherer Kollege, der besser verhandeln kann – etwa bei einer Bestechung im Polizeirevier. Doch im Vergleich zu dem enormen Kreditvorsprung sind das eher Peanuts. Schnell klicke ich noch in das blinkende Feld, um ihr einen etwas attraktiveren Namen zu geben. Ich nenne sie Babsi. Als Gamemode wähle ich den Ein-Spieler-Modus, ein Kumpel ist gerade nicht zur Stelle. Dann geht es noch mal ins Player-Auswahl-Menü zurück, um den Schwierigkeitsgrad etwas zu erhöhen. Ich klicke auf Player 2, also den Computer, und erhöhe mit den Pfeil-Tasten den Wert der Computereigenschaften auf 8. Wäre doch gelacht, wenn das Spiel den eigenen Programmierer besiegen würde. Und nun kann es eigentlich losgehen.

… Inzwischen ist der Kaffee längst fertig, ich fülle mir eine Tasse und stelle bei einem Blick aus dem Küchenfenster erneut mit Wohlwollen fest, dass ich es besser als hier drinnen nicht haben könnte …

»Kultur« lautet das Tagesmotto, das ist das Erste, was ich nach einer Begrüßung zu hören bekomme. Ich brauche mich allerdings gar nicht großartig zu bemühen, denn bei Level 8 stehen die Chancen, das Motto zu gewinnen, äußerst gering.

 

Der erste Tag

… Moment, ich habe Zucker und Milch vergessen. Zum Glück gibt es ja die Pausentaste <@>, die man allerdings nur betätigen kann, wenn sich in dem Moment keine der beiden Figuren durchs Haus bewegt …

 Mein erster Weg führt mich zum Arbeitsmarkt, denn je schneller ich an Reporter komme, desto eher kann ich ihnen Aufträge erteilen. Gesagt, getan. Ich stelle alle Reporter ein, die sich anbieten. Einige sind zwar äußerst mies, allerdings schreiben auch die schlechtesten Reporter noch Artikel, die man anfangs ohne größere Bedenken in seine Zeitung aufnehmen kann. Der einzige Punkt, auf den man vielleicht achten sollte, ist der Vorschuss, den ein Reporter verlangt. Sind es über 1.000 DM, dann würde ich mir schon überlegen, ob mir dies die zwei bis drei Artikel wert sind, die er heute wohl schreiben wird. Und morgen wird er dann ohnehin gefeuert, wenn etwas besseres auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen ist. Ich stürme daraufhin gleich in mein Personalmenü, nur drei Türen weiter links. Hier versorge ich die Angestellten mit genügend Arbeit, damit mir auch keiner faul auf der Tasche liegt. Ich habe es mir dabei zur Angewohnheit gemacht, so viele Aufträge zu vergeben, dass als Fertigstellungszeit beim jeweiligen Reporter Fragezeichen erscheinen, er also bis zum nächsten Tag mit Arbeit eingedeckt ist. Beim Verteilen der Aufträge achte ich noch ein wenig darauf, ob sich die Sparten auch mit den Vorlieben der Reporter decken. Als Artikelgröße wähle ich immer Werte wie etwa 2x2 oder 2x1, so lässt sich die Zeitung am einfachsten layouten. Normalerweise gebe ich bestimmten Reportern auch immer wieder die selben Aufträge; so macht Mad Muskelkinn immer Sportartikel, da mir die Auftragsvergabe so etwas schneller von der Hand geht und man auch immer die meisten Sparten abdeckt. Dies setzt allerdings voraus, dass man einen Experten für jede Sparte hat. Und da zu Spielbeginn meine Redaktionscrew mehr oder weniger ein ärmlicher Haufen ist, kann ich das vorerst ohnehin vergessen.

Ich eile alsdann in die Werbeagentur. Leider habe ich es nicht mehr vor 18.00 Uhr geschafft, wenn ich Pech habe, dann sind schon ein paar interessante Angebote weg, da zu jeder vollen Stunde bis zu zwei Werbeangebote zwei neuen weichen müssen. Ich kann mich glücklich schätzen, drei Werbungen abbekommen zu haben. Nun eilt es nicht mehr ganz so arg, ich könnte also zunächst mal die Bank aufsuchen, wo ich gewissermaßen schon mal hier bin. Heute brauche ich das Geld zwar noch nicht, aber so kann ich beim Verhandeln etwas höher pokern, als wenn es schon um Kopf und Kragen ginge. Nachdem mir auch 80.000 DM nicht genug waren, schmeißt mich der Bankdirektor verärgert raus. Auch als ich gleich noch mal rein gehe, steht er mir noch nicht wohlgesonnener gegenüber. Also hole ich morgen meinen Kredit ab, dann kann ich allerdings nur noch bis 80.000 DM verhandeln. Und diese Summe klappt bei dieser hübschen Figur immer.

Wie es der Zufall will, führt mich mein nächster Weg in den Erotik-Shop. Nachdem ich mich hier über die horrenden Preise für Aktfotos ereifere, greife ich stattdessen erst einmal zu dem Artikel, den mir meine Hübsche anpreist.

Der Comic-Shop ist gleich nebenan, und dort schlage ich auch erst mal ordentlich zu. Die Comics selbst sind zwar heute nicht gerade verlockend, aber die Lottozahlen sollte ich schon mitnehmen. Dann greife ich noch nach einigen Rätseln, die man als Lückenfüller anfangs immer auf Lager haben sollte. Auch ein Monsterrätsel vom Format 4x4 nehme ich mit, falls es meine Reporter heute nicht schaffen sollten, eine ausreichende Anzahl an Artikeln zu schreiben, damit ich zwei Seiten meiner Zeitung voll bekomme, die nötig sind, damit ich die Zeitung an Mann bringen kann.

In die Kantine brauche ich nicht – dass meine Beliebtheit am Anfang bei 70 Prozent liegt, weiß ich auch so. Also bleibt in dieser Etage noch die Wahrsagerin, bei der ich auch einen Artikel kaufe.

Es ist bereits halb acht, Zeit also, um mal wieder in die Werbeagentur zu schauen. Natürlich war nichts für mich dabei. Ab in den Lift und hoch in die dritte Etage. Hier ist vorerst allein das Polizeirevier von Interesse, wo ich mir auch flugs einen Unfallbericht abhole. Die 100 DM können wir uns noch abringen. Das Wetter wird in der Etage drüber gemacht, und dort gibt es für uns sicher auch noch einen kleinen Bericht. Wir begnügen uns mit dem Wetter von heute, so viel anders wird es morgen schon nicht werden. Auf ein Foto können wir auch verzichten, aber die Größe des Berichtes darf schon 2x1 sein. Um 1.500 DM ärmer und mit einem schlechten Gewissen, die Zeitung mit dem alten Wetter dem Gespött der Leute auszusetzen, steigen wir in den Lift, um uns mal wieder zur Werbeagentur zu begeben.

Kurz nach neun, es könnte vielleicht was drin sein. Könnte, wie gesagt. Nun wird es allerhöchste Zeit, auch mal in die News-Agentur zu schauen. Hier decke ich mich mit Artikeln ein, die mir auch noch ein wenig finanziellen Spielraum lassen. Also: Alles, was nicht viel teurer als 1.000 DM ist.

Der Info-Raum ist gleich nebenan. Hier schalte ich erst einmal die Grafik aus, so schön sie auch sein mag, aber die Menüs werden dann einfach viel schneller geladen. In aller Ruhe schlendere ich zur Werbeagentur, um kurz nach 22.00 Uhr gleich noch mal nach Aufträgen zu schauen. Natürlich ist der Computer gerade drin, als ich den Raum betreten will. So muss ich draußen warten. Vermutlich schnappt er mir gerade die besten Werbungen weg. Und sieh an: zweimal ›BSE Prods‹, die könnte ich morgen gebrauchen. Aber heute ist meine Auflage noch zu gering, die Werbungen werden nicht rausgerückt. Ich schaue noch mal in das Personalmenü und sorge dafür, dass jeder Angestellte vier Aufträge hat. Dann habe ich morgen zum Tagesbeginn genügend Zeit, mich um andere Dinge zu kümmern, ohne dass die Reporter tatenlos in meinen Räumen herumlungern.

Es ist bereits nach elf, also schaue ich ein letztes Mal, ob inzwischen etwas Werbung für mich reinkam. Pustekuchen. Nun schleunigst ins Büro, bevor um Mitternacht abgeschlossen wird. Hier interessiert mich erstmal nur der Computer.

In aller Ruhe layoute ich meine Zeitung. Dabei versuche ich zunächst, auf der Titelseite so viele Sparten wie nur möglich unterzubringen, damit die Zeitung am Kiosk auch recht viele Zielgruppen anspricht. Hat man erst einmal für jede Sparte seinen bevorzugten Reporter, dann sollte der jeden Tag einen 2x1 Felder großen Artikel schreiben, damit man diesen auf die Titelseite packen kann. Da es nur sieben Sparten gibt, wird das übrige 2x1-Feld mit einem Extra wie etwa dem Wetter besetzt. Die nächste Seite fülle ich mit Regionalartikeln. Davon sollten wir einige haben, da uns die Wahrsagerin und die süße Polizistin jeweils einen verkaufte. Auf die noch freien Felder breite ich die drei Werbungen aus, die ich mir mühsam ergatterte, und dann hat da auch noch das Wetter Platz. Mit Ausnahme der Titelseite sollten die Seiten recht einheitlich gestaltet werden, das heißt: nicht zu viele Sparten.

 

Die erste Zeitung

Ich achte darauf, dass die Zeitung mindestens zwei gefüllte Seiten Inhalt hat, also 36 Felder mit Artikeln belegt sind. Die Werbung wird dabei außen vor gelassen. Da ich neun Felder mit Werbung belegt habe, muss ich demnach inklusive der Werbung mindestens 36 + 9 = 45 Felder füllen. Ich klicke noch mal auf die Schere, bevor ich das Menü verlasse, um zur Übersicht zu gelangen. Mit 52 gefüllten Feldern liege ich also gut im Limit.

Der Tag ist beendet, also suche ich die Druckerei auf. Mit einer Auflage von 30.000 Stück könnte ich mir endlich die ersehnten Werbeaufträge holen, also zögere ich nicht lange. Ich stelle fest, dass ich mit einem anderen Druckverfahren kostengünstiger fahre, also wähle ich hier Bogenoffset 2. An Farbdruck denke ich noch nicht mal und den Preis setze ich bei 69 Pf an. Hurra, ich erhalte bereits meine ersten Werbeeinnahmen! 20.000 DM habe ich den Werbeaufträgen von V. O. Productions zu verdanken. Andere haben da vielleicht weniger Glück.

… Langsam beschleicht mich ein starkes Hungergefühl. Wollen doch mal schauen, ob da nicht noch eine Pizza aufzutreiben ist …

Am nächsten Tag holt mich die Realität wieder ein. Obwohl ich mit einem Verlust von 13.000 DM eigentlich noch ganz zufrieden sein sollte. Die Vertriebskosten von 21.000 DM sind mir da schon eher ein Dorn im Auge. Das Tagesmotto gewann natürlich der Computer, ich hatte mir ja auch keine Mühe gegeben. Wählt man eine geringere Schwierigkeitsstufe, dann sollte man sich schon bemühen, dem Tagesmotto gerecht zu werden, denn die 10.000 DM sind gut zu gebrauchen.
Der erste Weg führt mich wieder in den Arbeitsmarkt, wo ich auch tatsächlich drei Reporter als verwertbar einschätzen kann und mich sogleich in das Personalmenü begebe. Hier entlasse ich die drei entbehrlichsten, was mir wirklich nicht schwer fällt. Das wichtigste Kriterium ist die Geschwindigkeit eines Angestellten. 7 ist da schon ein wirklich guter Wert. Alle anderen Eigenschaften sollten zumindest über 5 liegen, wenn man sein Team als qualifiziert bezeichnen möchte. Und das kann ich von meinen Leuten weiß Gott noch nicht sagen.

 

Auf der Jagd nach Werbeaufträgen

Ich entlasse also die größten Versager unter ihnen und stelle neue Kandidaten ein, um diese gleich anschließend mit Aufträgen zu belasten. Nun schaffe ich es gerade noch vor 18 Uhr, in die Werbeagentur zu stürmen, und siehe da, es ist sogar was für mich dabei. Da es nun nach 18 Uhr ist, als ich das Menü wieder verlasse, warte ich einige Sekunden und betrete die Agentur erneut. Denn auch wenn die Stunde umschlägt, während man in dem Raum ist, können neue Aufträge reinkommen – sie werden allerdings erst aktualisiert, wenn man den Raum erneut betritt. Doch diesmal habe ich kein Glück.

In der Hoffnung, der Bankdirektor habe sich beruhigt, beschließe ich, einen neuen Versuch zu starten. Diesmal nehme ich die 80.000 DM und verabschiede mich noch höflich. Im Erotik-Shop will man mir über 5.000 DM abnehmen, für einen Artikel erscheint mir das zu happig. Die Wahrsagerin ist da schon bescheidener und bekommt dann auch die 2.400 DM von mir. Aber für zwei Artikel. Auch Comics sind mir heute noch zu teuer, also müssen erstmal ein paar kleine Rätsel reichen. Dafür bleibt die Polizeibeamtin bei ihren 100 DM für den Unfallbericht, und auch beim Wetter greife ich auf Altbewährtes zurück. Eine Versicherung brauche ich auch heute noch nicht, so treibt es mich dann wieder in die Werbeagentur.

Zu meinem Bedauern gibt es noch immer nichts für mich. So warte ich, bis es zur nächsten Stunde geschlagen hat. Währenddessen schaue ich auch noch in die News-Agentur, und wenn der Computer nicht schneller war, erstehe ich ein paar billige Artikel. Noch bieten mir die knapp 140.000 DM auf meinem Konto genug Spielraum, aber in den nächsten Tagen sollten schon ein paar Werbungen kommen. Doch auch 22 Uhr war da Fehlanzeige. Anschließend vergebe ich mal wieder einige Artikelaufträge an meine Angestellten, wir wollen sie ja nicht umsonst bezahlen. Da es nun bereits nach elf ist, versuche ich mein Glück noch einmal in der Werbeagentur … wo es wieder nichts zu holen gibt.

Also ab ins Büro und die Zeitung layoutet. Wie gehabt. In der Druckerei bleibe ich bei meinen 30.000 Stück und erfreue mich an dem gestiegenen Zeitungsniveau, welches mir von der Statistik verkündet wird. Mit 26.000 DM Werbeeinnahmen zähle ich mich zu den Spitzenverdienern, obgleich es schon deutlich mehr sein könnte. Doch wie gewonnen, so zerronnen: Um ganze 40.000 DM bringen mich der Verlust und die Vertriebskosten. Und auch die Kreditrate nagt jetzt noch an meinem Erspartem.

Diesmal stürze ich mich zuerst auf die Werbeagentur und bekomme auch tatsächlich eine ›BSE Prods‹ ab. Guter Dinge schaue ich sogleich in den Arbeitsmarkt, wo es heute allerdings weniger erfreulich aussieht. Im Erotik-Shop will man ganze 12.900 DM für einen Artikel, da verschwinde ich sogleich zur Wahrsagerin. Die beglückt mich dann auch schon für 100 DM. Der Unfall- und Wetterbericht sollte nicht fehlen, und schon geht es wieder zur Werbeagentur. Auch die News-Agentur will nicht vergessen werden und die Reporter sollten mit Arbeit versorgt sein. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um abzuspeichern. Der nächste Stromausfall kommt bestimmt.

… Inzwischen ist die Pizza fast verbrannt. Doch ich beschwere mich schon gar nicht mehr. Das ist das Los eines Crazy-News-Spielers: Man vergisst einfach die Zeit …

Dieses Longplay wäre wohl eine recht langweilige Lektüre, wenn ich den Spielverlauf des gesamten Spieles in allen Details schildern würde. Der Tagesverlauf geht im Prinzip immer nach demselben Muster vonstatten, deshalb werde ich jetzt vor allem die ungewöhnlichen Aktionen erläutern. Wann immer mir die Zeit zu langsam verstreicht, positioniere ich den Zeiger am linken unteren Rand meines Fensters und halte die Maustaste gedrückt, solange die Zeit vorgespult werden soll.

Ich begnüge mich vorerst mit meiner 30.000er-Auflage und versuche, Werbungen zu horten, wie ich nur kann. Sobald meine nähere Zukunft relativ sicher ist, ich also einige Werbeverträge in der Tasche habe, beschließe ich, eine Spionageaktion in der Unterwelt zu starten. Das Zielobjekt soll die Wahrsagerin sein. Am kommenden Tag beginne ich damit, die Kurse, die mir die Wahrsagerin nun anbietet, nach und nach abzusitzen. Natürlich nur, soweit es mir die Zeit erlaubt. Sobald ich knapp 160.000 DM habe, erhöhe ich meine Auflage auf 90.000 und setze den Preis der Zeitung bei 89 Pf an. Höher kann ich die Auflage vorerst nicht ansetzen, da ich dann auf Farbdruck umschwenken müsste – und der ist reichlich teuer.

Nun komme ich allerdings an einige günstige Werbeangebote, die mir bei einer 30.000er-Auflage noch nicht zur Verfügung gestanden hätten. Je nach Level des Computers sollte man früher oder später auch die nächste Spionageaktion starten, da er sich auch bald auf die Suche nach den sieben Dorfältesten machen wird. Ich entschied mich für Level 8, mir bleibt also nicht viel Zeit bei der Suche. Also starte ich bereits am vierten Tag die nächste Spionageaktion. Diesmal muss die Wetteragentur herhalten. Auch dort quäle ich mich am Tag darauf durch den zweistündigen Wetterkurs, der sich als Menüpunkt auftut. Für die vorerst letzte Spionageaktion im Erotik-Shop muss ich noch einige Tage sparen, zumal das Buch, welches dadurch aufgedeckt wird, selbst auch noch einmal 50.000 DM kostet.

 

Die ersten Dorfältesten

Inzwischen hat der Computer längst den ersten Dorfältesten gefunden. Auch an der zweiten Suchaktion, die er wohl bereits in Gang setzte, kann ich mich wegen Geldmangels nicht beteiligen. Zwei Dorfälteste hat er mir also praktisch bereits voraus. Der nächste Schritt in der Expansionsgeschichte meines Verlages will wohl überlegt sein. Noch immer beschränke ich mich auf die Produktion einer Schwarzweißzeitung. Ausschlag gebend für den Umstieg auf einen Farbdruck ist für mich die Tatsache, dass ich als Produzent einer Farbzeitung statt der üblichen fünf nun ganze zehn Werbeangebote in der Agentur durchstöbern kann. Damit erhöht sich die Chance auf einen guten Auftrag ganz wesentlich. Außerdem führt natürlich kein Weg daran vorbei, denn ab einer Auflage von 100.000 zwingt mich die Druckerei zum Farbdruck. Nachdem ich gut 300.000 DM zusammen habe, um eine Auflage von 120.000 zu finanzieren, auch falls ich am kommenden Tag nicht gleich zahlreiche einträgliche Werbungen bekommen sollte, wage ich mich an den Farbdruck. Dies sollte spätestens dann der Fall sein, wenn der erste Kredit abbezahlt wurde. Dann kann ich einen neuen Kredit aufnehmen.

Ich beachte genau die Werbungen, die mir in der Agentur angeboten werden. Nur so kann ich feststellen, welche Auflagen sich rentieren und welche wohl eher nicht. So wäre ein Sprung von 120.000 auf 300.000 Stück sehr töricht, da man mit 450.000 wesentlich bessere Werbungen bekommen kann. In dem Fall sollte man also lieber noch ein wenig sparen. Und genau auf diese Weise arbeite ich mich die Karriereleiter hoch. Zwischendurch sollte ich natürlich nicht die Suche nach den Dorfältesten vergessen. Es ist hierbei im Ein-Spieler-Modus übrigens recht nützlich, wenn man sein Angebot immer erst macht, nachdem der Countdown fast abgelaufen ist, also am letzten Tag des Countdowns nach 0 Uhr. Sonst verschenkt man sein Geld beim Pokern um die Suchaktion, da der Computer sich natürlich immer um das Sponsoring bemühen wird.

 

Der große Durchbruch

Nachdem ich mich an die 450.000er-Marke herangearbeitet habe, springe ich auf 800.000 Stück. Wenn dieses Ziel erreicht ist, kann mit einem bisschen Vorsicht kaum noch etwas schief gehen, da sich ab etwa einer Million Stück Auflage die Zeitung allein durch die Verkaufserlöse trägt. So muss man nicht um günstige Werbeangebote ringen. Inzwischen ist mein Budget wesentlich größer als in den ersten Tagen, deshalb kann ich nun mehr Wert auf vernünftige Artikel legen. Um die Qualität meiner Zeitung zu steigern, gehe ich also dazu über, das neueste Wetter in der Größe 4x2 zu kaufen. Natürlich mit Foto. Auch die Rätsel verbanne ich, da sie den Qualitätsdurchschnitt senken. In der Newsagentur wird nun mehr auf ein ansprechendes Niveau als auf Dumpingpreise geachtet. Ich kaufe also nur noch Artikel, die den Qualitätsdurchschnitt meiner Zeitung nicht senken. Diesen erfahre ich am Ende eines jeden Tages in der Druckerei, und er liegt in der Regel bei etwa 7-7-8.

Nachdem sich die Zeitung nun selbst trägt, verwende ich auch nicht mehr allzu viele Werbungen. Außerdem ist es auch bald an der Zeit, den Vertriebsbereich zu erweitern. Während ich bisher in meiner Region mit 2,1 Millionen Lesern noch nie an meine Grenzen stieß, so könnten es bald etwas mehr Leser sein. Sobald also die erwarteten Verkaufszahlen größer sind als die Leserzahl, die ich in meinem Vertriebsbereich erreiche, nehme ich eine neue Region mit in den Vertrieb auf, wobei es keine Rolle spielt, welche Region das ist, denn die Vertriebskosten sind inzwischen doch eher der kleinere Teil meiner Ausgaben.

Wie ich in der Kantine erfahre, ist meine Beliebtheit bei den drei verschiedenen Zielgruppen inzwischen so hoch, dass ich eigentlich keine Werbung für meine Zeitung mehr zu machen brauche. Aber den Aktienmarkt könnte ich mir vielleicht etwas genauer anschauen. Der Kauf diverser Aktien lohnt sich erst, wenn man bereits über genügend Grundkapital verfügt. Es sollten zumindest einige hunderttausend DM angelegt werden, damit sich das Geschäft wirklich auszahlt.

Alle anderen Aktionen wiederholen sich eigentlich regelmäßig. Auf diesem Weg sollte das Ziel des Spiels erreichbar sein. Wer erst einmal über die ersten zwei Wochen hinaus ist, der wird sicher keine Probleme mehr haben. Und wurde dann der siebte Dorfälteste gefunden, so wartet eine Endsequenz voller Überraschungen auf den vom Konkurrenten gepeinigten Verlagschef. Glaubt mir, es lohnt sich, oder wolltet ihr zum Beispiel nicht schon immer mal etwas mehr von der E-Shop-Verkäuferin sehen …

… Der nächste Tag ist längst angebrochen. Ich hatte meinen Spaß mit dem knausrigen Bankdirektor, der sonnigen Wetterdame, der dominanten Unterweltbraut und nicht zuletzt dem pfiffigen Computergegner. Und ich hoffe, das Longplay hat euch zumindest so weit durch das Spiel begleitet, dass ihr ganz gut auf eigenen Beinen stehen konntet. Ich wünsche euch auch weiterhin viel Spaß mit den Dorfältesten und hoffe, dass wir als Entwickler dieses Spiels mit Crazy News wenigstens ein bisschen zur Geschichte des kleinen Commodore beigetragen haben.

Euer Stefan Kluge

 

Cheats – Dem Glück auf die Sprünge geholfen …

Mit bestimmten Spielernamen, die man im Hauptmenü, vor dem eigentlichen Spielbeginn, eingibt, kann man sich gewisse Vorteile verschaffen. Dem einen oder anderen aufmerksamen Spieler ist vielleicht schon aufgefallen, dass in den Artikeltexten immer wieder die Rede von Dolly Buster und Lolo Ferrari ist. So verwundert es dann auch nicht, dass man diese Namen zum Cheaten verwenden kann. Dazu wählt man zum Spielbeginn bei der Auswahl der Figur eine der beiden Ladys und nennt sie »Dolly B.« oder »Lolo F.«. Sobald es dann losgeht, kann man sich an 66.666 DM erfreuen, die zusätzlich zu den sonst üblichen 100.000 DM Startkapital auf dem Konto liegen. Man kann diesen Cheat übrigens im Zweispielermodus auch auf beide Spieler anwenden.

Wer die Figur des Computer-Spielers einfach zu süß findet, der kann sich mit den folgenden Namen verwandeln: Spieler 1 = »Iron Man« und/oder Spieler 2 = »Mystic«. Ein weiterer Vorteil dieser »Verwandlung« liegt darin, dass man die Eigenschaften der Figur dabei selbst bestimmen kann. Dazu wählt man zuerst den  Einspielermodus, begibt sich in das Player-Auswahlmenü und wählt als Computer-Level Stufe 9, indem man erst auf PLAYER und anschließend mehrmals auf den Rechtspfeil klickt. Nun wird wieder der gewünschte Spielmodus eingestellt und die Namen werden eingegeben. Nennt sich einer der Spieler »Twostone«, dann ist die Beliebtheit bei der ersten Zielgruppe der Leser, dargestellt durch die junge Frau, bereits zum Beginn der Verlegerlaufbahn auf 98 Prozent statt der üblichen 70 Prozent.

Was macht man, wenn die Konkurrenz mal wieder 20.000 Volt an die Bürotürklinke anlegen ließ? Den ganzen Tag durch das Haus kriechen und sich nahezu jeden Fahrstuhl vor der Nase wegschnappen lassen? Um der Vitalität auf die Sprünge zu helfen, könnte man sich einige Stunden in der Sauna verbrennen, Stunden, in denen die Konkurrenz sinnvolle Dinge macht. Oder man geht vielleicht ein Dutzendmal auf's Klo. Oder aber man begibt sich in die Sauna  und klickt mit der Zeigerspitze die Mitte der rechten Brust des süßen Mädels dort an. Nun sollte eine ungewohnte Meldung erscheinen. Ist das nicht der Fall, so hat man den richtigen Punkt verfehlt.

 

Wie man das Personal verkaspert: Die Druckerei

Die Tipps sind nach den Räumen, für die diese weitestgehend zutreffend sind, geordnet. Beginnen wir also links unten in unserem kleinen Verlagsgebäude:

Eine Möglichkeit, die Druckerei über ihre Grenzen hinaus zu nutzen, ist die folgende: Im Zwei-Spieler-Team-Modus gibt es genau wie im Einspielermodus anfangs nur fünf Werbeaufträge in der Werbeagentur zur Auswahl. Dies ändert sich erst, wenn man eine Farbzeitung druckt. Und genau hier setzt der Trick an. Man begebe sich mit einem Spieler des Teams in die Druckerei, stelle den Druck vorübergehend auf Farbe und verweile in dem Menü, ohne irgend etwas zu bestätigen. Sobald dies geschehen ist, kann der Teamkollege in die Werbeagentur spazieren und sich an zehn statt nur fünf Werbeangeboten erfreuen.

Auch der Zeitungspreis wird in der Druckerei bestimmt. Anfangs kann man den gut und gern mit 79 Pf ansetzen, vorausgesetzt, man steigt mit einer Auflage von 30.000 Stück ein. Ab etwa 80.000 gedruckten Zeitungen wählt man 99 Pf. Dieser Preis sollte dann bis zum Ende beibehalten werden. Erst wenn man fast ganz Deutschland beliefert, also ab etwa 50 Millionen Auflage, geht man sprunghaft auf 1,99 DM. Alle Preise zwischen 99 Pf und 1,99 DM sind vollkommen überflüssig.

Und der letzte Tip für die Druckerei bezieht sich auf die Auflage. Man sollte versuchen, die Auflagensprünge möglichst groß zu halten und durch die Erhöhung auch ein paar interessante Werbeaufträge mehr zu bekommen. Dazu sollte man sich auch schon vorher des Öfteren in der Werbeagentur nach Aufträgen umsehen, die im Moment noch eine Nummer zu groß sind. So kann man dann bei einer Vergrößerung der Auflage auf diverse Werbungen Rücksicht nehmen und hoffen, dass einem diese auch bald angeboten werden. Empfohlene Auflagen wären zum Beispiel: 10, 40, 80, 120, 200, 450, 1.000 x 1.000 Stück. Bei allem, was in Bereichen von mehreren Millionen Stück liegt, spielt die Werbung nur noch eine sekundäre Rolle, da sich die Zeitung dann durch den Verkauf weitestgehend selbst trägt.

Wie man das Personal verkaspert: Die Unterwelt

Weiter geht es mit der Unterwelt. Sollte man im Zweispielermodus merken, dass die Konkurrenz gerade im Begriff ist, der Unterweltdame mal wieder einen netten Sabotageauftrag zu geben, so kann man sich flugs in die Druckerei begeben, um dort vorübergehend die Auflage auf null zu stellen. Dies sollte geschehen, bevor der andere Spieler den Sabotageauftrag gestartet hat, denn bei der Bestimmung des Preises dafür richtet sich die Domina in der Unterwelt nach der Auflagenhöhe der Spieler. So lässt sie den Verleger mit der höheren Auflage mehr zahlen als den ärmeren Spieler. Offenbar ist sie sozial sehr engagiert. Wenn man die Auflage in der Druckerei nun also kurzzeitig verschwinden lässt, dann sollte man darauf achten, dass man nur die Zahlen verändert, nicht aber auf OK klickt, denn dann wären die mühsam erstandenen Werbeaufträge wieder weg. Sobald der Kontrahent dann zur Kasse gebeten wurde, kann es wieder an die Arbeit gehen.

 

Wie man das Personal verkaspert: Das Büro

Kommen wir zum Büro. Dort entsteht unsere Zeitung, und das Layout bestimmt ganz wesentlich ihre Beliebtheit und somit die Verkaufszahlen. Auf der ersten Seite der Zeitung sollten nach Möglichkeit alle Artikelsorten vertreten sein, wobei alle Extras grundsätzlich als eine Sorte gelten. Artikel mit der Größe 2-1 eignen sich dafür am Besten. Somit ist die Titelseite sehr abwechslungsreich gestaltet und kann eine große Zielgruppe ansprechen. Auf die Qualität der Artikel auf der Titelseite muss man nicht mehr achten als auf den anderen Seiten auch. Sie fließt lediglich mit in den Gesamtdurchschnitt der Zeitung ein. Am Kiosk wird ohnehin nur die Headline gelesen. Alle weiteren Seiten der Zeitung sollten möglichst einheitlich gestaltet werden – vielleicht zwei oder drei Artikelsparten, wenn es sich einrichten lässt, sogar nur eine Sparte. Zum Lücken füllen eignen sich dann meist am Besten Anzeigen, Rätsel, Werbung oder andere Extras.

Gerade zu Beginn des Spiels hat man oft noch Probleme, an ausreichend Stoff zu kommen, den man in die Zeitung packen könnte. Denn es sollte beachtet werden, dass immer mindestens 36 Felder der Zeitung mit Artikeln oder Extras – nicht aber Werbung! – gefüllt sein muss, damit die Zeitung überhaupt verkauft werden kann. Dies entspricht der Titelseite und der folgenden,  also einer Zeitung, die genau ein Blatt stark ist. Alle 36 Felder müssen dem zu Folge mit Artikeln oder Extras wie zum Beispiel Rätseln gefüllt werden. Man kann durchaus auch Werbung auf die zweite Seite packen, dann muss die Zeitung allerdings entsprechend größer werden, da die Werbung nicht als Artikel verrechnet wird und somit nicht 36 Felder voll werden. Später spielt es keine Rolle mehr, da man dann immer mehr als zwei Seite füllen sollte, doch anfangs kommt es schon mal zu Engpässen.

Auf der Titelseite platziert man ohnehin keine Werbung. Bekommt man sein Blatt totzt allem nicht voll, dann greift man zum Beispiel auf Rätsel zurück.

Am Tagesende, wenn man die Zeitung drucken ließ, wird der Durchschnitt in den Punkten Qualität, Wichtigkeit und Aktualität ermittelt. Nun ist dies allerdings bei den Extras nicht immer ganz ersichtlich, dehalb habe ich eine kleine Tabelle aufgestellt:


Qualität

Wichtigkeit

Aktualität

Fotos

Lotto

5

9

9

nein

Rätsel

5

1

5

ja

Wetter

5

9

X

X

Anzeigen

5

7

9

nein

Aktfotos

X

X

6

ja

Das X steht für einen Wert, der beim Kauf des Extras beeinflusst werden kann.

Mitunter kommt es vor, dass man auch mal einen Artikel aus dem Archiv löschen will. Dazu geht man folgendermaßen vor: Man wählt den zu löschenden Artikel aus, als ob man ihn in der Zeitung platzieren wollte, bewegt den Zeiger auf das Passbild der Figur am linken Bildrand und klickt es an. Und damit man nicht aus Versehen das gerade für 40.000 DM erstandene Highlight in die Mülltonne schmeißt, folgt daraufhin noch eine Sicherheitsabfrage. Erst dann ist der Artikel verschwunden.

Nun ist das Layouten nicht die einzige Option im Büro. Die Karte an der Wand führt dich ins Vertriebsmenü. Hier solltest du nicht allzu schnell den Vertriebsbereich vergrößern, auch wenn es verlockend ist, zumal es nicht viel kostet. Allerdings wirkt sich ein größerer Vertriebsbereich nur auf den Zeitungsverkauf aus, wenn die Verkaufszahlen bereits durch den zu kleinen Vertriebsbereich eingeschränkt wurden. Also sollte man den Vertriebsbereich erst dann vergrößern, wenn die Verkaufszahlen bereits nahe am Limit sind. Bis man 2,1 Millionen Zeitungen verkauft hat, vergehen schon ein paar Wochen, daher muss man sich um den Vertrieb anfangs keine Sorgen machen.

Wie man das Personal verkaspert: Die News-Agentur

Der nächste Raum im Haus wäre die News-Agentur. Hier gibt es nicht viel zu sagen, vielleicht nur soviel: das Exklusivrecht eines Artikels zu kaufen, lohnt sich nur im Zweispielermodus, wenn man sich über die Finanzen bereits keine Sorgen mehr machen muss. Im Einspielermodus sollte man sein Geld anderweitig ausgeben, denn der Computer bekommt seine Zeitung ohnehin immer voll.

Wie man das Personal verkaspert: Der Info-Raum

Kommen wir zum Info-Raum. Hier sollte man beim Abspeichern nach Möglichkeit darauf achten, dass der jeweils andere Spieler (natürlich nur im Zweispielermodus) sich gerade nicht in einem Menü aufhält. Es ist zwar noch nicht vorgekommen, aber prinzipiell denkbar, dass es zu kleinen Problemen kommen kann, wenn bei dem einen Spieler gerade diverse Variablen manipuliert werden, während der andere Spieler abspeichert.

Wie man das Personal verkaspert: Das Personalmenü

In der ersten Etage finden wir auch gleich das Personalmenü. Hier sollte man es sich zur Angewohnheit machen, dass man seine Angestellten, natürlich immer sechs an der Zahl, mit so vielen Aufträgen versorgt, dass bei der Fertigstellungszeit Fragezeichen erscheinen – der Artikel also erst am nächsten Tag fertig wird. Somit verhindert man die Verschwendung von Arbeitszeit, und die Reporter haben immer was zu tun. Außerdem kann man sich dann zu Beginn des kommenden Arbeitstages vorerst anderen Dingen widmen, ohne dass die Reporter in Untätigkeit verfallen.

Bei der Auswahl seines Teams sollte vor allem auf Schnelligkeit wert gelegt werden. Außerdem sollte man auch für jede Sparte einen geeigneten Journalisten einstellen, denn sechs Spitzen-Sportreporter nützen dir am Ende nur wenig. Bei der Auftragsvergabe sollte man dann auch immer darauf achten, dass dem Reporter die Sparte auch liegt. Dies lässt sich meist aus den Beurteilungen erlesen. Um etwa ein Tagesmotto zu gewinnen, kann man auch auf Beilagen zurückgreifen. Dabei sind diese übrigens wie folgt zugeordnet:

Börsennews — Wirtschaft

Lokalteil — Regionales

TV-Magazin — Sensation

So könnte ein ideales Reporterteam aussehen

 

Wie man das Personal verkaspert: Die Werbeagentur

Der Gang in die Werbeagentur sollte ohnehin Routine sein, denn zu jeder vollen Stunde kommen hier maximal zwei neue Werbeaufträge herein. Dabei sollte man übrigens die Agentur zum Stundenwechsel verlassen, damit die Werbungen aktualisiert werden können. Wer den Stundenwechsel im Werbe-Menü verbringt, der muss zumindest kurz darauf für einige Minuten das Menü verlassen. Es können höchstens zehn Werbeaufträge angenommen werden. Sollte man einmal ein verlockendes Angebot nicht mehr annehmen können, dann bleibt immer noch die Möglichkeit, eine schlechtere Werbung aus dem Archiv zu löschen. Dabei geht man wie beim Löschen eines normalen Artikels vor.

Es hat sich im Zwei-Spieler-Modus übrigens bewährt, wenn man in der Verteilung der Werbeaufträge in den ersten Tagen etwas Rücksicht auf die Konkurrenz nimmt, denn im Unglücksfall kann einer der Spieler fast alle Werbeaufträge und der andere Spieler keinen einzigen bekommen.

Zu Beginn des Spiels stehen in der Agentur nur fünf Aufträge zur Auswahl. Dies ändert sich, sobald man die Zeitung farbig druckt, denn eine Farbzeitung lockt natürlich mehr Werbeanbieter an als ein Schwarzweißblatt. Dann liegen meist zehn Aufträge vor.

 

Wie man das Personal verkaspert: Die Bank

Die Bank sucht man vor allem auf, um sich einen Kredit zu besorgen. Der Kreditrahmen hängt dabei von der Auflage ab. Sollte man also planen, eine Erhöhung der Auflage durch einen Kredit zu finanzieren, dann sollte man dies vor der Aufnahme des Kredits machen. Am kommenden Tag, mit der höheren Auflage, ist der Kreditrahmen dann auch größer.

Wie oft eine Spielfigur mit dem Bankdirektor über den Kreditrahmen verhandeln kann, hängt vom Sexappeal ab. Bei Sexappeal 9 kann viermal und bei Sexappeal 4 kann zweimal erhöht werden. Demnach entspricht die Verhandlungszahl etwa dem Wert »Sexappeal : 2«.

In Aktien sollte man erst im späteren Spielverlauf investieren, da sich nur durch den Handel mit großen Mengen ernsthaft Gewinn erzielen lässt. Durch eine Auflagenerhöhung steigt in der Regel auch der Aktienkurs. Sollte der Gegenspieler also eine Expandierung planen, dann kann man auch ruhig mal in dessen Aktien investieren.

 

Wie man das Personal verkaspert: Der Arbeitsmarkt

Die Reporter, die sich im Arbeitsmarkt anpreisen, bleiben dort auch den ganzen Tag. Hier muss man also nicht jede Stunde hineinstürmen, sollte dies allerdings schon bald nach dem Tagesbeginn erledigen, sonst hat die Konkurrenz sehr schnell ein besseres Team.

Außer den Eigenschaften spielt auch der Vorschuss, den man zu zahlen hat, anfangs eine große Rolle. So schlagen 10.000 DM am ersten Tag schon ganz wesentlich zu Buche. Sollten sich am ersten Tag jedoch nur durchschnittliche Reporter anpreisen, so ist es immer noch zu empfehlen, diese einzustellen, da man sie später getrost wieder entlassen kann. Der gezahlte Vorschuss hat sich dann durch die geschriebenenArtikel längst wieder amortisiert.

 

Wie man das Personal verkaspert: Der Erotik-Shop

Im Erotik-Shop öffnet sich ein neuer Menüpunkt, sobald man die Unterweltdame mit einem entsprechenden Spionageauftrag versorgt.

 

Wie man das Personal verkaspert: Comics & Co.

Der nächste Spieltipp bezieht sich auf das Comics-&-Co.-Menü. Die Lottozahlen gibt es immer am Sonntag und Donnerstag. Sie werden immer wieder gern vergessen.

Im Team-Modus ist es ganz praktisch, wenn sich einer der Spieler zum Tagesende in diesem Menü aufhält, während der andere sich um das Layout kümmert. So kann bei entsprechenden Lücken in der Zeitung jederzeit ein passendes Rätsel »auf Bestellung« geliefert werden.

 

Wie man das Personal verkaspert: die Wahrsagerin

Auch bei der Wahrsagerinn lohnt sich eine kleine Spionageaktion.

  

Wie man das Personal verkaspert: die Polizei

In ein Polizeirevier geht man wohl sonst nicht freiwillig, doch auch hier lässt sich noch ein wenig tricksen. Stellt man nämlich einen der Bull-Brüder ein, Mad oder Fred Bull, dann kann man das Geld für die Bestechung der netten Vorzimmerdame spaaren, da diese wohl schon mal ein Verhältnis mit den Jungs hatte.

  

Wie man das Personal verkaspert: Heizungsraum und Sauna

Den Heizungsraum und die Sauna sollte man ruhig mal ausspionieren lassen.

  

Wie man das Personal verkaspert: das WC

Im WC kann man sich einige Vitalitätspunkte verdienen, wenn man den Schlüssel hat. Und den gibt es nach einer Sauna-Spionage im Info-Raum.

  

Wie man das Personal verkaspert: die Versicherung

Die Versicherung bietet zwei verschiedene Verträge, und einen davon (den Vertrag gegen Diebstahl und höhere Gewalt) kann man sich getrost spaaren, denn auf einen Dieb oder ein Erdbeben kann man in Crazy News vergeblich warten.

  

Wie man das Personal verkaspert: die Wetterstation

Das Letzte, was bleibt, ist die Wetterstation. Nun werden es sicher einige schon vermutet haben, nachdem sie in der V. Z. A. V. D. nach einigen Details der Wetterkunst befragt wurden: Man kann in der Wetterstation mehr als nur den Wetterbericht kaufen. Nach einer Spionageaktion tut sich ein weiterer Menüpunkt auf, der des Rätsels Lösung birgt.

  

Zwei-Spieler-Konkurrenzmodus

Zum Schluss vielleicht noch ein kleiner Tipp für die Fans des Zwei-Spieler-Konkurrenz-Modus: Hier empfiehlt es sich, dass der vermeintlich bessere Spieler in der unteren Bildhälfte sein Unwesen treibt, da der obere Spieler auf Grund der Nähe zum Lift des Verlagshauses am Tagesbeginn gewisse Vorteile hat. So kann er sich dann die besten Reporter oder aber Werbungen am Tagesstart sichern.

 

(Longplay vom Crazy-News-Programmierer Stefan Kluge)