Spielen mit Taktik Was beim Leistungssport oft die entscheidenden Bruchteile von Sekunden ausmacht, gilt im übertragenen Sinne auch beim Spiel mit dem Computer: die Taktik. Die meisten Computerspiele sind auf taktischen Überlegungen aufgebaut. Ein wildes Losballern bei Weltraumspielen wird ebensowenig viele Punkte bringen wie ein orientierungsloses Manövrieren der Figuren durch ein Labyrinth. Hier einige Punkte, die zur Verbesserung der Taktik beim Spiel beitragen können:
Tips und Tricks für ein besseres Spiel Auch für Computerspiele gibt es heute bereits Meisterschaften. Wer die »Champions« beobachtet, glaubt, mit diesen Meistern nie gleichziehen zu können. Das Gegenteil ist der Fall. Auch die Champions haben einmal klein angefangen. Der einzige Vorsprung: Sie arbeiten mit vielen Tricks und haben vor allem durch häufiges Spielen ihre Technik verbessert.
Besser spielen mit Ergonomie Die wenigsten Computerspieler wissen es: Mancher Trick, um besser zu spielen, läßt sich in der Arbeitswelt abschauen. Gemeint ist das Arbeiten mit Computern. Das Zauberwort heißt »Ergonomie«. Die Ergonomie ist ein eigenständiger Forschungsbereich, der sich als wissenschaftliche Disziplin mit besonderen Meß- und Analysemethoden während des Zweiten Weltkrieges in den Vereinigten Staaten entwickelte. Die Ergonomie untersucht das menschliche Verhalten in einer Arbeitssituation. Um es wissenschaftlich auszudrücken: Es handelt sich um eine interdisziplinäre Wissenschaft, die Anthropometrie, Arbeitsphysiologie, Arbeitspsychologie und Biomechanik umfaßt. Dabei werden zum Beispiel die Abmessungen und Bewegungen des menschlichen Körpers analysiert. Daraus lassen sich wieder entscheidende Hinweise für die Formgebung von Gegenständen und Maschinen ableiten. Über die Arbeitsphysiologie erfährt man Funktionsweisen des menschlichen Körpers unter bestimmten Arbeitsbedingungen. Die Wissenschaftler können daraus die Beanspruchung verschiedener Körperteile während des Arbeitsprozesses ableiten. Einen wesentlichen Beitrag zur Ergonomie leistet auch die Arbeitspsychologie. Sie erforscht das menschliche Verhalten unter bestimmten Arbeitsbedingungen. Das Ergebnis sind Erkenntnisse über das Verhältnis zwischen der Information, die über die Sinnesorgane von der Umwelt und den Maschinen an den Menschen dringen, und den dadurch ausgelösten geistigen und emotionalen Reaktionen. Noch während des vergangenen Jahres war man in der amerikanischen Industriegesellschaft hauptsächlich darauf bedacht, daß der Mensch der Maschine und die Arbeit auch dem Gerät angepaßt wurde. Somit wurde der Mensch zum Sklaven der Maschine degradiert. Erst in jüngster Zeit nahm man wieder von dieser Denkweise Abschied. Langsam manifestierte sich die Erkenntnis, daß die Maschine nicht mehr isoliert betrachtet werden kann. Sie wurde zum Bestandteil eines Mensch-Maschine-Systems. Um diesen Gedanken weiter zu vertiefen und insbesondere um die Grundkenntnisse für diese »Partnerschaft« zu erhalten, kam der Ergonomie ein besonderer Stellenwert zu. Wertvolle Erkenntnisse wurden so umgesetzt, daß ein optimales Arbeiten mit Maschinen, insbesondere in neuerer Zeit mit Computern, gewährleistet ist. Außerdem werden heute immer mehr medizinische Erkenntnisse verarbeitet. Würde man das nicht tun, so würden die neuen technischen Geräte wie Computer, Bildschirme etc. schnell zu gesundheitlichen Schäden führen. Was läßt sich nun von einem Computerspieler aus der Ergonomie ableiten? Um ein Fazit gleich vorwegzunehmen: sehr viel. Betrachten wir zum Beispiel die medizinischen Aspekte. Es wird sicher nicht ohne Grund behauptet, daß sehr intensives Spielen am Bildschirm zu gesundheitlichen Schäden führen kann. Doch nur dann, wenn wirklich gegen alle Regeln der Ergonomie und ihres Umfeldes verstoßen wird. Um ein Beispiel zu nennen: Wer ständig bei falscher Beleuchtung und in einer vom medizinischen Standpunkt nicht zu verantwortenden Haltung vor dem Bildschirm sitzt, der kann auf lange Sicht durch das Computerspielen Schaden erleiden. An dieser Stelle sei aber auch gleich ein oft gehörtes Vorurteil entkräftet. Es wird immer wieder behauptet, das Computerspielen sei gesundheitsschädlich. Das ist sicher nicht der Fall. Es kommt eben nur dann zu gesundheitlichen Schäden, wenn wirklich gegen alle Regeln der Ergonomie verstoßen wird. Und das ist oft deshalb nicht der Fall, weil derjenige Spieler, der eben gegen diese Regeln verstößt, über kurz oder lang darauf aufmerksam gemacht wird – durch Schmerzen im Rückgrat, in den Augen etc. Der Körper rächt sich schnell. Man wird dann schon zwangsläufig eine andere Sitzhaltung vor dem Bildschirm einnehmen. Ob diese dann vom medizinischen Standpunkt die richtige ist, darf jedoch noch angezweifelt werden. Es sind aber nicht nur medizinische Aspekte, die es auch beim Computerspielen zu beachten gibt und die sich aus dem Büroalltag mit dem Computer ableiten lassen. Auch – wahrscheinlich noch wichtiger – sind jene Erkenntnisse, die durch viele Untersuchungen zu einer optimalen Arbeit geführt haben. Viele Erkenntnisse aus diesem Bereich lassen sich auch für das Computerspiel übernehmen. Der Spieler oder die Spielerin am Joystick kann dadurch zu mehr Punkten kommen – durch ein besseres Spiel. Es lohnt sich also, ein paar Anleihen bei der Welt der Arbeit zu machen. Auf welchem Gebiet lassen sich nun Erkenntnisse übertragen? Zusammenfassend stellen sich drei Problemkreise dar:
Ausgangspunkt ist das Auge. Es kann Gegenstände aus einer Entfernung von 8 bis 25 Zentimetern bis zur Unendlichkeit wahrnehmen. Die Wissenschaftler sprechen vom »konischen Feld«, in dem die Sehschärfe, also klares und deutliches Sehen von Details, erreicht wird. Außerhalb dieses Feldes werden Formen und Farben bereits undeutlich. Anders verhält es sich bei Lichtvariationen und Bewegungen, die über ein sehr großes Gesichtsfeld wahrgenommen werden können. Mancher Computerspieler klagt über entzündete oder gerötete Augen, über Kopfschmerzen, undeutliches oder unscharfes Sehen. In diesem Fall sollte man möglichst schnell den Augenarzt aufsuchen. Nach jüngeren Forschungsergebnissen leiden viele Menschen unter irgendeiner Sehschwäche. Durch das konzentrierte Beobachten eines Bildschirms werden Sehschwächen oft erst aufgedeckt. Übrigens wurde auch nach jüngeren Forschungsergebnissen ermittelt, daß normale Brillen oft für ein längeres und intensiveres Beobachten des Bildschirms nicht geeignet sind. Der Computerspieler sollte ein Überanstrengen der Augen mit Hilfe von besseren visuellen Bedingungen vermeiden. Was übrigens die Farbenblindheit betrifft, so sind die Frauen besser gerüstet als die Männer. Farbenblindheit kommt bei Frauen nur bei etwa 0,5 Prozent vor. Dagegen leiden etwa 0,8 Prozent der Männer an dieser Krankheit. Das Auge neigt dazu, von leuchtenden Oberflächen angezogen zu werden. Es ist also gut, wenn das Zentrum des Gesichtsfeldes heller ist als die Peripherie. Das sollte bei der Ausleuchtung des Raumes berücksichtigt sein. Die Augen können auch ermüden, wenn es zu einer übermäßigen Leuchtdichte durch Fenster, Lampen, Spiegelung, ja auch von hellen Unterlagen kommt. Man wird dann als Spieler auch das Geschehen auf dem Bildschirm nicht mehr so exakt verfolgen können. Die Folge: Das Punktekonto kann beträchtlich geschmälert werden. Gefährlich ist das Flimmern auf dem Bildschirm. Dadurch kommt es zu einer ständigen Unter-/Ober-/Überbelichtung der Netzhaut. Der Wissenschaftler spricht bei den daraus resultierenden Störungen von einer »adaptiven Blendung«. Das Flimmern vergrößert sich bei starker Helligkeit der dargestellten Figuren oder Zeichen auf dem Bildschirm oder bei großer Helligkeit des Hintergrundes, ebenso bei geringer Helligkeit des Hintergrundes oder bei geringer Helligkeit des dargestellten Geschehens. Interessant ist, daß bei starkem Flimmern bzw. im zeitweiligen Verschwinden von Zeichen und Figuren auf dem Bildschirm das Auge versucht, das schwankende Bild für sich wieder scharf einzustellen. Wer zum Beispiel Programme über Listings eintippt und damit ein Spiel aufbaut, sollte darauf achten, daß das Licht nicht senkrecht auf die Oberfläche des Papiers, auf dem das Listing aufgedruckt ist, fällt. Arbeitsmediziner empfehlen, daß das Papier um 20 Prozent von der Vertikalen aus gesehen geneigt sein sollte. Leider kommt es bei Bildschirmen immer wieder zu unangenehmen Spiegelungen. Das rührt daher, daß die Oberfläche des Bildschirms aus Glas besteht. Dadurch werden 4,2 Prozent des einfallenden Lichtes reflektiert. Damit können deutliche Bilder von Fenstern, vom Licht oder vom Benutzer des Bildschirms selbst widergespiegelt werden. Ist das der Fall, so können Teile des Bildes auf dem Bildschirm verblassen. Das wiederum greift die Augen an, da das Bild nicht mehr deutlich scharf gesehen wird. Nun gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, um die Spiegelung zu vermeiden. Die erste ist, die Oberfläche der Kathodenstrahlröhre zu mattieren. Das ist sicher mit einem bereits gekauften Gerät nicht möglich. Möglich ist allerdings, den Winkel des Bildschirms im Verhältnis zur Störquelle zu verändern. Dadurch wird die Spiegelung minimiert. Die Fachleute empfehlen auch, Antireflex-Fil-ter am Bildschirm anzubringen. Die einfachste Lösung aber besteht darin, andere störende Lichtquellen zu bedecken und dadurch die von der Störquelle verursachte Helligkeit zu vermeiden. Der Computerspieler ist ohne Zweifel selbst schuld, wenn er nach mehreren intensiven Spielen über Rückenschmerzen klagt. Eine nicht optimale Körperhaltung führt zwangsläufig zu Beschwerden und Schmerzen in der Wirbelsäule, in Rücken- und Bauchmuskeln und in den Gelenken. Außerdem kann sich eine schlechte Körperhaltung noch ungünstig auf den Blutkreislauf auswirken. Arbeitsmediziner empfehlen deshalb, einen ergonomisch richtig gestalteten Bürostuhl - der selbstverständlich nicht ganz billig ist - zu verwenden. Auch der Computerspieler sollte sich diesen Rat zunutze machen. Eine optimale Körperhaltung, die vor gesundheitlichen Schäden schützt, wird man nicht durch ein Bäuchlings-Liegen vor dem Bildschirm oder durch eine zusammengekauerte Sitzstellung auf dem Fußboden erreichen. Ein Stuhl - vorausgesetzt, er ist ergonomisch richtig gestaltet - bietet hier viele Vorteile. Zum Beispiel wird der Druck auf die Bandscheiben auf ein Minimum reduziert, wenn sich der Rumpf zurücklegt und entspannt. Dadurch reduziert sich auch die Belastung der Muskeln, insbesondere der Bauch- und der Rückenmuskeln. Wieder auf den Büroalltag bezogen: Die Arbeitsmediziner empfehlen , daß die Füße flach auf dem Boden oder auf einer Fußstütze stehen. Dadurch wird der untere Teil des Oberschenkels vom übermäßigen Druck befreit, was wiederum dem Blutkreislauf freie Bahn läßt. Bezogen auf das Computerspiel heißt das: Eine gute Körperhaltung läßt sich nur mit einem ergonomisch richtig gestalteten Stuhl erreichen. Wenn zum Beispiel in der Arbeitsmedizin empfohlen wird, die Füße flach auf den Boden zu stellen, dann läßt sich das eben nur mit einer entsprechenden Sitzgelegenheit erreichen. Übrigens sollten Stühle so gebaut sein, daß die Rückenstütze eine Höhe von 48 bis 50 Zentimetern aufweist und nur die Höhe der Sitzfläche verstellbar ist. Wußten Sie, daß der Kopf über längere Zeit um 17 bis 29 Grad nach vorne geneigt sein kann, ohne daß diese Körperhaltung zu Halsschmerzen führt? Der vom anatomischen Standpunkt maximale Wert liegt bei 50 Grad. Was nun seine seitliche Drehung betrifft, so läßt sich der Kopf ohne physische Beschwerden um 15 bis 20 Grad drehen, maximal jedoch nur bis zu 50 Grad. Optimal - so läßt sich aus den Erkenntnissen der Arbeitsmediziner ableiten - ist eine Position des Bildschirms, bei der die Bewegung des Kopfes 15 Grad in jede Richtung nicht überschreitet. Und der Bildschirm sollte so aufgestellt sein, daß die Neigung des Kopfes nach vorne zwischen 32 und 34 Grad beträgt. Zusammenfassend läßt sich zu diesem Punkt sagen, daß nach Beobachtungen die günstigste Position für den Bildschirm erreicht wird, wenn der Kopf um 20 Grad nach vorne geneigt ist und die Linie vom Auge zur Bildschirmmitte im Verhältnis zur Horizontalen in einem ähnlichen Verhältnis steht. Wie weit soll nun der Bildschirm vom Spieler entfernt sein? Um die Frage zu beantworten, ist es wichtig zu wissen, daß die Entfernung zur Tastatur von der Anatomie der Arme abhängt, aber auch von der Tischhöhe und der Tastatur beeinflußt wird. Dazu kommt noch die Position des Rumpfes und des Kopfes. Der optimale Abstand liegt im Bereich zwischen 42 und 49 Zentimetern. Werden Listings oder irgendwelche Schriftstücke zum Spielen verwendet, dann sollte die Entfernung der Augen zum Bildschirm oder Auge zum Papier der Entfernung Auge-Tastatur (soweit eine solche verwendet wird) entsprechen .Die einzelnen Komponenten wie Bildschirm, Tastatur, Schriftstücke etc. sollten sich alle in einer Entfernung von nicht weniger als 45 Zentimetern und nicht weiter als 60 Zentimetern von den Augen entfernt befinden. Optimal wäre ein höhenverstellbarer Bildschirm. Die geforderte Höhenregulierung wird mit 10 bis 15 Zentimetern angegeben. Durch die Möglichkeit, die Neigung des Bildschirms zu regulieren, können zum Beispiel Spiegelungen ausgeschaltet werden.
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